WhatsApp-Konten: MCMC leitet Beschwerden über Hacks und Sperren an Meta weiter
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 10:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die malaysische Kommunikations- und Multimedia-Kommission (MCMC) hat eine Vielzahl von Nutzerbeschwerden über kompromittierte, gesperrte oder anderweitig unzugängliche WhatsApp-Konten zur weiteren Prüfung an den Mutterkonzern Meta übermittelt. Wie aus offiziellen Berichten hervorgeht, fordert die Behörde von dem US-Unternehmen, das WhatsApp im Jahr 2014 übernahm, eine detaillierte Klärung sowie angemessene Maßnahmen zur Lösung der Probleme.
Unterscheidung zwischen Kontenübernahme und Sperrung
Im Zuge der Weiterleitung dieser Fälle präzisierte die MCMC die Art der vorliegenden Vorfälle. Demnach müsse strikt zwischen einer feindlichen Kontenübernahme durch Dritte und einer offiziellen Sperrung durch den Plattformbetreiber unterschieden werden.
Eine unbefugte Übernahme durch Hacker führe häufig dazu, dass die betroffenen Konten für den Versand von Spam, Betrugsversuche oder sonstige Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen von WhatsApp missbraucht werden. In der Folge leitet der Dienst oft eine automatische Kontosperrung ein, um weiteren Missbrauch zu verhindern.
Die Behörde betonte in diesem Zusammenhang, dass betroffene Nutzer die offiziellen Kontaktkanäle von WhatsApp nutzen sollten, um die Wiederherstellung ihrer Konten zu beantragen. Gleichzeitig wird davor gewarnt, kostenpflichtige Dienste von Drittanbietern in Anspruch zu nehmen, die eine Kontenwiederherstellung versprechen.
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Zur Erhöhung der persönlichen Sicherheit empfiehlt die MCMC die Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung sowie einen vorsichtigen Umgang mit verdächtigen Links oder unbekannten Anwendungen. Verifizierungscodes oder PINs sollten unter keinen Umständen mit anderen Personen geteilt werden.
Politische Einordnung und Nutzersicherheit
Der malaysische Kommunikationsminister Fahmi Fadzil äußerte sich in Berichten vom 24. September 2026 zur Rolle der Behörde. Er erklärte, dass die Regierung die MCMC nicht als politisches Instrument zur Einschränkung der Meinungsfreiheit einsetze, sondern als Werkzeug zur Gewährleistung der Nutzersicherheit im digitalen Raum.
Die Entscheidung darüber, ob Inhalte auf Plattformen wie Facebook entfernt werden, liege weiterhin bei den Plattformbetreibern selbst und nicht bei Regierungsvertretern.
Fadzil zufolge agiere die MCMC auf Basis der bestehenden Community-Richtlinien sowie des „Akta Komunikasi dan Multimedia 1998“ (Act 588). In der Vergangenheit habe die Behörde knapp 500.000 Anträge zur Inhaltsentfernung gestellt, wovon etwa 90 Prozent durch die Anbieter umgesetzt worden seien.
Eine enge Kooperation bestehe insbesondere bei Inhalten, welche die Bereiche Rasse, Religion oder das Königshaus betreffen, während satirische Beiträge in der Regel als rechtlich unbedenklich eingestuft würden.
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Statistische Entwicklung der Inhaltsmoderation
Ergänzend zu den aktuellen Vorfällen verdeutlichen statistische Daten der stellvertretenden Kommunikationsministerin Teo Nie Ching das Ausmaß der behördlichen Aktivitäten.
Auf einer Fachkonferenz in Kuala Lumpur wurde dargelegt, dass die MCMC im Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 15. Juli 2026 insgesamt 1,2 Millionen Anträge auf Entfernung schädlicher Inhalte an soziale Medien gestellt hat. Davon wurden 1,138 Millionen Inhalte durch die Plattformen gelöscht.
Allein im Zeitraum zwischen dem 1. Januar und dem 15. Juli 2026 gingen 377.502 Anträge ein, was fast 78 Prozent des gesamten Volumens des Vorjahres entspricht. Die Plattformen entfernten in diesem Zeitfenster 350.332 Inhalte. Dies entspricht einem Durchschnitt von rund 1.900 Anträgen pro Tag.
Teo Nie Ching betonte die Notwendigkeit von Rechenschaftspflicht und Bürgerorientierung als Fundament für ein sicheres digitales Ökosystem. Nutzer, deren Probleme über die Standardkanäle der Anbieter nicht gelöst werden können, haben zudem die Möglichkeit, eine formelle Beschwerde direkt bei der MCMC einzureichen.
