WhatsApp, KI-Zugang

WhatsApp: EU zwingt Meta zu kostenlosem KI-Zugang für Konkurrenten

10.06.2026 - 06:14:51 | boerse-global.de

Die EU-Kommission verpflichtet Meta, Drittanbieter-KI wieder kostenfrei in WhatsApp zu integrieren. Bei Verstoß drohen hohe Strafen.

EU erzwingt kostenlosen KI-Zugang für WhatsApp-Konkurrenten
WhatsApp - Ein Smartphone mit dem WhatsApp-Logo, in das abstrakte KI-Symbole fließen, die Integration und offenen Zugang symbolisieren. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die EU-Kommission hat gegen Meta einstweilige Maßnahmen verhängt, um den Wettbewerb bei KI-Assistenten zu sichern. Die Brüsseler Behörde sieht in der aktuellen Geschäftspraxis eine unzulässige Einschränkung der Wahlfreiheit und eine Gefährdung des fairen Wettbewerbs.

Rückkehr zu den alten Bedingungen

Hintergrund der Entscheidung ist ein Konflikt, der seit Ende 2025 schwelt. Meta hatte im Oktober 2025 den Zugang für KI-Assistenten von Drittanbietern gesperrt. Zwar öffnete der Konzern die Schnittstellen im März 2026 formal wieder – knüpfte die Nutzung jedoch an Gebühren.

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Die EU-Kommission bewertet diesen Schritt als faktische Fortsetzung der Sperre. Die neue Anordnung verpflichtet Meta, die Bedingungen wiederherzustellen, die vor dem 15. Oktober 2025 galten. KI-Dienste von Mitbewerbern müssen uneingeschränkt und ohne Zusatzkosten in WhatsApp integriert werden können. Meta hat dafür fünf Werktage Zeit.

Das bereits im Dezember 2025 eingeleitete Verfahren wird ungeachtet dieser Sofortmaßnahme fortgesetzt.

Hohe Strafen drohen

Sollte Meta die Frist verstreichen lassen, drohen empfindliche Sanktionen. Die Kommission kann Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Bei geschätzten 200 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz wären das beträchtliche Summen. Zusätzlich sind tägliche Zwangsgelder von bis zu fünf Prozent des durchschnittlichen Tagesumsatzes vorgesehen.

EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera betonte, die Entscheidung solle die Wahlfreiheit der Nutzer bewahren. Meta kündigte bereits juristische Schritte gegen die Anordnung an. Das Unternehmen sprach von einer Kompetenzüberschreitung der Behörde und verwies auf zahlreiche bereits verfügbare KI-Optionen für Nutzer.

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Parallelkonflikt mit Apple

Die Maßnahmen gegen Meta stehen im Kontext einer allgemeinen Verschärfung der Gangart gegenüber US-Tech-Konzernen. Auch Apple sieht sich mit ähnlichen Forderungen konfrontiert. Auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2026 stellte der Konzern neue Funktionen für seinen Sprachassistenten Siri vor.

Wegen des Digital Markets Act (DMA) wird Apple diese neuen KI-Funktionen vorerst nicht auf iPhone und iPad in der EU anbieten. Der Konzern wirft der Kommission vor, die Privatsphäre der Nutzer durch die geforderte Öffnung für Drittanbieter zu gefährden. Die EU-Kommission wies diese Kritik zurück: Apple habe eine Befreiung von den Verpflichtungen für 18 Monate beantragt, statt an Lösungen zur Einhaltung des geltenden Rechts zu arbeiten. Auf Mac-Computern und der Vision Pro sollen die neuen Siri-Funktionen hingegen auch in der EU verfügbar sein.

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