Wiener Jugendhilfe: Drei neue Plätze öffnen Projekt für straffällige Mädchen
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 14:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) führt ihr Betreuungsprojekt „Orientierungshilfe“ für straffällige Kinder fort. Die Initiative wird bis zum 31. März verlängert. Seit dem 1. Oktober stehen zudem drei zusätzliche Plätze bereit, womit das Angebot künftig auch für Mädchen geöffnet ist.
Zielgruppe und pädagogische Ausrichtung
Das Projekt richtet sich gezielt an Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren, die mindestens fünf Polizeivormerkungen innerhalb eines Jahres aufweisen. Zu den registrierten Delikten zählen unter anderem Gewalt-, Drohungs- oder Drogendelikte.
Ein wesentlicher Hintergrund der Maßnahme besteht darin, dass viele der betreuten Kinder kurz vor dem 14. Geburtstag stehen und damit bald strafmündig werden. Ziel der Intervention ist es, frühzeitig gegenzusteuern, bevor jugendstrafrechtliche Konsequenzen greifen.
Als Projektträger fungiert die Organisation „Rettet das Kind“. Die Betreuungsarbeit setzt direkt im sozialen Umfeld an, um die individuellen Ursachen der Delinquenz zu bearbeiten und verlässliche Strukturen zu schaffen.
Fallverläufe und praktische Erfahrungen
In der Praxis zeigen sich erste dokumentierte Betreuungserfolge. So konnte ein Fall abgeschlossen werden, nachdem bei dem betreffenden Jugendlichen keine weiteren Delikte mehr auftraten, der Schulbesuch wieder regelmäßig erfolgte und eine konkrete Zukunftsplanung erarbeitet wurde.
Wiens Betreuungsprojekt für straffällige Kinder wird verlängert und um drei Plätze erweitert — künftig werden auch Mädchen aufgenommen. Für Fachkräfte in der Jugendhilfe heißt das: mehr Fälle, mehr Bedarf an erprobten Abläufen. Dieser kostenlose Praxisleitfaden bündelt Frühinterventions-Schritte, eine Checkliste zur sozialraumorientierten Betreuung und dokumentierte Fallverläufe. Praxisleitfaden Frühintervention jetzt anfordern
Ein weiterer dokumentierter Fall betrifft einen 13-Jährigen, der nach einem sechswöchigen Aufenthalt in einer Auszeit-WG seither ohne weitere polizeiliche Meldungen blieb. Bei einem späteren Konflikt wandte sich der Jugendliche eigenständig an einen Sozialarbeiter, um Unterstützung zu suchen, anstatt erneut straffällig zu werden.
Finanzierung und geplante Neuausschreibung
Für das Vorhaben waren ursprünglich Ausgaben von bis zu maximal 500.000 Euro budgetiert worden. Der Träger „Rettet das Kind“ veranschlagte für die Umsetzung Projektkosten in Höhe von 407.680 Euro.
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Nach der aktuellen Laufzeitverlängerung bis Ende März stehen die nächsten administrativen Schritte bereits fest. Für den Herbst ist eine offizielle Neuausschreibung des Projekts geplant, um die Betreuungsstrukturen für diese Altersgruppe in Wien auch darüber hinaus abzusichern.
