WiCi One: 11,5 Gbit/ s per Wi-Fi 7 werfen Fragen zur Gaming-Latenz auf
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 05:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Unternehmen WiCi hat mit der WiCi One eine externe Grafikkarte vorgestellt, die vollständig ohne Thunderbolt- oder OCuLink-Verbindung auskommt. Stattdessen kommuniziert das Gerät per Wi-Fi 7 im 4×4-Modus mit 320 MHz Bandbreite mit dem Host-Rechner. Damit tritt WiCi an, eines der letzten verbliebenen Kabel in Gaming-Setups überflüssig zu machen – die physische Verbindung zwischen Notebook oder Mini-PC und der leistungsstarken Grafikeinheit.
Zwei Ausbaustufen geplant
Das Basismodell der WiCi One kombiniert eine RTX 5060 Ti mit 16 GB Speicher, einen Intel Core 3 100U sowie 1 TB NVMe-Speicher nach dem PCIe-4.0-Standard.
Für dieses Modell werden in Cyberpunk 2077 bei 4K-Auflösung mit Ultra-Einstellungen und DLSS 4 rund 80 Bilder pro Sekunde angegeben, in Black Myth: Wukong bei 4K und Cinematic-Preset rund 60 fps.
Ein Spitzenmodell ist ebenfalls angekündigt: Es soll mit einer RTX 5090 mit 32 GB GDDR7-Speicher, einem Intel Core Ultra 7 255H (in einer weiteren Quelle als 225H bezeichnet) sowie 4 TB PCIe-5.0-NVMe-Speicher ausgestattet sein.
Der Preis dafür steht noch nicht fest. Laut Angaben soll dieses Modell in Cyberpunk 2077 auf 110 fps und in Black Myth: Wukong auf 90 fps kommen, jeweils bei 4K Ultra mit DLSS 4.
Wi-Fi 7 statt Kabelverbindung
Der zentrale Unterschied zu klassischen eGPU-Lösungen liegt in der Datenübertragung. Während Thunderbolt 4 rund 32 Gbit/s PCIe-Bandbreite liefert und Thunderbolt 5 beziehungsweise OCuLink bis zu 64 Gbit/s erreichen, kommt die WiCi One laut Berichten auf einen Wi-Fi-7-Durchsatz von etwa 11,5 Gbit/s. Dieser deutliche Bandbreitenunterschied wirft die Frage auf, wie sich die kabellose Anbindung in der Praxis auf Latenz und Bildqualität auswirkt – reale Tests zu Funklatenz, Kompatibilität und tatsächlicher Leistung unter Alltagsbedingungen stehen bislang aus.
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Preise und Verfügbarkeit
Wer sich die WiCi One vorbestellen möchte, zahlt zunächst 1.999 US-Dollar. Der reguläre Listenpreis soll laut Hersteller anschließend bei 2.599 US-Dollar liegen. Der Versand beziehungsweise Marktstart ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen, in dem auch die ersten Auslieferungen erwartet werden.
Offene Fragen zur Praxistauglichkeit
Trotz der auf dem Papier beeindruckenden Leistungswerte bleibt abzuwarten, wie sich die Funkverbindung unter realen Bedingungen schlägt. Anders als bei kabelgebundenen eGPU-Lösungen, bei denen die Latenz durch die physische PCIe-Anbindung planbar ist, hängt die Performance einer Wi-Fi-7-Verbindung von Faktoren wie Signalstörungen, Entfernung zum Router und Netzwerkauslastung ab.
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Bis unabhängige Tests vorliegen, lässt sich nicht abschließend beurteilen, ob die WiCi One die versprochenen Bildraten auch außerhalb kontrollierter Testumgebungen konstant liefert.
Für Nutzer, die eine kabellose Alternative zu bestehenden Thunderbolt- oder OCuLink-eGPU-Docks suchen, dürfte das Produkt dennoch von Interesse sein – insbesondere, da es als vollständiges System inklusive Grafikkarte, Prozessor und Speicher angeboten wird und nicht, wie andere Docking-Lösungen am Markt, lediglich ein leeres Gehäuse für eine selbst zu beschaffende Desktop-GPU darstellt.
