WhatsApp: Gefälschte App erreicht 500.000 Downloads im Play Store
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 09:05 Uhr | Redaktion boerse-global.deInternationale Cybersicherheitsbehörden und IT-Sicherheitsberichte schlagen Alarm wegen koordinierter Bedrohungen rund um den Messenger WhatsApp. Wie aus Berichten vom 27. Oktober 2026 hervorgeht, stehen sowohl Angriffe über kompromittierte Nutzerkonten als auch im Umlauf befindliche bösartige App-Kopien im Fokus der Warnungen.
Gezielte Angriffe über Dateianhänge und Sitzungsübernahmen
Die Cybersicherheitsbehörde Singapurs (SingCERT) warnte laut einem Bericht vom 28. Oktober 2026 vor schädlichen Dateien mit Endungen wie .exe, .iso oder .zip. Diese werden als vermeintliche Geschäftsdokumente getarnt über WhatsApp verbreitet – oft auch direkt von bereits kompromittierten Kontakten aus dem eigenen Adressbuch.
Zu den Risiken zählen ein unbefugter Zugriff auf Endgeräte, der Diebstahl von Zugangsdaten, die Übernahme aktiver WhatsApp-Web-Sitzungen sowie Spionage bis hin zum Online-Banking.
Am 28. Oktober 2026 veröffentlichte SingCERT spezifische technische Indikatoren auf betroffenen Systemen: Darunter fallen Verzeichnisse wie C:kouren oder C:cool, Installationen via msiexec der Datei UEMSAgent.msi, Zertifikate mit dem Eintrag CN=ManageEngineCA im Trusted Root Store sowie ausgehende TCP-Verbindungen über Port 8383. Die Behörde empfiehlt dringend, verdächtige Dateianhänge keinesfalls zu öffnen, Absender über alternative Kommunikationskanäle zu prüfen, aktive Sitzungen zu kontrollieren und die Zwei-Schritt-Verifikation einzurichten. In Singapur steht Betroffenen zudem die ScamShield-Helpline unter der Nummer 1799 zur Verfügung.
Auch das pakistanische National Cyber Emergency Response Team (NCCERT) veröffentlichte laut Berichten vom 27. Oktober 2026 eine Hochrisiko-Warnung. Im Visier der Angreifer stehen WhatsApp Web, WhatsApp Desktop sowie E-Mails, wobei gefälschte Behördennachrichten Windows-Nutzer zum Ausführen manipulierter Dateien verleiten sollen.
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Die Behörde rät dazu, WhatsApp Web und WhatsApp Desktop auf dienstlichen Windows-Rechnern zu meiden, verdächtige Sitzungen sofort zu trennen und bei einem Vorfall das betroffene Gerät vom Netzwerk zu isolieren sowie Protokolldateien zu sichern.
Aus Aserbaidschan meldete das dortige National Cybersecurity Center (NCSC) laut einem Bericht vom 27. Oktober 2026 vermehrte Übernahmen von Standard- und WhatsApp-Business-Konten. Die Angreifer nutzen manipulierte Links zu angeblichen Kontoschließungen oder Support-Diensten sowie manipulierte QR-Codes.
Das Zentrum weist darauf hin, dass eine aktivierte Zwei-Schritt-Verifikation bereits bestehende unbefugte Zugriffe nicht automatisch trennt. Firmen sollten den Zugriff auf Business-Konten daher strikt auf autorisiertes Personal beschränken.
Hunderttausende Downloads gefälschter Versionen im Google Play Store
Parallel zu Angriffen über bestehende Konten geraten App-Marktplätze ins Visier. Eine gefälschte Version der Anwendung, die von einem Entwickler unter dem Namen Agment Assets sallu stammte, erzielte im Google Play Store über 500.000 Downloads, bevor sie entfernt wurde.
Die App befand sich seit September 2026 im Store, war wochenlang gelistet und wurde in mehreren Ländern zeitweise als gesponsertes Suchergebnis ausgespielt, nachdem Logo und Beschreibung des Originals kopiert worden waren.
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Nach Hinweisen des Reddit-Nutzers 2ne1cheese, der Bildvergleiche zur Erkennung bereitstellte, entfernte Google die Software und sperrte das zugehörige Entwicklerkonto. Als wesentliches Unterscheidungsmerkmal galt der Entwicklername anstelle der offiziellen Angabe WhatsApp LLC; die echte Anwendung verzeichnet über 10.000 Millionen Downloads und mehr als 246 Millionen Rezensionen.
Ob in der gefälschten Variante Schadcode integriert war oder Datendiebstahl stattfand, blieb unklar. Nutzern wird geraten, verdächtige Installationen umgehend zu löschen.
Sicherheitslücken in offiziellen Clients behoben
Zusätzlich wurden Schwachstellen in den offiziellen Clients von Meta bekannt. Wie am 28. Oktober 2026 berichtet wurde, betraf die mit CVSS v3.1 6,5 als mittel eingestufte Lücke CVE-2026-23863 ältere Desktop-Versionen für Windows vor Version 2.3000.1032164386.258709. Ein NUL-Byte (0x00) im Dateinamen führte dazu, dass Endungen verschleiert wurden und Windows beispielsweise eine schädliche Programmdatei ausführte, während in der Anzeige ein reguläres Dokument vorgetäuscht wurde.
Eine weitere Schwachstelle, CVE-2026-23866 mit einem CVSS-Wert von 4,3, betraf bestimmte Vorgängerversionen für Android und iOS bei der URL-Prüfung von KI-Vorschauen für Instagram Reels. Beide Schwachstellen wurden über das Bug-Bounty-Programm von Meta gemeldet und durch Updates geschlossen; Bestätigungen für eine aktive Ausnutzung lagen hierzu nicht vor.
