WhatsApp: Grüner Punkt ersetzt Online-Status ab Juni
20.06.2026 - 08:53:20 | boerse-global.de
Der Messaging-Dienst führt eine visuelle Neuerung ein, die Datenschützer auf den Plan ruft.
WhatsApp arbeitet an einer grundlegenden Änderung seiner Benutzeroberfläche. Statt des bisherigen Text-Labels „Online" sollen Kontakte künftig durch einen grünen Punkt auf dem Profilbild erkennen, wer gerade aktiv ist. Die Funktion befindet sich seit dem 19. Juni 2026 in der Beta-Phase für Android und wirft sofort Fragen zum Datenschutz auf.
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Grüner Punkt statt Text: So funktioniert die Neuerung
Der grüne Indikator erscheint in der aktuellen Testversion 2.26.24.5 auf dem Profilbild eines Kontakts – und zwar innerhalb des Chat-Informationsbildschirms. Das visuelle Signal ersetzt die bisherige Textanzeige. Später soll der grüne Punkt auch in einem eigenen Kontakte-Hub auftauchen.
Die gute Nachricht für alle, die ihre Privatsphäre schätzen: Wer in den Einstellungen bereits den Online-Status ausgeblendet hat, zeigt auch den grünen Punkt nicht an. Die Funktion respektiert die vorhandenen Privatsphäre-Einstellungen.
Trotz dieser Sicherung entbrannte am 20. Juni 2026 eine Debatte. Kritiker befürchten, dass die stärkere Betonung der Echtzeit-Verfügbarkeit Nutzer unter Druck setzen könnte, schneller zu reagieren. Der Schritt weg vom neutralen Text hin zu einem auffälligen visuellen Signal könnte die Hemmschwelle senken, unbeobachtet zu bleiben.
Neue Privatsphäre-Funktionen: Einmal-Lesen für Textnachrichten
Parallel zur optischen Überarbeitung arbeitet WhatsApp an weiteren Datenschutz-Tools. Seit dem 18. Juni 2026 ist bekannt, dass die Plattform eine „Einmal-Ansehen"-Funktion für Textnachrichten entwickelt – ähnlich der bestehenden Funktion für Fotos und Videos. Die Funktion wurde in den Beta-Versionen für iOS (26.24.10.16) und Android (2.26.22.7) entdeckt.
Das Prinzip: Nachrichten verschwinden sofort nach dem einmaligen Lesen. Kopieren, Weiterleiten oder Screenshots dieser Nachrichten werden blockiert. Die Funktion soll sowohl in Einzel- als auch in Gruppenchats verfügbar sein – nicht jedoch in WhatsApp-Kanälen.
Ein weiteres technisches Update betrifft die Datenverwaltung. Die Integration mit Google Play Services v26.23 deutet auf ein eigenständiges Backup-Tool hin. Android-Nutzer könnten ihre Chat-Backups künftig direkt über die Systemeinstellungen ihres Geräts steuern, statt ausschließlich über die WhatsApp-App.
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Rechtliche Schritte: Texas verklagt Meta
Die Neuerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Meta massiv unter Druck steht. Am 18. Juni 2026 reichte der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton Klage gegen den Konzern ein. Der Vorwurf: Meta habe die Öffentlichkeit über die Sicherheit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei WhatsApp getäuscht. Trotz Werbeversprechen totaler Privatsphäre hätten bestimmte Mitarbeiter angeblich Zugriff auf Nutzerkommunikation. Die Klage fordert eine einstweilige Verfügung sowie Zivilstrafen von umgerechnet rund 9.300 Euro pro Verstoß.
Kartellrecht: 28 Bundesstaaten unterstützen FTC
Bereits Anfang der Woche, am 18. Juni 2026, wurde bekannt, dass 28 US-Bundesstaaten eine Berufung der Federal Trade Commission (FTC) in einem laufenden Kartellverfahren unterstützen. Der Fall dreht sich um Metas Übernahmen von Instagram und WhatsApp. Die Regulierungsbehörden argumentieren, dass diese Zukäufe gezielt den Wettbewerb im Bereich soziale Medien und Messaging-Dienste unterdrücken sollten.
Weitere Änderungen: Widget und abgeschaltete Funktionen
Neben den datenschutzrelevanten Neuerungen testet WhatsApp auch kosmetische Anpassungen. Mitte Juni 2026 entdeckten Tester ein neues 3x1-Widget für den Startbildschirm, das speziell für Sprachnachrichten gedacht ist. Zudem wurde der Gruppenchat-Informationsbildschirm überarbeitet: Einstellungen und Privatsphäre-Optionen sind nun klar getrennt.
Während die Plattform neue visuelle Signale wie den grünen Punkt einführt, verschwinden alte Elemente. Meta plant offenbar, bestimmte Avatar-Funktionen einzustellen, um sich auf Kernkommunikation und Datenschutz zu konzentrieren.
