WhatsApp-Lücke, Angreifer

WhatsApp-Lücke: Angreifer umgehen Displaysperre bei Videoanrufen

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 09:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine WhatsApp-Schwachstelle ermöglicht unter Android den Zugriff auf private Fotos trotz Sperrbildschirm; Meta verteilt bereits einen Sicherheits-Fix.

WhatsApp-Lücke auf Android öffnet gesperrte Fotogalerien
Eine schwach beleuchtete, moderne Wohnungsflur bei Nacht mit einer geschlossenen Tür. Illustration mit AI erstellt.

Eine neu entdeckte Sicherheitslücke in der Android-Version des Messengerdienstes WhatsApp erlaubt es Unbefugten, auf private Bilddateien zuzugreifen, obwohl das Mobiltelefon gesperrt ist. Wie am 3. September 2026 bekannt wurde, tritt dieser Fehler bei eingehenden Videoanrufen auf und ermöglicht eine Umgehung der Displaysperre unter bestimmten technischen Voraussetzungen.

Entdeckung und betroffene Gerätemodelle

Die Schwachstelle wurde am 1. September 2026 von dem Sicherheitsforscher Jose Rodriguez, bekannt unter dem Pseudonym @VBarraquito, identifiziert. Den entsprechenden Berichten vom 2. September 2026 zufolge sind für den Missbrauch der Lücke keine komplexen Hacking-Tools erforderlich, sondern der gezielte Umgang mit den Funktionen des Sperrbildschirms während eines Anrufs.

Untersuchungen der Sicherheitsanfälligkeit zeigen eine unterschiedliche Betroffenheit innerhalb des Android-Ökosystems. Zu den Geräten, auf denen der Zugriff auf private Fotos erfolgreich demonstriert werden konnte, gehören das Google Pixel 6 Pro unter dem Betriebssystem Android 17 sowie das Oppo K13 mit der Benutzeroberfläche ColorOS 16. Auch weitere Modelle der Marken Google Pixel, OPPO und vivo sollen nach aktuellen Erkenntnissen anfällig für diesen Exploit sein.

Im Gegensatz dazu scheinen andere Hersteller wirksame Schutzmechanismen implementiert zu haben. So wurde berichtet, dass das Samsung Galaxy S25 Ultra den unbefugten Zugriff blockiert und somit immun gegen diese spezielle Angriffsmethode ist. Apple-Geräte mit dem Betriebssystem iOS sind nach derzeitigem Kenntnisstand ebenfalls nicht von dieser Sicherheitslücke betroffen.

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Mechanismus und Rolle von Meta AI

Ein entscheidender Faktor bei der Ausnutzung der Schwachstelle ist der physische Zugriff auf das Endgerät. Ein Angreifer muss das Smartphone unmittelbar in den Händen halten, während ein Videoanruf eingeht. Den vorliegenden Informationen zufolge werden dabei spezifische Meta AI Videoanruf-Tools für den Angriff instrumentalisiert, um die Sicherheitsbarrieren des Sperrbildschirms zu überwinden und die Bildergalerie des Nutzers zu öffnen.

Die Kombination aus einer aktiven Video-Verbindung und den integrierten KI-gestützten Funktionen des Messengers scheint eine Fehlfunktion in der Berechtigungsverwaltung zu verursachen. Dies führt dazu, dass die App den Zugriff auf lokale Dateien freigibt, noch bevor das Gerät durch den rechtmäßigen Besitzer entsperrt wurde.

Reaktionen und Maßnahmen für Nutzer

Sowohl der Mutterkonzern Meta als auch Google wurden bereits am 2. September 2026 über die Problematik informiert. Während Meta bereits mit der Verteilung eines Sicherheits-Fixes begonnen habe, berichten andere Quellen, dass ein umfassendes Software-Update noch in Arbeit sei. Ein konkretes Datum für den Abschluss der weltweiten Verteilung aller notwendigen Patches steht bislang noch aus.

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Für Anwender, die ihr Gerät vor einem möglichen Zugriff schützen möchten, empfehlen Experten eine sofortige Überprüfung der App-Berechtigungen. Als temporärer Workaround gilt die Einschränkung des Foto-Zugriffs für WhatsApp in den Systemeinstellungen. Nutzer sollten diesen auf die Option „Eingeschränkt“ setzen oder den Zugriff auf Kamera und Speicher temporär gänzlich entziehen.

Zusätzlich wird dazu geraten, das Smartphone nicht unbeaufsichtigt zu lassen und alle verfügbaren Anwendungs- und System-Updates zeitnah zu installieren. Solange kein abschließender Patch für alle betroffenen Android-Versionen vorliegt, stellt die manuelle Begrenzung der Berechtigungen den effektivsten Schutz für die Privatsphäre der Bilddaten dar.

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