WhatsApp: Username-System für 3 Milliarden Nutzer freigeschaltet
Veröffentlicht: 01.07.2026 um 14:58 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Messenger-Dienst erlaubt künftig die Kommunikation ohne Telefonnummer. Ein Meilenstein für den Datenschutz.
WhatsApp hat am Montag offiziell die Einführung eines Username-Systems bestätigt. Rund drei Milliarden Nutzer weltweit können ab sofort einen persönlichen Benutzernamen reservieren. Die vollständige Freischaltung der Funktion soll in den kommenden Wochen erfolgen.
So funktioniert das neue System
Der gewählte Name muss zwischen 3 und 35 Zeichen lang sein. Technische Vorgabe: Mindestens ein Buchstabe, und der Name darf nicht mit „www." beginnen. Geschützte Marken und bekannte Persönlichkeiten werden von der Plattform reserviert – zur Vermeidung von Identitätsdiebstahl.
Ein entscheidender Unterschied zu anderen Diensten: WhatsApp bietet kein öffentliches Verzeichnis und keine Suchfunktion für Usernamen. Wer jemanden kontaktieren will, muss den exakten Namen kennen. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein optionaler vierstelliger Username-Key – eine zweite Privatsphäre-Ebene für alle, die genau steuern wollen, wer sie erreicht.
Die Telefonnummer bleibt vorerst die primäre Account-Kennung. Der Username ist ein zusätzlicher Weg, nicht der Ersatz.
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Neuer Chef, neue Strategie
Der Schritt ist die erste große Produktentscheidung unter Kunal Shah, der am 22. Juni 2026 die Leitung des Dienstes übernahm. Branchenbeobachter sehen darin einen Teil der umfassenden Monetarisierungsstrategie: Während Instagram jährlich rund 85 Milliarden Euro umsetzt, liegt der Umsatz von WhatsApp Schätzungen zufolge bei lediglich zwei bis drei Milliarden Euro.
Künftige Erlösmodelle könnten verifizierte Business-Handles, die Integration von KI-Agenten und anonyme Gruppenchats umfassen. Unternehmen und Creator können bereits jetzt ihre bestehenden Instagram- oder Facebook-Namen über das Meta Accounts Center synchronisieren – für konsistente Markenauftritte.
Wettbewerb und Sicherheitsbedenken
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WhatsApp holt mit dieser Funktion zu Konkurrenten auf: Telegram führte Usernamen bereits 2014 ein, Wire folgte 2016, Signal 2023. Der Datenschutzvorteil ist offensichtlich – doch die neue Funktion birgt auch Risiken. Kritiker warnen vor Betrugsmöglichkeiten: Kriminelle könnten Namen prominenter Persönlichkeiten registrieren, um ahnungslose Nutzer zu täuschen.
Hinzu kommt die anhaltende rechtliche Prüfung. Mehrere Klagen und behördliche Untersuchungen beschäftigen sich mit der Frage, wie Meta mit verschlüsselten Inhalten umgeht. WhatsApp bestreitet weiterhin alle Vorwürfe des unbefugten Zugriffs auf verschlüsselte Daten – auch wenn unabhängige Kryptografen die technische Machbarkeit bestimmter Datenschutzversprechen des Unternehmens anzweifeln.
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