WhatsApp: Umstieg auf Rust eliminiert 70.000 Zeilen unsicheren Code
22.06.2026 - 20:14:14 | boerse-global.de
In aktuellen Beta-Versionen testet WhatsApp neue visuelle Merkmale für den Online-Status. Gleichzeitig soll die Umstellung auf eine sicherere Programmiersprache kritische Sicherheitslücken schließen.
Grüner Punkt statt Text: Neuer Online-Status in der Beta
Die neueste Android-Beta-Version (2.26.24.5) zeigt eine veränderte Darstellung der Erreichbarkeit von Kontakten. Ein grüner Punkt auf den Profilbildern signalisiert künftig, ob ein Nutzer gerade online ist. Die Anzeige ersetzt den bisherigen Textschriftzug im Profil.
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Die Neuerung ist Teil eines überarbeiteten Kontaktbereichs. Bestehende Privatsphäre-Einstellungen bleiben erhalten. Nutzer können die Funktion in den Datenschutzeinstellungen optional deaktivieren.
Rust statt C++: 70.000 Zeilen weniger Code
Parallel zu den optischen Anpassungen treibt die Meta-Tochter die Sicherheit der Plattform voran. WhatsApp stellt seine Media-Parser auf die Programmiersprache Rust um. Dadurch schrumpft die Codebasis von 160.000 Zeilen in C++ auf etwa 90.000 Zeilen.
Das Ziel: Speicherfehler eliminieren, die häufig als Einfallstor für Schadsoftware dienen. Die Änderung betrifft schätzungsweise drei Milliarden Geräte weltweit.
Selbstlöschende Nachrichten in Entwicklung
Eine neue Privatsphäre-Funktion ermöglicht das Versenden von selbstlöschenden Textnachrichten. Diese Nachrichten verschwinden nach dem einmaligen Lesen automatisch – ähnlich der bereits existierenden Funktion für Fotos und Videos.
Die Aktivierung erfolgt durch langes Drücken des Sende-Buttons. Kopieren, Weiterleiten und Screenshots dieser Mitteilungen sollen technisch blockiert werden.
WhatsApp Web: Sprach- und Videoanrufe mit 32 Teilnehmern
Auch für die Browser-Version zeichnen sich Neuerungen ab. WhatsApp arbeitet an der Integration von Sprach- und Videoanrufen für bis zu 32 Teilnehmer. Geplant sind zudem Bildschirmfreigabe und Einladungslinks mit integriertem Warteraum.
Diese Entwicklung ist besonders relevant für Betriebssysteme ohne native Desktop-App. Für bessere Übersicht in Gruppenchats testet WhatsApp zudem eine neue Struktur der Einstellungen. Eine Vorabversion für Android unterteilt die Optionen in Präferenzen und Datenschutz.
Phishing-Welle und juristische Debatte
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Die technologischen Upgrades erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Cyberkriminalität. Aktuelle Warnungen weisen auf personalisierte Phishing-Angriffe hin. Die Angreifer nutzen unter anderem Daten aus einem Leck bei einem Reiseportal vom April 2026.
Sie verwenden täuschend echte Sicherheitswarnungen oder Gewinnspiele. Rund 64,5 Prozent der Betroffenen vermuten den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Erstellung dieser Betrugsnachrichten.
Gleichzeitig rückt die Messenger-Sicherheit in den Fokus der Justiz. In Österreich verhandelte der Verfassungsgerichtshof heute öffentlich über die Zulässigkeit einer staatlichen Messenger-Überwachung. Kritiker bemängeln die potenzielle Ausnutzung von Sicherheitslücken – was zu einem sogenannten Chilling Effect führen könne. Eine Entscheidung des Gerichts wird für den Herbst erwartet.
