Whooley-Test: Bei älteren Patienten liegt der negative Vorhersagewert bei 99 Prozent
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 09:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Depressive Erkrankungen im Alter stellen den klinischen Versorgungsalltag vor erhebliche Herausforderungen. Wie aus einem Bericht von management-krankenhaus.de vom 07.10.2026 hervorgeht, weisen bis zu 60 Prozent der älteren Krankenhauspatienten depressive Symptome auf. Oftmals erschweren jedoch Begleiterkrankungen oder zeitliche Hürden eine frühzeitige Diagnose.
Für die Implementierung vereinfachter Depressions-Screening-Verfahren bei Senioren wurde Dr. Johannes Trabert, Neurogeriater am AGAPLESION Markus Krankenhaus in Frankfurt, beim Jahreskongress der DGG und DGGG in Frankfurt mit dem Schiffbauer-Förderpreis ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro dotiert.
Hohe diagnostische Genauigkeit im klinischen Vergleich
Grundlage der Auszeichnung bildete eine prospektive Studie unter der Leitung von Dr. Johannes Trabert, an der 248 Personen mit einem medianen Alter von 83 Jahren teilnahmen. In der Untersuchung wurde der sogenannte Whooley-Zwei-Fragen-Test direkt mit der etablierten geriatrischen Depressionsskala GDS-15 verglichen. Die entsprechenden Tests wurden dabei jeweils innerhalb von 24 Stunden nach der stationären Aufnahme der Patienten durchgeführt.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen deutliche Unterschiede in der Zuverlässigkeit der beiden Ansätze. Bei mittelgradigen depressiven Symptomen erreichte der Whooley-Test eine Sensitivität von 95 Prozent, während die Sensitivität bei der GDS-15 bei 57 Prozent lag.
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Zudem verzeichnete der Whooley-Test einen negativen Vorhersagewert von 99 Prozent. Dies verdeutlicht, dass das kürzere Verfahren Betroffene mit hoher Treffsicherheit identifiziert und unauffällige Befunde verlässlich abgrenzt.
Robustheit bei funktionellen und kognitiven Einschränkungen
Ein wesentliches Problem bei herkömmlichen psychodiagnostischen Fragebögen im höheren Alter liegt häufig in der Überlagerung durch Demenzerkrankungen oder körperliche Gebrechlichkeit.
Die Untersuchung von Dr. Johannes Trabert verdeutlichte in diesem Zusammenhang, dass die Ergebnisse des Whooley-Tests weitgehend unabhängig von den kognitiven und funktionellen Einschränkungen der getesteten Senioren ausfielen. Das Verfahren erwies sich somit auch bei multimorbiden geriatrischen Patienten als praktikabel und aussagekräftig.
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Aufnahme in medizinische Behandlungsleitlinien
Aufgrund der eindeutigen Datenlage haben die wissenschaftlichen Ergebnisse bereits direkten Eingang in die klinische Standardversorgung gefunden. Wie im Bericht vom 07.10.2026 dargelegt wird, sind die Erkenntnisse aus der Arbeit von Dr. Johannes Trabert in die S1-Leitlinie „Geriatrisches Assessment der Stufe 2" eingeflossen. Damit trägt der vereinfachte Screening-Ansatz dazu bei, psychische Begleiterkrankungen im Krankenhaus frühzeitiger zu erkennen und Versorgungsabläufe nachhaltig an die Bedürfnisse hochaltriger Patienten anzupassen.
