WhatsApp führt „Nach dem Lesen“-Timer für mehr Privatsphäre ein
19.05.2026 - 11:34:19 | boerse-global.deMeta testet neue Funktionen für verschwindende Nachrichten – und kämpft mit Sicherheitslücken.
WhatsApp-Nutzer erhalten bald mehr Kontrolle über ihre digitalen Spuren. Der Meta-Konzern testet derzeit eine neue Funktion, bei der Nachrichten erst nach dem Öffnen durch den Empfänger gelöscht werden. Das berichten Beta-Tester der iOS-Version 26.19.10.72. Bisher begann der Countdown für verschwindende Nachrichten bereits mit dem Absenden – unabhängig davon, ob der Empfänger die Nachricht überhaupt gelesen hatte.
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Drei Zeitfenster zur Auswahl
Die Neuerung, die derzeit auf iOS und Android getestet wird, bietet drei konkrete Zeiträume: fünf Minuten, eine Stunde oder zwölf Stunden nach dem Lesen. Bleibt eine Nachricht länger als 24 Stunden ungelesen, löscht das System sie automatisch. Das verhindert die Ansammlung alter, möglicherweise sensibler Daten im Posteingang. Die Funktion ist in den aktuellen Testversionen standardmäßig deaktiviert und funktioniert für Sender und Empfänger unabhängig voneinander.
„Close Friends“ für Status-Updates
Parallel dazu führt WhatsApp eine „Enge Freunde“-Liste für Statusmeldungen ein, wie Betatester am 19. Mai entdeckten. Das Feature erinnert an Instagram: Nutzer können mehrere benutzerdefinierte Listen anlegen – etwa für Familie oder Kollegen. Wird ein Status mit einer bestimmten Liste geteilt, erscheint ein violetter Ring um das Profilbild. Wichtig: Die Plattform verschickt keine Benachrichtigungen, wenn jemand hinzugefügt oder entfernt wird – das schützt die Privatsphäre des Kontoinhabers.
Zwei kritische Sicherheitslücken entdeckt
Doch die neuen Funktionen kommen nicht ohne Schattenseiten. Sicherheitsforscher haben am 18. Mai zwei kritische Schwachstellen gemeldet. Die erste, CVE-2026-23866, betrifft iOS und Android und könnte Angreifern ermöglichen, manipulierte KI-generierte Nachrichten einzuschleusen. Die zweite, CVE-2026-23863, zielt auf die Windows-Version ab: Ein NUL-Byte-Fehler bei der Dateibenennung könnte die Installation von Schadsoftware erlauben. Meta hat alle Nutzer aufgefordert, ihre App umgehend zu aktualisieren.
Weltweite Störungen und regionale Sperrungen
Die Sicherheitswarnungen fallen mit weltweiten Verbindungsproblemen zusammen. Am 19. Mai meldeten Nutzer global Ausfälle der Plattform. Die genaue Ursache blieb zunächst unklar. Hinzu kommt eine regionale Maßnahme: Die pakistanische Telekommunikationsbehörde (PTA) droht, WhatsApp-Zugänge für Konten mit nicht verifizierten SIM-Karten zu sperren. Betroffene Nutzer sollen ihre SIM-Registrierung umgehend prüfen.
iOS 26.5: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS
Die WhatsApp-Neuerungen sind Teil eines größeren Wandels in der mobilen Kommunikation. Apple hat Anfang Mai iOS 26.5 veröffentlicht – ein bedeutendes Update, das erstmals Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten zwischen iPhone und Android einführt. Möglich wird dies durch das MLS-Protokoll, eine gemeinsame Entwicklung von Apple und Google. Das Update schließt zudem über 60 Sicherheitslücken, darunter 52 kritische wie CVE-2026-28950.
Neben Sicherheitsverbesserungen bringt iOS 26.5 auch Hardware-Features: intelligente Ladegrenzen (80, 85 und 90 Prozent) sowie ein besseres Wärmemanagement für die neuen iPhone-17-Modelle. Allerdings berichten einige Nutzer von Leistungsproblemen wie Netzwerkabbrüchen und App-Abstürzen. Experten empfehlen, 10 bis 20 Gigabyte freien Speicher zu behalten, um die Systemstabilität zu gewährleisten.
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„Incognito Chat“: KI trifft auf Privatsphäre
Die Entwicklung deutet auf eine strategische Neuausrichtung hin: WhatsApp integriert zunehmend KI-Funktionen mit höchsten Datenschutzstandards. Am 18. Mai wurden Berichte über einen kommenden „Incognito Chat“-Modus bekannt. Dieser soll Ende-zu-Ende-verschlüsselte Gespräche mit KI-Assistenten ermöglichen – Meta könnte die Inhalte weder einsehen noch für das Training seiner Modelle nutzen. Die KI-Interaktionen werden standardmäßig automatisch gelöscht.
Vom Status-Tool zum Kommunikationsgiganten
Die aktuelle Entwicklung ist eine ironische Rückkehr zu den Wurzeln. WhatsApp startete 2009 als einfache Status-Sharing-App des Gründers Jan Koum. Die erste Version kämpfte um Nutzer, bis das Team auf aktive Nachrichtenübermittlung umschwenkte. Heute, fast zwei Jahrzehnte später, führt das Unternehmen komplexe Status-Listen und automatisierte Löschfunktionen wieder ein – diesmal jedoch mit modernsten Sicherheitsanforderungen.
Ausblick: WWDC 2026 und iOS 27
Der gesamte Mobilfunkmarkt steht vor einem Umbruch. Die Apple Worldwide Developers Conference (WWDC) 2026 vom 8. bis 12. Juni wird voraussichtlich iOS 27 vorstellen. Branchenbeobachter erwarten einen Fokus auf Leistung und KI-Integration. Zu den Gerüchten gehören ein überarbeitetes Siri, möglicherweise unterstützt durch Google Gemini, mit eigener App und automatisch löschenden Chat-Funktionen. Auch „Genmoji“ wird gehandelt – ein System, das aus Chat- und Fotoverläufen personalisierte Emojis vorschlägt, sowie eine KI-Rechtschreibprüfung.
Ob sich die neuen WhatsApp-Funktionen durchsetzen, wird davon abhängen, ob Meta das Vertrauen der Nutzer trotz anhaltender Sicherheitsbedenken und zunehmender Komplexität der plattformübergreifenden Zusammenarbeit wahren kann. Tim Cooks letzter geplanter Auftritt als Apple-CEO auf der WWDC 2026 unterstreicht zudem: Die gesamte Branche befindet sich in einer phase des Übergangs.
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