WhatsApp: Meta bringt KI-Bildbearbeitung und Incognito-Chat
02.07.2026 - 18:19:18 | boerse-global.de
Meta stattet seinen Messaging-Dienst WhatsApp mit einer Reihe neuer KI-Funktionen aus – von kreativen Bildbearbeitungswerkzeugen bis zu einem datenschutzfreundlichen Inkognito-Modus. Während der Konzern die Features weltweit ausrollt, steht er gleichzeitig in regulatorischen Gesprächen mit der indischen Regierung über geplante Sicherheitsänderungen.
KI-gestützte Bildbearbeitung und Interaktion
Anfang der Woche führte WhatsApp eine neue Funktion namens „Restyle with AI“ ein. Nutzer können damit Fotos vor dem Versenden mit verschiedenen KI-Effekten versehen, Hintergründe austauschen oder Animationen hinzufügen. Die Funktion wird derzeit in die neuesten Versionen der App integriert.
Neben der Bildbearbeitung kündigte Meta am 1. Juli den „Incognito Chat with Meta AI“ an. Diese Funktion nutzt eine vertrauenswürdige Ausführungsumgebung (Trusted Execution Environment, TEE), um sicherzustellen, dass Chat-Inhalte nicht gespeichert werden und für Meta unzugänglich bleiben. Ebenfalls vorgestellt wurde Side Chat – ein Tool, das während laufender Unterhaltungen KI-Unterstützung bietet und auf derselben datenschutzfreundlichen Technologie basiert. Beide Funktionen sollen in den kommenden Monaten schrittweise ausgerollt werden.
Regionale Expansion mit Hebräisch-Unterstützung
Am heutigen Donnerstag startete Meta AI offiziell in Israel – mit nativer Hebräisch-Unterstützung in WhatsApp. Der Schritt zielt auf einen Markt, in dem WhatsApp eine Durchdringungsrate von 92 Prozent unter Erwachsenen erreicht. Um die Sprachqualität sicherzustellen, trainierte Meta sein Llama-Modell auf einem mehrsprachigen Textkorpus.
Branchenbeobachter erwarten, dass dieser Start das Suchverhalten in der Region beeinflussen könnte – weg von klassischen Suchmaschinen hin zu KI-gestützten Abfragen direkt in der Messaging-App. Ein ähnlicher Effekt zeigte sich bereits 2024 in Brasilien, wo die Integration von Meta AI die Nutzung von KI-Werkzeugen bei kleinen und mittelständischen Unternehmen beschleunigte.
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Token-basierte Abrechnung für Unternehmen
Meta passt zudem sein Geschäftsmodell für Firmenkunden an. Ab dem 1. August 2026 führt das Unternehmen eine token-basierte Abrechnung für den WhatsApp Business AI Agent ein. Der Satz liegt bei umgerechnet etwa 1,85 Euro pro Million Tokens – das entspricht je nach Nachrichtenlänge rund 4 bis 5 Cent pro Nachricht.
Weitere Änderungen folgen im Herbst. Am 1. Oktober 2026 verlangt WhatsApp wieder Gebühren für Servicenachrichten. Interne Schätzungen gehen davon aus, dass eine typische Anfrage mit vier Nachrichten rund 80.000 Tokens verbraucht – für das Unternehmen entstehen dann Kosten zwischen 16 und 20 Cent.
Regulatorische Gespräche über Username-Funktion in Indien
Während Meta neue KI-Tools ausrollt, steht das Unternehmen gleichzeitig im Dialog mit der indischen Regierung über eine geplante Username-Funktion. Das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) bat am Donnerstag um eine Aussetzung der Einführung – mit Verweis auf mögliche Risiken durch Betrug und Identitätsdiebstahl. WhatsApp hat in Indien mehr als 850 Millionen Nutzer.
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Meta stellte daraufhin klar, dass die Username-Funktion noch nicht aktiv ist und für eine breitere Einführung später im Jahr 2026 vorgesehen ist. Das Unternehmen betonte mehrere integrierte Schutzmechanismen:
- Usernamen sind optional und nicht öffentlich durchsuchbar
- Namen prominenter Persönlichkeiten, Prominenter und Regierungsbehörden wurden reserviert, um Identitätstäuschung zu verhindern
- Ein vierstelliger Sicherheitsschlüssel kann von Nutzern für zusätzlichen Schutz aktiviert werden
- Sicherheitshinweise werden angezeigt, bevor Nutzer über einen Usernamen mit einem neuen Kontakt interagieren
Meta-Vertreter erklärten, die Funktion solle die Privatsphäre schützen, indem sie Kommunikation ermöglicht, ohne die eigene Telefonnummer preiszugeben. Trotz der Bitte der Regierung um eine Aussetzung wiesen Bürgerrechtsgruppen darauf hin, dass der offizielle Hinweis keine spezifische rechtliche Grundlage nennt. Meta stimmt sich weiterhin mit den Behörden über die Sicherheitsprotokolle der Einführung ab.
