WhatsApp-Lücke, Sperrbildschirm

WhatsApp-Lücke: Sperrbildschirm lässt sich per Videoanruf umgehen

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 20:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine WhatsApp-Schwachstelle ermöglicht auf bestimmten Android-Geräten den Galeriezugriff ohne Entsperrung; Meta stellt bislang keinen Fix bereit.

WhatsApp-Lücke auf Android öffnet Fotogalerie trotz Sperrbildschirm
Ein minimalistisch eingerichtetes Wohnzimmer bei Dämmerung mit einem abstrakten Metallobjekt auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Der Sicherheitsforscher Jose Rodriguez hat am 1. September 2026 eine kritische Schwachstelle in der Android-Version des Messenger-Dienstes WhatsApp identifiziert. Die Sicherheitslücke ermöglicht es Dritten, die Bildschirmsperre eines Smartphones zu umgehen und direkten Zugriff auf die private Fotogalerie des Nutzers zu erhalten.

Wie aus Berichten vom 3. September 2026 hervorgeht, ist für den Exploit kein technisches Vorwissen, sondern lediglich der physische Zugang zum Gerät während eines Anrufs erforderlich.

Mechanismus der Sperrbildschirm-Umgehung

Die Schwachstelle basiert auf der Interaktion zwischen eingehenden Videoanrufen und integrierten KI-Funktionen der App. Demnach muss ein Videoanruf auf dem gesperrten Gerät entgegengenommen werden.

Über das anschließend verfügbare Menü für Videoanruf-Effekte könne die Meta-AI-Fotobearbeitung gestartet werden. Diese Funktion öffnet in der Folge den Zugriff auf die gesamte Fotogalerie des Geräts, ohne dass eine PIN, ein Muster oder biometrische Daten zur Entsperrung des Smartphones angefordert werden.

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Die Entdeckung, die auch unter dem Pseudonym @VBarraquito veröffentlicht wurde, konnte laut Branchenberichten bereits durch unabhängige Tests bestätigt werden. Der Zugriffspfad über die KI-gestützte Bildbearbeitung hebelt dabei die standardmäßigen Sicherheitsvorkehrungen des Betriebssystems aus, die den Zugriff auf persönliche Daten im gesperrten Zustand unterbinden sollen.

Betroffene Geräte und Betriebssysteme

Untersuchungen der Schwachstelle zeigen eine unterschiedliche Anfälligkeit je nach Hersteller und Betriebssystem-Version. Als explizit betroffen gelten das Google Pixel 6 sowie das Pixel 6 Pro unter dem Betriebssystem Android 17. Ebenfalls erfolgreich getestet wurde der unbefugte Zugriff auf einem Oppo K13, auf dem die Benutzeroberfläche ColorOS 16 installiert war.

Im Gegensatz dazu scheinen andere Hersteller wirksame Schutzmechanismen gegen diesen speziellen Exploit implementiert zu haben. Das Samsung Galaxy S25 Ultra mit der Software-Version One UI 8.5 blockiert den Berichten zufolge den unbefugten Zugriff. In diesem Fall verlangt das System zwingend die Eingabe einer PIN, bevor die Galerie oder Bearbeitungsfunktionen geöffnet werden können.

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Apple-Geräte sind von der Problematik nicht betroffen. Sicherheitsanalysen vom 2. September 2026 führen dies auf die Verwendung von CallKit innerhalb von iOS zurück, welches die Interaktionsmöglichkeiten während eines Anrufs auf dem Sperrbildschirm strikter reguliert.

Empfehlungen für Nutzer mangels offiziellem Patch

Bisher hat der Mutterkonzern Meta keinen offiziellen Software-Fix zur Schließung der Sicherheitslücke bereitgestellt. Laut Berichten vom 2. September 2026 gibt es keinen universellen Patch, der das Problem unmittelbar auf allen betroffenen Android-Systemen behebt.

Sicherheitsexperten raten betroffenen Nutzern daher zu manuellen Vorsichtsmaßnahmen, um die Privatsphäre zu schützen. Eine wirksame Umgehung der Schwachstelle bestehe darin, die Berechtigungen für WhatsApp in den Systemeinstellungen des Smartphones anzupassen.

Konkret wird empfohlen, den Fotozugriff der App auf „eingeschränkt“ zu setzen oder die Berechtigung für den Kamerazugriff vollständig zu entziehen, bis ein entsprechendes Sicherheitsupdate zur Verfügung steht. Durch diese Einschränkungen wird der Pfad, den die Meta-AI-Fotobearbeitung für den Galeriezugriff nutzt, unterbrochen.

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de | wissenschaft | 70051021 |