WhatsApp testet Benutzernamen: Kommunikation ohne Telefonnummer
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 22:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Messenger-Dienst WhatsApp hat Anfang September drei neue Funktionen für die Betriebssysteme iOS und Android vorgestellt, die den Datenschutz und die Sicherheit der Nutzer verbessern sollen. Die zu Meta gehörende Plattform reagiert damit auf das wachsende Bedürfnis nach Privatsphäre in der digitalen Kommunikation.
Neben der offiziellen Einführung dieser Sicherheitsmerkmale befinden sich derzeit weitere weitreichende Änderungen in der Erprobungsphase, die das Identifikationsmodell des Dienstes grundlegend verändern könnten.
Verzicht auf Telefonnummern durch öffentliche Benutzernamen
Ein zentraler Aspekt der aktuellen Entwicklungen ist der Test von Benutzernamen als öffentliches Identifikationsmerkmal. Ziel dieses Vorhabens ist es, die Kommunikation zu ermöglichen, ohne dass Anwender zwingend ihre Telefonnummer preisgeben müssen.
Für die Vergabe dieser Benutzernamen hat das Unternehmen einen festen Regelsatz definiert. Die Kennungen müssen eine Länge zwischen 3 und 35 Zeichen aufweisen und dürfen ausschließlich aus Kleinbuchstaben, Zahlen sowie Punkten und Unterstrichen bestehen.
Um die Eindeutigkeit und Sicherheit zu gewährleisten, ist es untersagt, Benutzernamen mit der Zeichenfolge „www.“ zu beginnen oder mit der Endung „.com“ abzuschließen. Darüber hinaus sieht das Konzept eine Integration mit bestehenden Meta-Konten auf Facebook und Instagram vor.
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Zur zusätzlichen Absicherung der Konten wird zudem eine Option für einen vierstelligen Zugangsschlüssel erprobt. Der Rollout dieser Neuerungen soll schrittweise erfolgen, sodass die Funktionen nach und nach für die gesamte Nutzerschaft verfügbar werden.
Neue Erinnerungsfunktion für Nachrichtenentwürfe in der Testphase
Zusätzlich zu den strukturellen Änderungen am Identifikationssystem arbeitet WhatsApp an Funktionen, die den Bedienkomfort im Alltag erhöhen sollen. In den ersten Septembertagen wurde bekannt, dass eine Push-Erinnerung für Nachrichtenentwürfe getestet wird. Diese Funktion richtet sich an Nutzer, die eine Nachricht verfassen, diese jedoch nicht absenden, bevor sie zu einer anderen Anwendung wechseln.
Die Benachrichtigung erscheint unter dem Titel „Dein Entwurf“ und enthält den Namen des betroffenen Kontakts. Das System löst diesen Hinweis aus, sobald sich der Anwender für die Dauer von mindestens einer Minute in einer anderen App aufhält.
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Derzeit ist dieses Merkmal in der Android-Beta-Version 2.26.35.2 für einen ausgewählten Kreis von Testern hinterlegt. Informationen über einen Termin für die reguläre Veröffentlichung dieser Erinnerungsfunktion liegen derzeit noch nicht vor.
Die vorgestellten Maßnahmen und Tests verdeutlichen das Bestreben von Meta, WhatsApp stärker als geschlossenes Ökosystem zu positionieren, das weniger von klassischen Mobilfunkdaten wie der Telefonnummer abhängig ist und gleichzeitig die Interaktion zwischen den verschiedenen Konzerndiensten harmonisiert.
Die Kombination aus neuen Verschlüsselungsoptionen und anonymisierten Identifikationswegen unterstreicht den Fokus auf eine sicherheitsorientierte Weiterentwicklung der Plattform.
