WhatsApp-Usernamen, Milliarden

WhatsApp-Usernamen: Drei Milliarden Nutzer sichern sich IDs ab Juni

02.07.2026 - 14:31:32 | boerse-global.de

WhatsApp führt ab Juni 2026 weltweit individuelle Nutzernamen ein. Datenschützer und Indien warnen vor Betrugsrisiken durch die neue Funktion.

WhatsApp führt individuelle Nutzernamen für Milliarden User ein
WhatsApp-Usernamen - Smartphone-Bildschirm mit WhatsApp-Benutzernameneingabe, digitale Netzlinien im Hintergrund, Symbol für neues Identifikationssystem. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juni 2026 weltweit ein neues Identifikationssystem aus. Mehr als drei Milliarden Nutzer können sich erstmals individuelle Nutzernamen sichern – ein Schritt mit weitreichenden Folgen für den Datenschutz.

Neues System: So funktionieren die WhatsApp-Usernamen

Die Funktion erlaubt es Nutzern, einen eindeutigen Benutzernamen zwischen drei und 35 Zeichen zu wählen. Erlaubt sind Buchstaben, Ziffern, Unterstriche und Punkte – allerdings nicht die typischen Web-Präfixe wie „www.“ oder Domain-Endungen. Die Telefonnummer bleibt zwar für die Registrierung zwingend erforderlich, der Username fungiert aber als optionales öffentliches Identifikationsmerkmal. Geteilt werden kann er per QR-Code oder direktem Link.

WhatsApp betont, dass es kein öffentliches Verzeichnis der Nutzernamen geben wird. Wer jemanden kontaktieren möchte, muss den genauen Handle kennen. Wer seinen Namen ändert, gibt den alten nach 14 Tagen zur Neubelegung frei. Ein integrierter Namensgenerator soll bei der Auswahl helfen.

Zusätzliche Sicherheit: Der „Username-Key“

Ein optionaler vierstelliger „Username-Key“ dient als zusätzliche Sicherheitsstufe. Wer noch nie mit einem Nutzer kommuniziert hat, muss diesen Code eingeben, bevor die erste Nachricht ankommt. Das System soll unerwünschte Kontakte und Spam verhindern – vergleichbar mit den PIN-basierten Verfahren früherer Mobilfunkdienste.

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Für Unternehmen und Content-Ersteller bietet Meta eine nahtlose Integration mit anderen Plattformen: Organisationen können Usernamen reservieren, die ihren bestehenden Handles auf Instagram und Facebook entsprechen. Prominente Namen, Regierungsstellen und öffentliche Personen werden vorab geschützt, um Identitätsdiebstahl zu erschweren. Die Einführung folgt auf die Ernennung von Kunal Shah, ehemals Chef des Fintech-Unternehmens CRED, zum neuen globalen WhatsApp-Chef.

Indien mahnt: Betrugsrisiko durch neue Funktion

Trotz der Sicherheitsmaßnahmen steht die Neuerung bereits in der Kritik. Am 1. Juli 2026 forderte das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) WhatsApp auf, den vollständigen Rollout zu verschieben. Die Behörde sieht erhöhte Risiken für Betrug und Phishing. Kriminelle könnten offizielle oder prominente Namen kapern, bevor die echten Inhaber sie sichern.

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Unabhängige Forscher und Medien identifizierten in der ersten Phase zahlreiche hochkarätige Namensvarianten, die noch frei waren. Während Organisationen wie die Internet Freedom Foundation die rechtliche Grundlage für staatliche Eingriffe infrage stellen, raten Sicherheitsexperten zu schwer erratbaren Nutzernamen und zur sofortigen Aktivierung des optionalen Keys.

Die Reservierung ist derzeit über die App-Einstellungen möglich. Der vollständige globale Rollout wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Nutzer erhalten In-App-Benachrichtigungen, sobald die Funktion in ihrer Region verfügbar ist.

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