WhatsApp-KI ab 15. Juni: Meta startet Bezahl-Abo für Agenten
04.06.2026 - 05:05:38 | boerse-global.deDer Facebook-Konzern bringt einen intelligenten Chatbot für Unternehmen auf den Markt – und tritt damit gegen Google und OpenAI an.
Meta hat am Montag auf einer Branchenveranstaltung in London seinen neuen „Meta Business Agent“ vorgestellt. Die Künstliche Intelligenz soll Kundenanfragen auf WhatsApp, Messenger und Instagram eigenständig bearbeiten – vom Terminbuch über die Verkaufsabwicklung bis zur personalisierten Produktberatung. Für den Konzern ist es der bislang deutlichste Vorstoß in den Markt für Unternehmenssoftware.
Vom Chatbot zum digitalen Verkäufer
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Anders als bisherige Automatisierungslösungen kann die neue KI komplexe Aufgaben übernehmen. Sie qualifiziert Interessenten, schließt Verkäufe direkt im Chat ab und steht rund um die Uhr für Fragen zur Verfügung. Schon in Testphasen in Indien, Mexiko und Brasilien haben über eine Million Unternehmen frühere Chatbot-Versionen genutzt.
Zur Unterstützung der Kunden hat Meta ein eigenes „Enterprise Solutions“-Team aufgestellt – inklusive Vor-Ort-Ingenieure für Großkunden. Die Integration mit Diensten wie Shopify, Zendesk und Shopee ist bereits möglich.
Neue Einnahmequellen jenseits der Werbung
Der Vorstoß ist Teil einer strategischen Neuausrichtung. Rund 98 Prozent von Metas Umsatz stammen bislang aus Werbung. Mit dem KI-Assistenten will sich der Konzern als ernstzunehmender Konkurrent zu OpenAI, Google, Microsoft und Amazon positionieren.
„Das ist unser definitiver Einstieg in den Unternehmenssektor“, sagte Produktchefin Naomi Gleit. Konzernlenker Mark Zuckerberg sieht in den KI-Agenten langfristig Helfer, die „verschiedene Aspekte eines Unternehmens führen“ könnten. Geplant sind unter anderem Funktionen für Marktforschung, Wettbewerbsanalyse und automatische Kalenderverwaltung. Eine neue Suchfunktion auf WhatsApp soll Kunden künftig KI-gestützte Unternehmen leichter finden lassen.
Kostenloser Start, dann Abo-Modell
Der Meta Business Agent ist zunächst kostenlos. Ab dem 15. Juni 2026 sollen jedoch Gebühren anfallen – über die Abo-Stufen „Meta One“ oder „WhatsApp Business Premium“. Für Großkunden sind verbrauchsabhängige Modelle geplant, bei denen die Kosten nach Gesprächsvolumen berechnet werden.
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Die Börse reagierte positiv: Metas Aktie legte nach der Ankündigung um über drei Prozent zu. Der Konzern sieht besonders im Zahlungsgeschäft über WhatsApp enormes Potenzial – der Dienst erwirtschaftet bereits umgerechnet rund 1,85 Milliarden Euro Jahresumsatz.
Sicherheitsfragen bleiben offen
Doch der Vorstoß kommt nicht ohne Risiken. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Hacker einen KI-Chatbot von Meta manipuliert hatten, um Zugangsdaten für Instagram zu erbeuten. Der Vorfall zeigt: Die Sicherheit autonomer Geschäftsagenten bleibt eine der größten Herausforderungen – gerade wenn sensible Kundendaten und Verkaufsprozesse involviert sind.
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