WhatsApp-Lücke: Android-App erlaubt Zugriff auf Fotos gesperrter Handys
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 18:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher haben eine schwerwiegende Schwachstelle in der Android-App des Messenger-Dienstes WhatsApp identifiziert. Wie Jose Rodriguez entdeckte, erlaubt ein Fehler in der Handhabung von Videoanrufen den Zugriff auf die private Fotogalerie eines Smartphones, selbst wenn das Gerät durch eine PIN oder biometrische Verfahren gesperrt ist. Die Ausnutzung dieser Lücke setzt jedoch voraus, dass ein Angreifer physischen Zugriff auf das betroffene Endgerät erhält.
Funktionsweise und betroffene Geräte
Der Sicherheitsmangel tritt im Zusammenhang mit der Videotelefonie-Funktion auf. Den Erkenntnissen zufolge ermöglicht es der Fehler, während eines aktiven Videoanrufs die Systemsperre zu umgehen und ohne Authentifizierung auf gespeicherte Bilddateien zuzugreifen. Damit werden grundlegende Sicherheitsmechanismen wie der Sperrbildschirm ausgehebelt.
In umfangreichen Tests konnte die Schwachstelle auf verschiedenen Hardware-Plattformen und Betriebssystem-Versionen nachgewiesen werden. Erfolgreiche Angriffe wurden unter anderem auf einem Pixel 6 Pro durchgeführt, auf dem das Betriebssystem Android 17 installiert war. Ebenfalls betroffen zeigte sich das Modell Oppo K13 unter der herstellereigenen Software-Oberfläche ColorOS 16.
Allerdings scheint die Architektur der Software-Modifikationen einzelner Hersteller einen Einfluss auf die Ausnutzbarkeit zu haben. So wurde berichtet, dass ein Samsung Galaxy S25 Ultra mit der Benutzeroberfläche One UI 8.5 den Manipulationsversuch blockieren konnte.
Wer sich mit der Sicherheit mobiler Anwendungen befasst, sollte sein Android-Gerät grundlegend gegen unbefugte Zugriffe absichern. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Maßnahmen, mit denen Sie WhatsApp, PayPal und Co. sofort besser schützen. 5 Schutzmaßnahmen für Ihr Android-Smartphone jetzt entdecken
Apple-Nutzer sind von diesem spezifischen Problem gänzlich ausgenommen. Da iPhones die System-Schnittstelle CallKit zur Steuerung von Anruffunktionen verwenden, ist die beschriebene Sicherheitslücke auf iOS-Geräten nicht replizierbar.
Reaktion der Entwickler und Vorsichtsmaßnahmen
Sowohl der WhatsApp-Mutterkonzern Meta als auch Google wurden bereits detailliert über die Sicherheitslücke informiert. Branchenkenner erwarten, dass zeitnah ein Patch zur Verfügung gestellt wird, um die Schwachstelle in der Android-Applikation zu schließen. Bislang liegt jedoch noch keine offizielle Bestätigung über den Rollout eines entsprechenden Sicherheitsupdates vor.
Da die Lücke unmittelbare Auswirkungen auf die Privatsphäre der Nutzer hat, empfehlen Experten einen temporären Workaround, um das Risiko eines unbefugten Datenabgriffs zu minimieren.
Anwender können in den Systemeinstellungen ihres Android-Smartphones die Berechtigungen für WhatsApp manuell anpassen. Wenn der Zugriff auf Fotos und Medien auf die Option der Verweigerung gesetzt wird, unterbindet dies den Pfad, den die Sicherheitslücke für den Bilderzugriff nutzt.
Da ein veraltetes System oft eine offene Haustür für Cyberkriminelle darstellt, ist die korrekte Handhabung von System-Aktualisierungen entscheidend. Ein kostenloser Report erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Sicherheitslücken durch die richtigen Updates dauerhaft schließen. Kostenlosen Android-Update-Ratgeber herunterladen
Diese Einschränkung führt zwar dazu, dass Nutzer vorerst keine Medien direkt über den Messenger versenden können, bietet jedoch einen wirksamen Schutz gegen das Auslesen privater Inhalte durch Dritte bei physischem Zugriff auf das gesperrte Gerät.
Sobald ein Software-Update von Meta veröffentlicht wird, kann die Berechtigung wieder regulär erteilt werden. Professionellen Anwendern und Unternehmen wird geraten, die Geräteflotten auf entsprechende Versionsstände zu prüfen und die Nutzer über die empfohlene Sicherheitskonfiguration zu informieren.
