WhatsApp-Hacker, NSO

WhatsApp-Hacker: Meta verklagt NSO Group wegen Gerichtsverstoß

10.06.2026 - 07:44:14 | boerse-global.de

Meta beantragt Verurteilung der NSO Group wegen Missachtung des Gerichts. Neue Phishing-Angriffe auf WhatsApp-Nutzer verstoßen angeblich gegen eine einstweilige Verfügung.

Meta wirft NSO Group Umgehung von Gerichtsbeschluss vor
WhatsApp-Hacker - A smartphone screen shows a WhatsApp chat, overlaid with a digital lock icon and binary code, symbolizing legal conflict and data privacy. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Facebook-Konzern wirft der israelischen Spyware-Schmiede NSO Group vor, ein permanentes Gerichtsverbot umgangen zu haben. Meta reichte am 8. Juni 2026 einen Antrag auf Verurteilung wegen Missachtung des Gerichts ein. Der Vorwurf: Neue Phishing-Angriffe auf WhatsApp-Nutzer sollen gegen eine einstweilige Verfügung aus dem Oktober 2025 verstoßen haben.

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Neue Angriffswelle entdeckt

Am Montag vergangener Woche teilte Meta mit, dass Sicherheitsexperten eine Reihe von Social-Engineering-Angriffen identifiziert und unterbrochen hätten. Die Attacken sollen auf bösartige „1-Klick"-Phishing-Links gesetzt haben, die Nutzer auf externe Webseiten locken sollten. Betroffen war nach Unternehmensangaben eine kleine Gruppe von weniger als zehn Personen, vor allem in Jordanien und im Libanon.

Die Sicherheitsteams des Konzerns entdeckten verschiedene Testkonten und Gruppen, die für die Kampagne angelegt worden waren. Meta entfernte diese Accounts umgehend. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Geräte von Nutzern erfolgreich kompromittiert worden seien. Die beschriebene Methode ähnelt einer Kampagne, die bereits vor einigen Jahren in Jordanien dokumentiert wurde.

Der lange Rechtsstreit

Die aktuelle Eskalation ist Teil eines jahrelangen Konflikts. Alles begann mit einer Massen-Hacking-Aktion im Jahr 2019, bei der rund 1.400 WhatsApp-Nutzer betroffen waren. Ein Gericht stellte Ende 2024 die Haftung der NSO Group fest. Eine Jury sprach Meta im Mai 2025 zunächst rund 167 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu – umgerechnet etwa 155 Millionen Euro. Diese Summe wurde später auf rund 3,7 Millionen Euro reduziert.

Im Oktober 2025 erließ das Gericht eine permanente einstweilige Verfügung, die der NSO Group ausdrücklich verbietet, auf die WhatsApp-Plattform zuzugreifen oder sie zu hacken. Die israelische Firma hatte diese Verfügung als existenzielle Bedrohung bezeichnet und Berufung eingelegt. Metas aktueller Antrag argumentiert nun, dass die neu entdeckten Phishing-Versuche einen direkten Verstoß gegen diese gerichtliche Anordnung darstellen.

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Technische Details und Branchenreaktion

WhatsApp veröffentlichte zur Unterstützung der Sicherheitsgemeinschaft mehrere Indikatoren für Kompromittierung (IOCs), die mit der mutmaßlichen NSO-Aktivität in Verbindung stehen. Dazu gehören die Domains:

  • ikhwancast[.]com
  • ghazacast[.]com
  • fr24cast[.]com

Meta stellt seinen Rechtsstreit als Teil eines größeren Kampfes gegen kommerzielle Spyware dar, die das Unternehmen als Bedrohung für die nationale Sicherheit einstuft. Der Konzern bekräftigte zudem seine Unterstützung für die Spyware Accountability Initiative (SAI), ein Bündnis mehrerer Bürgerrechtsorganisationen.

Die NSO Group, die seit November 2021 unter US-Sanktionen steht, hat sich zu den jüngsten Vorwürfen bislang nicht offiziell geäußert. Der Fall wird fortgesetzt, während Meta die gerichtliche Durchsetzung der bestehenden Beschränkungen für NSOs Interaktion mit seinen Plattformen fordert.

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