WhatsApp: Nutzernamen ab sofort statt Telefonnummern
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 15:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Rollout begann am 20. Juli 2026 und folgt auf intensive Gespräche zwischen Meta und der indischen Regierung über Identitätsdiebstahl und digitale Betrugsrisiken.
Mehr Privatsphäre durch versteckte Telefonnummern
Die neue Funktion erlaubt es Nutzern, zu kommunizieren, ohne ihre Mobilfunknummer preiszugeben – bisher der zentrale Identifikator auf der Plattform. Branchenexperten wie Tsepo Moleko von ENS bewerten diesen Schritt als bedeutenden Fortschritt für den Datenschutz. Zwar bleibt die Angabe einer Telefonnummer bei der Registrierung Pflicht, doch die Umstellung auf Nutzernamen schafft eine Trennschicht zwischen Kontaktdaten und aktiven Chats.
Zur weiteren Absicherung führt WhatsApp einen optionalen „Nutzerschlüssel" oder PIN ein. Dieses Passwort dient als Hürde für Erstkontakte: Ein Absender muss den korrekten Schlüssel angeben, bevor eine Unterhaltung beginnen kann. Sicherheitsexperten von Acronis und Kaspersky sehen darin einen wirksamen Schutz gegen unerwünschte Nachrichten und Betrugsversuche.
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Regulierungsdruck und Identitätsschutz
Der Rollout erfolgt nach Spannungen mit dem indischen Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY). Anfang Juli forderte die indische Regierung von verschlüsselten Messengern wie WhatsApp, Telegram und Signal offizielle Stellungnahmen zu ihren Nutzernamen-Implementierungen. Die Behörden befürchteten, dass fehlende sichtbare Telefonnummern Identitätsdiebstahl erleichtern und die Verfolgung von Betrügern erschweren könnten.
Meta reagierte mit mehreren Sicherheitsvorkehrungen: Es gibt kein durchsuchbares öffentliches Verzeichnis von Nutzernamen. Zudem reserviert WhatsApp bestimmte Namen für verifizierte Konten, Regierungsstellen und öffentliche Persönlichkeiten. Am 21. Juli 2026 wurde bestätigt, dass der Dienst bereits Nutzernamen für prominente Personen wie den singapurischen Premierminister Lawrence Wong und weitere Kabinettsmitglieder blockiert hat – um zu verhindern, dass Kriminelle deren Identität annehmen.
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Multi-Account-Unterstützung und Design-Updates
Parallel zur Nutzernamen-Einführung erweitert WhatsApp die Funktionen für Geschäftskunden. Eine neue Multi-Account-Funktion für WhatsApp Business ermöglicht es, zwei separate Profile auf einem Gerät zu verwalten. Dies richtet sich an Kleinunternehmer, die private und berufliche Kommunikation besser trennen möchten.
Weitere Neuerungen befinden sich in der Testphase: Ein neues „Liquid Glass"-Design für die Mac-Anwendung sowie ein Test von 2 GB kostenlosem Cloud-Speicher für iOS-Nutzer. Während die Nutzernamen-Funktion nun bei ausgewählten Beta- und stabilen Versionen in verschiedenen Regionen – darunter Nigeria – erscheint, erfolgt der vollständige globale Rollout schrittweise im Laufe des Jahres 2026.
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