WhatsApp-Masche: 82 Fälle in Castilla y León mit 10.751 Euro Schaden
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 16:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die spanische Nationalpolizei hat eine landesweite Warnung vor einer neuen Betrugsmasche auf WhatsApp veröffentlicht, bei der Kriminelle Konten übernehmen, ohne dass die Besitzer den Eingriff bemerken. Wie euroweeklynews.com berichtete, bitten die Täter dabei die Kontakte des Opfers um Beträge zwischen 950 und 1.000 Euro und geben vor, das Telefon des Opfers sei defekt.
Betrug bleibt unsichtbar
Besonders perfide an der Masche ist laut den Ermittlern, dass der Eingriff nicht in den verknüpften Geräten der App auftaucht. Wie ground.news berichtete, verknüpfen die Angreifer zusätzliche Geräte mit dem Konto, ohne den eigentlichen Besitzer auszusperren. Betroffene können WhatsApp weiterhin normal nutzen und bemerken den fremden Zugriff dadurch oft gar nicht – ein Umstand, der die Aufdeckung erheblich erschwert.
Die Nationalpolizei rät laut democrata.es dazu, Zahlungsaufforderungen grundsätzlich über einen separaten Kanal zu verifizieren, also etwa durch einen Rückruf, statt allein auf Nachrichten über WhatsApp zu vertrauen. Zusätzlich empfehlen die Behörden, die Software regelmäßig zu aktualisieren und die Zwei-Schritt-Verifizierung zu aktivieren, um Konten zusätzlich abzusichern.
Regionale Fallzahlen
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Nach Angaben der Polizei meldete die Provinz Alicante bislang nur wenige Fälle dieser konkreten Betrugsmasche. Deutlich konkreter fallen die Zahlen aus Castilla y León aus: Dort gingen laut democrata.es innerhalb von 15 Tagen 82 Beschwerden ein, der entstandene Schaden summierte sich auf 10.751 Euro.
Auch hier folgte das Muster demselben Schema – die Betrüger geben sich als der eigentliche Nutzer aus und bitten dessen Kontakte um Überweisungen in Höhe von 950 bis 1.000 Euro.
Einordnung in ein größeres Muster
Die spanische Warnung reiht sich in eine Serie ähnlicher Meldungen aus verschiedenen Ländern ein, die zeigen, dass Betrug über Messaging-Dienste derzeit international zunimmt. So warnte auch Meta selbst vor sogenannten Device-Linking-Scams auf WhatsApp, wie moroccoworldnews.com berichtete.
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In Singapur wurden seit dem 1. April 52 entsprechende Fälle mit Verlusten von 46.000 Singapur-Dollar registriert, während Hongkong für den Zeitraum von Januar bis Juli 2026 sogar 1.993 Kontoübernahmen verzeichnete – ein Anstieg von 169,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, mit Verlusten von 146,3 Millionen Hongkong-Dollar.
WhatsApp selbst gibt an, in der ersten Jahreshälfte 2025 rund 6,8 Millionen Konten wegen Missbrauchs entfernt zu haben. Die spanischen Behörden sehen den aktuellen Fall als Teil dieser breiteren Entwicklung, bei der Betrüger zunehmend auf das Vertrauen innerhalb persönlicher Kontaktnetzwerke setzen, statt Nutzer direkt anzugreifen.
Gerade weil die Nachrichten scheinbar von echten Bekannten oder Familienmitgliedern stammen, sinkt die Hemmschwelle, den geforderten Betrag zu überweisen, deutlich – ein Mechanismus, den die Ermittler als zentralen Erfolgsfaktor der Masche ausmachen.
Die Nationalpolizei betont, dass Wachsamkeit gegenüber ungewöhnlichen Geldanfragen – selbst wenn sie von bekannten Nummern zu stammen scheinen – der wirksamste Schutz bleibt, solange keine technische Lösung existiert, die verknüpfte Geräte für Nutzer sichtbarer macht.
