WhatsApp, Sicherheitsfunktionen

WhatsApp: Fünf neue Sicherheitsfunktionen gegen Messenger-Betrug

01.06.2026 - 17:09:52 | boerse-global.de

WhatsApp führt Schutz vor unbekannten Anrufen und verbesserte Warnungen ein. Weltweite Razzien belegen steigende Kriminalität auf Messengern.

WhatsApp: Fünf neue Sicherheitsfunktionen gegen Messenger-Betrug - Bild: über boerse-global.de
WhatsApp: Fünf neue Sicherheitsfunktionen gegen Messenger-Betrug - Bild: über boerse-global.de

Der Messenger-Dienst WhatsApp hat fünf neue Sicherheitsfunktionen vorgestellt, die Nutzer vor zunehmender digitaler Kriminalität schützen sollen.

Die Maßnahmen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Betrugsfälle auf Messaging-Plattformen weltweit neue Höchststände erreichen. Allein in den vergangenen Tagen wurden mehrere Großrazzien durchgeführt und Verluste in Millionenhöhe gemeldet.

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Automatischer Schutz vor unbekannten Anrufen

Eine der zentralen Neuerungen ist die automatische Stummschaltung von Anrufen unbekannter Nummern. Damit will WhatsApp die sogenannte Vishing-Masche unterbinden, bei der Betrüger per Sprachanruf versuchen, an persönliche Daten zu gelangen. Ergänzend führen die Entwickler sogenannte Kontextkarten ein. Diese zeigen zusätzliche Informationen zu Kontakten und Gruppen an, die nicht im eigenen Adressbuch gespeichert sind.

Hinzu kommen verbesserte Sicherheitswarnungen: Nutzer erhalten künftig einen Hinweis, wenn eine Bildschirmfreigabe aktiv ist oder ihr Konto mit einem neuen Gerät verknüpft wird. Auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung rückt stärker in den Fokus. Sie verlangt eine sechsstellige PIN, bevor Unbefugte auf das Konto zugreifen können.

Internationale Großrazzia in Argentinien

Die neuen Schutzfunktionen fallen mit einer internationalen Polizeiaktion zusammen. In Argentinien führten die Behörden am Wochenende die Operation „Fake Coins" durch. 90 Razzien und 24 Festnahmen waren die Folge. Die Bande soll über WhatsApp gezielt Opfer auf betrügerische Investment-Plattformen gelockt haben. Der Schaden beläuft sich auf umgerechnet knapp drei Milliarden argentinische Pesos – etwa 2,8 Millionen Euro. Sichergestellt wurden über acht Millionen USDT in Kryptowährung sowie 60 Millionen Pesos Bargeld.

IT-Berater verliert Vermögen in Malaysia

Ein Einzelfall aus Malaysia zeigt die perfide Systematik der Täter. Ein 63-jähriger IT-Berater aus Penang verlor umgerechnet rund 320.000 Euro an Kryptobetrüger. Der Mann war Ende 2023 auf eine gefälschte Facebook-Anzeige hereingefallen und hatte anschließend über WhatsApp mit den Tätern kommuniziert. Zwischen März und September 2024 tätigte er neun Überweisungen auf verschiedene Firmenkonten – bis er feststellte, dass weder die Einlage noch die versprochenen Gewinne ausgezahlt werden konnten.

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Behörden warnen vor Identitätsdiebstahl

Die Regierung von Eswatini warnte am Wochenende vor Betrügern, die auf WhatsApp den Minister für Handel, Industrie und Wirtschaft, Manqoba Khumalo, imitieren. Bürger wurden aufgefordert, Nachrichten kritisch zu prüfen und verdächtige Kontakte der Polizei zu melden.

In Indien deckte die offizielle Faktencheck-Einheit PIB gleich zwei Betrugsmaschen auf. Eine betrifft eine angebliche Geschenkaktion der indischen Post namens „Dak Seva Gifts" – die Behörde bestätigte, dass es sich um eine Fälschung handelt. Die zweite Masche ist ein betrügerisches „Quantum AI"-Investment, das den Namen von Finanzministerin Nirmala Sitharaman missbraucht, um hohe monatliche Renditen zu versprechen.

Das indische Cyber Crime Coordination Centre warnte zudem vor einer Phishing-Welle, die sich gezielt gegen iPhone-Nutzer richtet. Täter verschicken SMS, die angeblich von Apple stammen, um an iCloud-Zugangsdaten zu gelangen.

Staatschefs schlagen Alarm

Auch aus Osteuropa kommen Warnungen. Moldaus Präsidentin Maia Sandu rief die Bürger dazu auf, bei verdächtigen Anrufen wachsam zu sein. Viele der Betrugsanrufe würden aus dem Ausland gesteuert. Sie riet, vor jeder Zahlung die Bankdaten zu überprüfen.

Auf der Kanalinsel Jersey warnte die Finanzaufsicht vor einer besonders perfiden Variante: Betrüger geben sich als Mitarbeiter der Bankbetrugsabteilung aus. Sie nutzen geklonte Websites, KI-generierte Stimmen oder echte Namen von Bankangestellten, um Vertrauen zu erschleichen.

Die Botschaft der Behörden ist in allen Ländern dieselbe: Keine persönlichen Daten über Messenger preisgeben, keine Links aus ungeprüften Nachrichten anklicken und bei Unsicherheit immer direkt bei der offiziellen Stelle zurückrufen.

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