WhatsApp-Malware: Angreifer nutzen BYOVD-Technik gegen Antivirus
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 15:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Sicherheitsunternehmen Quick Heal über seine Forschungseinheit Seqrite Labs hat vor einer WhatsApp-Malware-Kampagne gewarnt, die kompromittierte Accounts missbraucht, um getarnte Schaddateien an bestehende Kontakte zu versenden.
Wie die Firma laut einem Bericht vom 15. September 2026 mitteilte, verbreitet sich die Malware, indem infizierte Systeme die Dateien über WhatsApp Web automatisch selbst weiterleiten – die Empfänger erhalten die Nachrichten also scheinbar von vertrauten Absendern.
Finanzabteilungen im Fokus
Nach Angaben von Quick Heal richtet sich die Kampagne gezielt an Finanzteams, Führungskräfte, Buchhalter, Wirtschaftsprüfer, Geschäftsführer und Geschäftsnutzer. Die versendeten Dateien tragen entsprechend geschäftlich klingende Tarnnamen wie „Financial Report", „Account Statement", „Outstanding Payment List" und „Debt Confirmation".
Teilweise geben sich die Nachrichten laut Quick Heal auch als offizielle Mitteilungen der Reserve Bank of India (RBI) oder des Ministry of Corporate Affairs (MCA) aus, um zusätzliches Vertrauen zu erzeugen.
Mehrstufige Angriffskette
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Die Angriffskette verläuft laut Quick Heal in mehreren Stufen: Zunächst kommen .vbs-Dateien zum Einsatz, in einer späteren Phase folgen ZIP-Archive mit DLL-Sideloading, anschließend .img- und .vhd-Dateien in Kombination mit der sogenannten BYOVD-Technik (Bring Your Own Vulnerable Driver), mit der Angreifer gezielt Antivirus-Software aushebeln.
Insgesamt erfolgt die Verbreitung über die Dateiformate .vbs, ZIP, .img und .vhd, wie einem Bericht vom 16. September 2026 zufolge zu entnehmen ist. Demnach wurden die Angriffsmethoden seit August 2026 kontinuierlich weiterentwickelt.
Nach Ausführung der Dateien installieren die Angreifer laut diesem Bericht entweder ein RMM-Tool (Remote Monitoring and Management) oder einen Backdoor-Trojaner auf dem betroffenen System. Beide Werkzeuge ermöglichen es den Angreifern, dauerhaften Zugriff auf infizierte Rechner zu erhalten und weitere Aktionen aus der Ferne auszuführen.
Ausnutzung legitimer Sicherheitsmechanismen
Besonders brisant ist der Einsatz der BYOVD-Technik, mit der die Malware gezielt gegen Antivirus-Software vorgeht, sowie die Nutzung von DLL-Sideloading, um Schadcode über eigentlich vertrauenswürdige Prozesse einzuschleusen. Diese Methoden erschweren die Erkennung durch klassische Sicherheitslösungen erheblich, da sie legitime Systemfunktionen für bösartige Zwecke missbrauchen.
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Empfohlene Schutzmaßnahmen
Quick Heal rät Nutzern, verdächtige Absender über einen anderen Kommunikationskanal zu verifizieren, bevor Anhänge geöffnet werden. Zudem sollten Nutzer regelmäßig die unter „Linked Devices" verknüpften Geräte in ihrem WhatsApp-Konto überprüfen, um unautorisierte Zugriffe frühzeitig zu erkennen.
Reaktion von Meta
Auch Meta als Betreiber von WhatsApp verstärkt laut einem Bericht vom 16. September 2026 die Kontosicherheit der Plattform. Der Bericht verweist darauf, dass WhatsApp täglich Milliarden Nutzer verbindet – ein Umstand, den Cyberkriminelle gezielt ausnutzen, um Schadsoftware über kompromittierte Konten in vermeintlich vertrauenswürdigen Kontaktnetzwerken zu verbreiten.
Für Unternehmen, insbesondere in Finanz- und Buchhaltungsabteilungen, unterstreicht die Kampagne die Notwendigkeit, Mitarbeiter für die Risiken geschäftlich getarnter Dateianhänge zu sensibilisieren und technische Schutzmaßnahmen wie die Kontrolle verknüpfter Geräte fest in interne Sicherheitsroutinen einzubinden.
