Windows 10: Microsoft verlängert Support bis Oktober 2027
Veröffentlicht am: 07.07.2026 um 22:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Millionen Rechner bleiben ohne Update-Fähigkeit.
Ein Jahr mehr Schutz
Microsoft hat sein Programm zur verlängerten Sicherheitsunterstützung (ESU) für Windows 10 ausgeweitet. Privatnutzer erhalten nun bis zum 12. Oktober 2027 kritische Sicherheitsupdates – ein Jahr länger als ursprünglich geplant. Bislang war der 13. Oktober 2026 als Stichtag vorgesehen.
Der reguläre Support für Windows 10 endete bereits am 14. Oktober 2025. Doch der Wechsel zu Windows 11 verläuft schleppend. Hauptgrund: Viele ältere Geräte erfüllen die Hardware-Anforderungen nicht, insbesondere den benötigten TPM-2.0-Chip.
Hunderte Millionen Rechner betroffen
Die Dimension des Problems zeigt sich in aktuellen Marktdaten. Im Mai 2026 lief noch auf 26,2 Prozent aller Windows-Desktop-Rechner weltweit Version 10 – ein deutlicher Rückgang gegenüber 53,2 Prozent im Vorjahr. In Ländern wie Neuseeland waren es im Frühjahr 2026 rund 25 Prozent.
Experten schätzen, dass mehrere hundert Millionen PCs aus technischen oder finanziellen Gründen weiterhin Windows 10 nutzen. Die Verlängerung des ESU-Programms ist daher auch ein Zugeständnis an diese riesige Nutzerbasis.
Kosten: Privatkunden profitieren, Unternehmen zahlen drauf
Das ESU-Programm unterscheidet klar zwischen privaten und gewerblichen Nutzern – mit drastisch unterschiedlichen Preisen.
Für Verbraucher bietet Microsoft mehrere Wege zur Teilnahme:
- Eine Einmalzahlung von 30 Euro pro Gerät
- Kostenlose Anmeldung bei Verknüpfung des Microsoft-Kontos oder Nutzung von Windows Backup
- Einlösung von 1.000 Microsoft-Rewards-Punkten
Die Privatkunden-Version deckt bis zu zehn Geräte pro Person ab. Bestehende Teilnehmer werden automatisch auf die neue Frist 2027 umgestellt.
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Anders sieht es für Unternehmen aus: Hier steigen die Kosten jährlich. Im ersten Jahr zahlen Betriebe 61 Euro pro Gerät, im zweiten Jahr 122 Euro, im dritten Jahr 244 Euro. Hinzu kommen administrative Aufwände für die Verwaltung alter Systeme. Rechner in einer Domäne sind vom günstigen Privatkunden-Tarif grundsätzlich ausgeschlossen.
Technische Risiken nehmen zu
Die Verlängerung kommt nicht zu früh. Bereits am 24. Juni 2026 begannen bestimmte Secure-Boot-Zertifikate auszulaufen. Für Geräte ohne aktuelle Sicherheitsupdates drohen nun Startprobleme und gravierende Sicherheitslücken.
Sicherheitsexperten warnen: Unternehmen, die ohne ESU-Abdeckung auf Windows 10 bleiben, riskieren Verstöße gegen Compliance-Standards wie PCI DSS oder HIPAA. Auch der Abschluss von Cyberversicherungen wird ohne gepatchte Systeme zunehmend schwieriger.
Linux als Alternative im Aufwind
Während Microsoft weiterhin auf Hardware-Upgrades setzt, wächst die Konkurrenz. Seit Ende 2025 ist der globale Desktop-Marktanteil von Linux auf rund 4,7 Prozent gestiegen – im Juli 2022 waren es noch 2,76 Prozent. Auf der Spieleplattform Steam erreichte Linux im März 2026 sogar 5,33 Prozent, begünstigt durch hohe Kompatibilitätsraten für Windows-Software.
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Hürden bei der Anmeldung
Nutzer, die auf Windows 10 bleiben wollen, müssen sicherstellen, dass ihr System die Version 22H2 läuft und sie über ein Administratorkonto verfügen. Trotz der Verlängerung berichten Anwender in Foren von Problemen: Anmeldefehler, Schwierigkeiten mit Erwachsenen-Konten für bestimmte Updates und fehlschlagende KB-Updates.
Für saubere Neuinstallationen existieren weiterhin technische Workarounds – etwa der direkte Download von Windows-10-ISO-Dateien über modifizierte Browser-Einstellungen. Offiziell drängt Microsoft jedoch auf den Umstieg zu Windows 11 oder den geschützten ESU-Betrieb.
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