WhatsApp: Neue Sicherheitsoffensive mit Passkey und Biometrie
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 02:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
WhatsApp testet in einer aktuellen Android-Beta-Version (2.26.35.1) eine neue Sicherheitswarnung, die Nutzer vor der Verwendung inoffizieller Web-Clients schützen soll. Die Funktion wurde am 31. August 2026 entdeckt und reiht sich in ein umfassenderes Paket an Sicherheitsmaßnahmen ein, das der Messenger derzeit ausrollt.
Warnung vor Drittanbieter-Clients
Die neue Warnung erscheint im Bereich „Verknüpfte Geräte" der App und fordert Nutzer dazu auf, auf das offizielle WhatsApp Web unter web.whatsapp.com zu wechseln, sofern sie einen inoffiziellen Web-Client verwenden.
Hintergrund ist die Sorge, dass solche Drittanbieter-Lösungen sensible Daten wie Nachrichten, Kontakte und Medien gefährden können. WhatsApp kann bei diesen Anwendungen nicht verifizieren, wie die Datenverarbeitung tatsächlich abläuft. Das offizielle WhatsApp Web bietet dagegen durchgängige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
Passkeys erreichen Milliarden-Marke
Parallel zur neuen Warnfunktion baut WhatsApp seinen Passkey-Support weiter aus: Nutzerkonten können künftig mehrere Passkeys hinterlegen. Nach Unternehmensangaben haben bereits über eine Milliarde Nutzer einen Passkey eingerichtet – ein Hinweis darauf, wie stark passwortlose Anmeldeverfahren mittlerweile in der Nutzerbasis verankert sind.
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Neue Zwei-Schritt-Verifizierung mit Passwort statt PIN
Ein weiterer Baustein der Sicherheitsoffensive betrifft die Zwei-Schritt-Verifizierung. Statt der bisherigen sechsstelligen PIN können Nutzer künftig ein alphanumerisches Passwort verwenden, das mindestens acht Zeichen, einen Buchstaben und eine Zahl enthalten muss.
Die Option zur Umstellung von PIN auf Passwort wird schrittweise ausgerollt, zusätzlich lässt sich eine Recovery-E-Mail hinterlegen. Bereits am 25. August 2026 war diese Verstärkung der Zwei-Faktor-Authentifizierung bekannt geworden.
Biometrie für Geräteverknüpfung
Auch beim Verknüpfen von Geräten für Web und Desktop verschärft WhatsApp die Sicherheitsanforderungen: Nutzer müssen künftig Gesichtserkennung oder Fingerabdruck einsetzen, um ein neues Gerät zu koppeln. Das Unternehmen betont, dass die biometrischen Daten dabei nicht von WhatsApp eingesehen werden können, sondern lokal auf dem Gerät verbleiben.
Weitere Schutzmaßnahmen gegen Betrug
Bei Android-Geräten erhalten Nutzer künftig zusätzliche Informationen bei Anrufen von unbekannten Nummern, etwa das Herkunftsland des Anrufers und gemeinsame Gruppen. Zudem testet WhatsApp eine optionale Scam-Alert-Funktion, die auf geräteseitigem maschinellem Lernen basiert und potenzielle Betrugsversuche erkennen soll.
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Hintergrund: Warnungen vor Gerätekopplung
Die aktuellen Maßnahmen stehen im Kontext früherer Warnungen. Bereits im März 2026 hatte Meta Warnungen bei verdächtigen Gerätekopplungen angekündigt.
Zuvor, Anfang 2026, hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor dem sogenannten „Ghost Pairing" gewarnt – einer Angriffsmethode, bei der Kriminelle nach dem Diebstahl eines Pairing-Codes unbemerkt Geräte zu einem WhatsApp-Konto hinzufügen.
Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp schützt laut BSI grundsätzlich auch auf diese Weise verknüpfte Geräte, dennoch bleibt der unautorisierte Zugriff ein Risiko für die Vertraulichkeit der Kommunikation.
Mit der Kombination aus Passkey-Ausbau, verschärfter Zwei-Faktor-Authentifizierung, biometrischer Geräteverknüpfung und der neuen Warnung vor inoffiziellen Web-Clients reagiert WhatsApp auf ein wachsendes Bedrohungsszenario rund um Kontoübernahmen und Datenmissbrauch durch nicht autorisierte Drittanbieter-Software.
