WhatsApp Hijacking: Polizei warnt vor Betrugsmasche mit QR-Codes
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 22:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Polizeibehörden warnen vor einer neuen Welle von Betrugsversuchen über den Messengerdienst WhatsApp. Bei dieser als „WhatsApp Hijacking“ bezeichneten Methode nutzen Cyberkriminelle gefälschte Abstimmungen und präparierte QR-Codes, um die Kontrolle über Nutzerkonten zu erlangen und anschließend Geld von den Kontakten der Opfer zu fordern. Mehrere Polizeidienststellen meldeten in den vergangenen Tagen entsprechende Vorfälle, die teils zu erheblichen finanziellen Schäden führten.
Erhebliche Schäden durch Kontenübernahmen
In einem aktuellen Fall im Landkreis Rostock verlor ein 65-jähriger Nutzer die Kontrolle über sein WhatsApp-Konto. Den Tätern gelang es daraufhin, von vier seiner Kontakte insgesamt 3.150 Euro zu erbeuten. Eine ähnliche Masche wurde aus Swisttal gemeldet, wo ein 21-Jähriger einen Link zu einer angeblichen Abstimmung erhielt. Nachdem er seine Handynummer und einen übermittelten Bestätigungscode eingegeben hatte, übernahmen die Betrüger sein Konto. Ein Freund des Betroffenen überwies in der Folge einen mittleren dreistelligen Betrag per Echtzeitüberweisung, da er aufgrund einer Nachricht aus dem übernommenen Account von einer Notlage ausging.
Die Ermittler der Polizei Bonn betonen, dass die Täter oft unter dem Vorwand von Umfragen oder dringenden Hilfegesuchen agieren. Sobald der Zugriff auf ein Konto erfolgt ist, werden die Kontakte des Opfers angeschrieben, um unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Geldüberweisungen zu provozieren.
Gefahren durch QR-Codes und Phishing
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Ein weiterer Aspekt der aktuellen Warnungen betrifft die missbräuchliche Verwendung von QR-Codes. In Witten führte ein offizielles Schreiben der Stadt zu Elternbeiträgen zu Irritationen. Ein darin enthaltener QR-Code, der über einen externen Dienstleister erstellt worden war, leitete Nutzer auf eine Werbeseite mit einer Abo-Falle weiter. Dort wurde ein Test-Abonnement für einen Euro angeboten, das sich nach kurzer Zeit in eine monatliche Gebühr von 50 Euro verwandelte. Der IT-Chef der Stadt Witten, Carsten Danielmeier, stellte klar, dass es sich nicht um einen Hackerangriff handelte, sondern der Anbieter des QR-Code-Dienstes eigenmächtig Werbung geschaltet habe.
Parallel dazu berichtet das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein von einer neuen Präventionsaktion gegen Identitätsdiebstahl. Kriminelle nutzen vermehrt Phishing-Angriffe, Datenlecks und Schadsoftware, um persönliche Informationen wie Namen, Anschriften und Bankverbindungen zu stehlen. Auch internationale Behörden wie die US-Steuerbehörde IRS registrieren ähnliche Muster. Dort wird vor gefälschten Briefen an Krypto-Besitzer gewarnt, die QR-Codes zu einem angeblichen Portal für Steuerkonformität enthalten. Diese Schreiben beziehen sich auf die Steuerjahre 2017 bis 2026.
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Technologische Risiken und Prävention
Sicherheitsanalysten von CrowdStrike wiesen zudem auf technologische Weiterentwicklungen bei Banking-Trojanern hin. Die Malware Astaroth nutzt demnach gezielt WhatsApp Web, um bösartige Inhalte an Kontaktlisten zu versenden, wobei derzeit ein Schwerpunkt der Aktivitäten in Brasilien beobachtet wird.
Um sich vor diesen Gefahren zu schützen, rät die Polizei dringend zur Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung in den WhatsApp-Einstellungen. Nutzer sollten zudem davon absehen, Links oder QR-Codes aus unbekannten Quellen zu öffnen oder Bestätigungscodes an Dritte weiterzugeben. Bei ungewöhnlichen Geldforderungen von bekannten Kontakten wird empfohlen, die betreffende Person über einen alternativen Kommunikationsweg, etwa durch einen direkten Anruf, zu kontaktieren und die Sachlage zu prüfen.
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