WhatsApp: KI-Assistent mit Datenlösch-Befehl startet in Europa
22.06.2026 - 15:27:05 | boerse-global.de
In Spanien etwa stehen seit Anfang Juni automatische Chat-Zusammenfassungen und ein integrierter KI-Assistent bereit. Damit einher gehen neue Mechanismen zur Datenkontrolle.
Daten löschen per Befehl
Chat-Zusammenfassungen erstellt WhatsApp nur auf explizite Anfrage. Die Verarbeitung erfolgt in einem geschützten Modus – Inhalte werden laut Meta nicht dauerhaft gespeichert. Anders sieht es bei der direkten Kommunikation mit dem KI-Assistenten aus: Diese Chatverläufe landen auf Metas Servern.
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Wer seine Spuren verwischen will, nutzt den Befehl /reset-ai im Chatfenster des Assistenten. Damit löscht man die bisherigen Interaktionen. Für die zweite Jahreshälfte hat Meta weitere Entwicklungen angekündigt – darunter eine dauerhafte Speicherung von KI-Inhalten und Sprachanrufe mit künstlicher Intelligenz.
Privatsphäre wird einfacher
Parallel zur KI-Offensive überarbeitet WhatsApp die Benutzeroberfläche. In aktuellen Beta-Versionen für Android können Nutzer ihre Privatsphäre-Optionen direkt aufrufen – ohne Umweg über die allgemeinen App-Einstellungen.
Weitere Neuerungen sind in der Testphase: Ein grüner Punkt in der Kontaktliste soll künftig den Online-Status anzeigen und den bisherigen Textstatus ersetzen. Entwickler haben zudem eine Methode entdeckt, um den Blockier-Status zu prüfen. Über die Sicherheitscode-Verifizierung in der Kontaktinfo lässt sich indirekt feststellen, ob ein Nutzer blockiert wurde – der Abgleich schlägt dann fehl.
Regulierungsdruck wächst
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Die EU-Kommission hat Meta angewiesen, Drittanbietern von KI-Assistenten einen kostenlosen Zugang zur WhatsApp-Business-API zu gewähren. Meta hat Berufung eingelegt – bei Verstößen drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes.
Auch Sicherheitsexperten schlagen Alarm. Meredith Whittaker, Präsidentin des Konkurrenten Signal, warnt: „Agentische KI-Systeme sind strukturell schwer mit echter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vereinbar.“ Die Systeme benötigten potenziell Zugriff auf Inhalte vor der Verschlüsselung.
Bis zum 23. Juni läuft im Rahmen des EU AI Acts eine Konsultationsphase zur Einstufung von Hochrisiko-KI-Systemen. Sie soll den rechtlichen Rahmen für den Einsatz solcher Technologien in Europa weiter festigen.
