WhatsApp-Überwachung, Versteckte

WhatsApp-Überwachung: Versteckte Einstellung schützt vor RTT-Spionage

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 10:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Studie zeigt Überwachungsrisiko durch Zustellzeiten bei WhatsApp. Experten raten zur Aktivierung einer versteckten Sicherheitsoption gegen Ausspähung.

WhatsApp-Sicherheitslücke: Datenschutzrisiken und neue Betrugsfälle
Person hält ein Smartphone in einer dezent beleuchteten Büroumgebung, Fokus auf die Hände und das Display des Geräts. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Messenger-Dienst WhatsApp steht erneut im Fokus von Datenschutz-Untersuchungen. Aktuelle Berichte weisen auf eine Methode hin, mit der die Gewohnheiten von Nutzern trotz verschlüsselter Kommunikation ausgespäht werden können.

Eine Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2024 belegt demnach, dass die Empfangsbestätigungen der Anwendung Rückschlüsse auf die aktive Nutzung zulassen. Um dieses Risiko zu minimieren, rufen Experten zur Aktivierung einer spezifischen, tiefer in den Menüs verborgenen Sicherheitsfunktion auf.

Überwachung durch Round-Trip-Time-Analyse

Hintergrund der Sicherheitswarnung ist ein auf der Plattform GitHub verfügbares Tool namens „WhatsApp-device-activity-tracker“. Dieses Programm macht sich die sogenannte Round-Trip-Time (RTT) zunutze. Dabei wird die Zeitspanne gemessen, die zwischen dem Versenden einer Nachricht und dem Erhalt der Zustellbestätigung vergeht. Den Untersuchungen zufolge deutet ein Wert, der zu mehr als 90 Prozent unter dem Mittelwert liegt, auf eine aktive Nutzung der App hin.

Besonders kritisch bewerten Experten den Umstand, dass das bloße Deaktivieren der herkömmlichen Lesebestätigungen keinen Schutz gegen diese spezifische Form der Überwachung bietet. Die Messung der technischen Zustellungszeit findet unabhängig von den blauen Haken statt. Als wirksame Gegenmaßnahme gilt jedoch eine Einstellung, die erst in den erweiterten Datenschutzoptionen zu finden ist.

Nutzer sollten in den Einstellungen unter dem Punkt „Datenschutz“ und dem Untermenü „Erweitert“ die Option „Nachrichten von unbekannten Konten blockieren“ aktivieren. Dies erschwert es externen Akteuren, die für die Zeitmessung notwendigen Datenpakete unbemerkt zu senden.

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Betrugsmaschen und Empfehlungen der Behörden

Wie dringlich ein verbesserter Schutz des eigenen Kontos ist, zeigt ein aktueller Vorfall aus Thüringen. Dort gelang es einem Unbekannten, den WhatsApp-Account einer elfjährigen Schülerin zu übernehmen, nachdem diese leichtfertig einen per SMS erhaltenen Code weitergegeben hatte.

Der Täter nutzte das Konto anschließend, um eine zehnjährige Kontaktperson zu täuschen. Über den übernommenen Account wurden Käufe über die Mobilfunkrechnung autorisiert, wodurch ein finanzieller Schaden von mehreren Hundert Euro entstand.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang dringend dazu, Verifizierungscodes unter keinen Umständen an Dritte weiterzugeben. Bei ungewöhnlichen Bitten von Kontakten sollte zur Sicherheit ein zweiter Kommunikationsweg zur Verifizierung genutzt werden. Zudem empfehlen Sicherheitsbehörden die Einrichtung einer Drittanbietersperre beim Mobilfunkprovider sowie die Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung innerhalb der WhatsApp-Einstellungen.

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Juristischer Druck und neue Funktionen

Parallel zu den Sicherheitsrisiken sieht sich die Konzernmutter Meta mit juristischem Widerstand konfrontiert. Im US-Bundesstaat Texas wurde eine Klage eingereicht, die WhatsApp falsche Versprechen hinsichtlich des Datenschutzes und der Verschlüsselung vorwirft.

Die Kläger behaupten, dass Meta-Mitarbeiter entgegen öffentlicher Zusicherungen Zugriff auf Nutzerinhalte gehabt hätten. Ein Erfolg dieser Klage könnte das weltweite Vertrauen in den Dienst erheblich beeinträchtigen.

Trotz dieser Kontroversen arbeitet der Dienst an der Erweiterung seines Funktionsumfangs. In der aktuellen Beta-Version 26.33.10.70 für iOS wurde ein neuer Zahlungsbereich entdeckt, der eine Verwaltung von Kreditkarten ermöglicht. Die Liste der berücksichtigten Länder umfasst neben den USA und Australien auch Deutschland und Österreich.

Während WhatsApp bereits Bezahldienste in Indien, Brasilien und Singapur betreibt, stehen einem offiziellen Start im europäischen Raum weiterhin regulatorische Hürden entgegen. Eine offizielle Ankündigung für den hiesigen Markt steht derzeit noch aus.

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