WhatsApp im Krankenhaus: Ärztin muss 1.000 Euro Schadensersatz zahlen
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 13:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Sie hatte Diagnosen eines Kollegen in einer WhatsApp-Gruppe geteilt – aus Verärgerung.
Die Ärztin verbreitete die sensiblen Gesundheitsdaten in einer klinikinternen Chat-Gruppe. In der Folge wurde der betroffene Kollege von anderen Gruppenmitgliedern verspottet. Das Gericht sprach ihm 1.000 Euro Schadensersatz zu.
Gericht sah keine Einsicht
Die Entscheidung (Az. 1 Ca 1741/25) begründeten die Richter unter anderem mit einer bestehenden Wiederholungsgefahr. Der Grund: Der Ärztin habe es im Verfahren an der nötigen Einsicht gemangelt. Das Urteil erging bereits im Mai, ist aber noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten können Berufung beim Landesarbeitsgericht Köln einlegen.
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Warum WhatsApp im Krankenhaus gefährlich ist
Der Fall zeigt ein grundlegendes Problem: Private Messenger wie WhatsApp sind im Klinikalltag weit verbreitet – aber brandgefährlich. Branchenanalysten betonen: Selbst eine technische Verschlüsselung reicht nicht aus, um die strengen Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu erfüllen.
Krankenhäuser sollten deshalb auf speziell entwickelte, sichere Kommunikationsplattformen setzen. Der Fall macht klar: Wer Patientendaten oder interne Krankheitsberichte über private Kanäle teilt, geht ein erhebliches Haftungsrisiko ein. Das Urteil unterstreicht: Der Schutz sensibler Gesundheitsdaten gilt auch gegenüber Arbeitskollegen – uneingeschränkt.
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