WhatsApp: Kennzeichnung für KI-Bilder ab sofort Pflicht
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 12:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
WhatsApp reagiert auf neue Transparenzpflichten und kennzeichnet künftig KI-generierte Inhalte. Administratoren können Bilder und Videos entsprechend markieren.
Der Messaging-Dienst testet ein neues Werkzeug, mit dem Kanal-Administratoren Bilder und Videos als KI-erzeugt kennzeichnen können. Der Schritt folgt auf die Einführung mehrerer Regulierungen für synthetische Inhalte Anfang August.
Kennzeichnungspflicht für Kanalbetreiber
Die Funktion, die in den aktuellen Android-Betaversionen entdeckt wurde, bietet Kanal-Administratoren über das Medien-Kontextmenü die Option „KI-Inhaltskennzeichnung hinzufügen". Einmal gesetzt, ist das Label für alle Abonnenten des Kanals sichtbar und kann nicht mehr entfernt werden.
Das System konzentriert sich derzeit auf visuelle Medien wie Bilder und Videos – Textnachrichten sind zunächst ausgenommen. Erfasst werden sollen nicht nur Inhalte aus Metas eigenen Tools, sondern auch solche externer Plattformen wie ChatGPT oder Gemini. Während die Funktion zunächst in der Android-Beta-Version 2.26.31.1 auftauchte, arbeitet Meta bereits an der Umsetzung für iOS.
EU-KI-Verordnung und kalifornisches Gesetz als Treiber
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 der EU-KI-Verordnung, der Transparenzpflichten für Chatbots und die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte – einschließlich Deepfakes – vorschreibt. Durchgesetzt wird die Regelung von nationalen Behörden und dem EU-KI-Büro.
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Parallel trat am selben Tag in Kalifornien ein weltweit erstes Transparenzgesetz in Kraft. Es verpflichtet große Technologieunternehmen, Wasserzeichen oder digitale Signaturen in generierte Medien einzubetten. Branchengrößen setzen bereits auf Technologien wie SynthID oder Metadaten-Standards, um die regionalen Vorgaben zu erfüllen.
Verbraucher misstrauen KI-Bildern
Der Vorstoß für mehr Transparenz kommt nicht von ungefähr. Eine Ende Juli veröffentlichte Studie von Bókun zeigt deutliche Vorbehalte: 72 Prozent der Befragten in Großbritannien und Italien buchten weniger Reiseerlebnisse, wenn in Anzeigen KI-generierte Bilder verwendet wurden. Fast die Hälfte gab an, solche Bilder schreckten sie aktiv vom Kauf ab – authentische Fotos seien entscheidend für Vertrauen.
Kampf gegen Betrugsmaschen
Neben der Kennzeichnungsfunktion verstärkt WhatsApp seine Bemühungen gegen betrügerische Aktivitäten. Das Unternehmen teilte der indischen Cybercrime-Koordinationsstelle I4C Daten zu gesperrten Konten und dem Missbrauch offizieller Logos in Betrugsmaschen mit. Ein dreistufiges KI-Erkennungssystem habe innerhalb von zwölf Wochen rund 9.400 Konten identifiziert und gesperrt, die in Betrugsnetzwerke verwickelt waren.
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Weitere Neuerungen im Überblick
Die KI-Kennzeichnung ist Teil eines größeren Updates-Pakets. So führt WhatsApp eine Admin-Funktion zum Markieren aller Gruppenmitglieder mit „@alle" ein – verfügbar für Gruppen mit mehr als 32 Teilnehmern. Zudem wurde das Umfrage-Feature erweitert: Abstimmungen können nun mit verdecktem Ergebnis laufen, und Administratoren haben nach Veröffentlichung ein 15-minütiges Fenster, um Umfragedetails zu bearbeiten.
