WhatsApp, NSO

WhatsApp vs. NSO: Neuer Rechtsstreit wegen Missachtung der Auflagen

08.06.2026 - 22:18:57 | boerse-global.de

WhatsApp vereitelt erneute Spionageversuche der NSO Group und beantragt ein Gerichtsverfahren wegen Missachtung der Auflagen.

WhatsApp deckt neue NSO-Phishing-Attacken auf und geht juristisch vor
WhatsApp - A digital padlock over the WhatsApp logo, with binary code in the background and a red alert symbol on the padlock. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Messaging-Dienst hat neue Spionageversuche der israelischen Spyware-Firma entdeckt und fordert ein Gerichtsverfahren wegen Missachtung der Auflagen.

WhatsApp hat nach eigenen Angaben erneute Phishing-Angriffe der umstrittenen israelischen Firma NSO Group vereitelt. Der zu Meta gehörende Dienst wirft dem Spyware-Entwickler vor, gegen eine gerichtliche Verfügung aus dem vergangenen Jahr verstoßen zu haben. Nun beantragt WhatsApp ein Contempt-of-Court-Verfahren – also die Feststellung, dass NSO die Anordnungen des Gerichts missachtet hat.

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Neue Angriffswelle mit gezieltem Phishing

Die Sicherheitsexperten von WhatsApp unterbrachen eine Serie von Social-Engineering-Angriffen, die auf Spear-Phishing und die Erstellung nicht autorisierter Testkonten setzten. Die Kampagne richtete sich gegen weniger als zehn Personen in Jordanien und im Libanon. Nach Unternehmensangaben gibt es keine Hinweise darauf, dass Nutzerkonten tatsächlich kompromittiert wurden.

Die Angriffsmethoden erinnerten an 1-Click-Phishing-Attacken, die bereits 2024 in Jordanien beobachtet wurden. WhatsApp identifizierte mehrere schädliche Domains, die mit der Kampagne in Verbindung stehen, darunter ikhwancast[.]com, ghazacast[.]com und fr24cast[.]com.

Juristischer Hintergrund: Ein jahrelanger Rechtsstreit

Der aktuelle Konflikt ist eine Eskalation eines Rechtsstreits, der bereits 2019 begann. Damals soll die NSO-Spyware Pegasus gegen rund 1.400 WhatsApp-Nutzer eingesetzt worden sein. Im Dezember 2024 wurde die Firma dafür haftbar gemacht.

Ein Gerichtsurteil vom Mai 2025 sprach WhatsApp rund 444.000 Euro Schadensersatz und 167 Millionen Euro Strafschadensersatz zu. Im Oktober 2025 wurde der Strafschadensersatz jedoch auf 4 Millionen Euro reduziert. Gleichzeitig erließ das Gericht eine einstweilige Verfügung, die NSO weitere Angriffe auf WhatsApp strikt untersagt. Obwohl NSO im November 2025 Berufung gegen diese Verfügung einlegte – mit dem Argument, die Einschränkungen würden dem Unternehmen erhebliche finanzielle Schwierigkeiten bereiten – bleibt die Anordnung in Kraft.

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Neue Malware-Varianten und Branchenentwicklungen

Meta wirft NSO in der aktuellen Klage vor, auch nach Prozessbeginn 2019 weiterhin neue Malware-Vektoren entwickelt zu haben. In Berichten werden diese als „Erised“ und „Heaven“ bezeichnet. NSO steht zudem auf einer schwarzen Liste der US-Regierung, die wegen der Geschäftspraktiken des Unternehmens erstellt wurde.

WhatsApp unterstützt nach eigenen Angaben die Spyware Accountability Initiative (SAI) finanziell. Zwölf Menschenrechtsorganisationen haben sich im laufenden Berufungsverfahren hinter Meta gestellt. Der Messaging-Dienst verwies zudem auf branchenweite Entwicklungen: So gab es in Griechenland kürzlich strafrechtliche Verurteilungen von Spyware-Managern, und große Hardware-Hersteller veröffentlichten Sicherheitsupdates, um Zero-Day-Lücken zu schließen, die von ähnlichen Tools ausgenutzt wurden.

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