WhatsApp: Meta stoppt neue NSO-Angriffe mit Gerichtantrag
10.06.2026 - 10:47:21 | boerse-global.de
Anfang Juni 2026 reichte das Unternehmen einen Antrag auf Ordnungsgeld wegen Missachtung gerichtlicher Anordnungen ein.
Gezielte Attacken auf weniger als zehn Personen
Die Angreifer setzten auf Spear-Phishing – sie lockten Zielpersonen in Jordanien und im Libanon über manipulierte Links auf externe Webseiten. Meta identifizierte mehrere spezifische Domains, die für die Operation dienten.
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Die Infiltrationsversuche blieben erfolglos. Kein Gerät wurde infiziert. WhatsApp löschte zudem verdächtige Testkonten und Gruppen, die mit der Kampagne zusammenhingen.
WhatsApp-Chef Will Cathcart betonte: Die NSO Group verstoße weiterhin gegen US-Recht. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachrichten sei nicht beeinträchtigt worden.
Verstoß gegen gerichtliche Auflagen
Der juristische Konflikt hat eine Vorgeschichte. Bereits 2025 erließ ein Gericht eine einstweilige Verfügung – sie untersagte der NSO Group weitere Angriffe auf Meta-Infrastruktur und -Nutzer. Die nun dokumentierten Phishing-Versuche verletzen diese Auflagen, so Meta.
Die Auseinandersetzung zwischen beiden Unternehmen zieht sich seit Jahren hin. In früheren Verfahren wurde NSO zu Schadensersatz von rund 168 Millionen US-Dollar verurteilt – in späteren Instanzen teils deutlich reduziert.
Seit Oktober 2025 gehört der Spyware-Hersteller mehrheitlich US-Investoren, untersteht aber weiter israelischer Aufsicht. Eine Stellungnahme zu den aktuellen Vorwürfen liegt nicht vor.
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Neue Sicherheitsfunktionen bei WhatsApp
Unabhängig vom Rechtsstreit arbeitet WhatsApp an technischen Schutzmechanismen. Eine aktuelle Beta-Version für Android enthält eine neue Warnfunktion gegen Betrug. Sie analysiert Gefahren lokal auf dem Endgerät – ohne die Verschlüsselung zu umgehen.
Gleichzeitig warnt das Unternehmen vor Kettenbriefen. Diese behaupten fälschlich, KI-Funktionen ermöglichten den Zugriff auf private Chats. Meta stellt klar: KI-Inhalte verarbeiten nur Daten, die Nutzer explizit teilen. Seit April 2025 gibt es zudem erweiterte Datenschutzeinstellungen, die unter anderem automatisierte Chat-Exporte blockieren.
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