WhatsApp-Spionage in Indien: NIA untersucht rund 400 aktivierte SIM-Karten
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 14:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die indische National Investigation Agency (NIA) hat Ermittlungen zur unerlaubten Aktivierung und Nutzung einheimischer SIM-Karten für den Betrieb von WhatsApp-Konten aus dem Ausland aufgenommen.
Wie unter anderem die indische Tageszeitung Hindustan Times in Berichten vom 9. Oktober 2026 meldete, stehen im Zentrum der behördlichen Untersuchungen zwei getrennte, nicht miteinander verbundene mutmaßliche Spionagefälle im Bundesstaat Westbengalen mit Verbindungen nach Pakistan.
Unerlaubte Weitergabe von Einmalpasswörtern
Nach Angaben der Ermittler richtet sich das Verfahren gegen vier Beschuldigte aus den Distrikten Paschim Medinipur und Murshidabad. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, indische SIM-Karten beschafft und aktiviert zu haben. Anschließend sollen sie die zur Freischaltung der jeweiligen WhatsApp-Konten erforderlichen Einmalpasswörter (One-Time-Passwords, OTP) an ausländische Kontaktpersonen weitergeleitet haben.
Die indische Bundesbehörde NIA untersucht zwei mutmaßliche Spionagefälle, in denen in Westbengalen möglicherweise rund 400 SIM-Karten aktiviert und die zugehörigen Einmalpasswörter ins Ausland weitergeleitet wurden — die Konten sollen von Pakistan aus gesteuert worden sein. Wer Verantwortung für ein Mobilfunknetz trägt, sollte jetzt wissen, wie solche Aktivierungsmuster aussehen und wo OTP-Freischaltungen abgreifbar werden. Kostenlosen Sicherheits-Report anfordern
Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Konten in der Folge mutmaßlich von Pakistan aus gesteuert und genutzt wurden. Berichten vom selben Tag zufolge sollen die Beschuldigten für jede erfolgreich durchgeführte SIM-Karten-Aktivierung eine finanzielle Vergütung erhalten haben.
Mehrere Hundert Mobilfunkanschlüsse betroffen
Das Ausmaß der Aktivitäten wird vor allem in einem der beiden Verfahren als beträchtlich eingestuft. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden wurden allein im Rahmen dieses Vorgangs in den vergangenen Jahren möglicherweise rund 400 SIM-Karten nach diesem Schema aktiviert und für den Zugriff aus dem Ausland nutzbar gemacht.
Nicht jede kompromittierte SIM-Karte fällt bei der Aktivierung auf — im beschriebenen Fall wurden die Einmalpasswörter erst nach der Freischaltung an ausländische Kontaktpersonen weitergegeben, pro Aktivierung soll eine Vergütung geflossen sein. Für Telekom-Verantwortliche heißt das: Der Zugriff aus dem Ausland ist die eigentliche Gefahrenzone, nicht der Vertragsabschluss. Wie Sie verdächtige Anschlüsse erkennen, sperren und dokumentieren, steht im Leitfaden. Notfallplan für verdächtige SIM-Karten jetzt abrufen
Die beiden Fälle waren zuvor von der Spezialeinheit der Polizei von Westbengalen (West Bengal Special Task Force, STF) geführt worden. Aufgrund der grenzüberschreitenden Dimension und der mutmaßlichen Verstrickung in Spionageaktivitäten erfolgte schließlich die offizielle Übergabe der Verfahren an die zentral ermittelnde NIA. Die Bundesbehörde soll nun die Hintergründe der Mobilfunknutzung sowie die Netzwerke hinter den ausländischen Auftraggebern weiter aufklären.

