WhatsApp-Sperre: Login ab 30. November auf alten Systemen blockiert
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 13:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Messenger-Dienst WhatsApp bereitet eine serverseitige Login-Sperre für Nutzerinnen und Nutzer mit veralteten mobilen Betriebssystemen vor. Ab dem 30. November 2026 greifen verschärfte Beschränkungen für ältere Softwarestände.
Während der schrittweise Rollout auf ersten Geräten bereits angelaufen ist, hat der Mutterkonzern Meta bislang weder eine offizielle Erklärung abgegeben noch offengelegt, welche konkreten Betriebssystemversionen den aktuellen Block auslösen.
Vollbild-Sperre greift direkt über die Server
Die neue Sperre wird direkt über die Server von WhatsApp gesteuert. Sobald ein Smartphone mit einem nicht mehr unterstützten Betriebssystem erkannt wird, verweigert die Anwendung den Login vollständig. Ein Überspringen oder Ignorieren des Hinweises ist nicht vorgesehen; die Warnung erscheint als Vollbildmeldung und blockiert den Zugang zum Messenger, bis das Betriebssystem aktualisiert oder das Gerät gewechselt wird.
Da die Blockade serverseitig greift, schaffen weder ein manuelles Update der WhatsApp-App noch eine Neuinstallation Abhilfe. Die Maßnahme betrifft dabei gezielt das jeweilige Endgerät und nicht das Nutzerkonto oder die Telefonnummer. Es handelt sich somit nicht um eine Kontosperrung.
Der Rollout verläuft gestaffelt über ausgewählte Nutzerkonten auf Android und iOS, weshalb zwei Personen mit ähnlich alten Smartphones die Benachrichtigung nicht zwingend zeitgleich erhalten. Für eine breitere Bereitstellung der Login-Sperre ist derzeit kein Zeitplan bekannt.
Strengere Mindestanforderungen ab Ende November
Ab dem 30. November 2026 gelten für die Nutzung von WhatsApp offizielle Mindestanforderungen. Auf Apple-Geräten wird mindestens iOS 15.5 vorausgesetzt. Dieses Betriebssystem erschien im Mai 2022, ist über vier Jahre alt und erhält keine Sicherheitspatches mehr.
Viele iPhone-Nutzer sind unsicher, wie sie ihr Gerät nach großen Systemänderungen optimal einstellen und absichern. Ein Apple-Experte erklärt in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ihre Daten mit wenigen Klicks wirklich schützen. Sicherheits-Ratgeber für iOS-Updates kostenlos herunterladen
Nutzer, die derzeit noch mit iOS 15.0 bis 15.4 arbeiten, müssen ihr System aktualisieren; ältere iPhones sind bereits davor abgeschnitten. Aktuell verlangt die Plattform noch iOS 15.1 oder neuer.
Im Android-Ökosystem liegt die Hürde bei Version 6.0 (Marshmallow), die im Oktober 2015 veröffentlicht wurde und über zehn Jahre alt ist. Der offizielle Support für Android 5.0 (Lollipop) sowie 5.1 endete bereits am 8. September 2026. Nach Angaben von StatCounter machten Android 5.0 und 5.1 im August 2026 weltweit noch 0,58 Prozent der mobilen Seitenaufrufe aus.
Betroffen von den Einschränkungen sind ältere Gerätegenerationen, deren Hersteller keine Updates mehr bereitstellen. Dazu zählen bei Apple die Modelle iPhone 5, 5c, 5s, 6 und 6 Plus. Auf Android-Seite betrifft dies unter anderem das Samsung Galaxy S3, Galaxy S4 Mini, Galaxy Note 2 sowie das HTC One M8, LG G3 und LG Nexus 4.
Sicherheitsrisiken als Begründung für den Ausschluss
WhatsApp begründet das Vorgehen damit, dass ältere Betriebssysteme potenziell anfällig für Schadsoftware seien. Veraltete Plattformen weisen bekannte Sicherheitslücken auf. In solchen Fällen bietet auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Dienstes keinen ausreichenden Schutz, da Schadprogramme Daten bereits vor der Verschlüsselung auf einem kompromittierten Gerät abgreifen können.
Wer sich mit der Sicherheit seines Smartphones befasst, sollte den Schutz vor Hackern und Viren nicht dem Zufall überlassen. Dieser kostenlose Report zeigt in fünf einfachen Schritten, wie Sie Datenverlust und Malware dauerhaft verhindern. 5 Schutzmaßnahmen für Android-Smartphones jetzt gratis sichern
Wie Sicherheitsprüfungen zeigen, wurden etwa in Italien rund 200 Nutzer nach einer Kompromittierung durch eine manipulierte App gewarnt. Zudem testet WhatsApp derzeit Warnungen vor inoffiziellen Web-Clients sowie Mechanismen gegen Betrugsversuche und eingeschränkte Chats.
WhatsApp informiert Betroffene mehrfach per Chatnachricht über bevorstehende Einschränkungen. Nutzerinnen und Nutzer können ihre installierte Version in den Systemeinstellungen prüfen – unter Android im Bereich für Softwareinformationen, unter iOS im Infomenü der allgemeinen Einstellungen.
Wer keine Systemaktualisierungen mehr installieren kann, muss für die weitere Messenger-Nutzung auf ein neueres Endgerät umsteigen und sollte vorab ein Chat-Backup über Google Drive oder lokale Speicher anlegen.
