WhatsApp, Eltern-PIN

WhatsApp: Eltern-PIN schützt Teenager-Konten, Nachrichten bleiben verschlüsselt

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 05:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Messenger plant optionale Aufsicht für Teenager und von Erwachsenen eingerichtete Konten für Kinder unter 13 Jahren.

WhatsApp kündigt Elternkontrollen und verwaltete Kinderkonten an
Ein minimalistischer Arbeitsplatz in einem hellen, ruhigen Wohnzimmer mit einem leeren Stuhl bei Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Messaging-Dienst WhatsApp hat eine Erweiterung seiner Sicherheitsfunktionen für jüngere Nutzer angekündigt. Wie das zum Meta-Konzern gehörende Unternehmen Ende September bekannt gab, werden schrittweise optionale Eltern-Kontrollen für Teenager im Alter von 13 bis 17 Jahren eingeführt. Diese Funktionen sollen sowohl für Android als auch für iOS verfügbar gemacht werden.

Erweiterte Aufsichtsmöglichkeiten für Teenager-Konten

Die neuen Werkzeuge ermöglichen es Erziehungsberechtigten, verschiedene Aspekte des Nutzerprofils ihrer Kinder zu verwalten. Dazu gehört die Sichtbarkeit des Profilfotos sowie der Zugang zu Gruppen, Kanälen und dem Status. Zudem können Eltern die Stufe der Meta-AI-Nutzung festlegen, wobei zwischen den Einstellungen „Ab 13 Jahren“ und „Eingeschränkte Inhalte“ gewählt werden kann.

Ein wesentlicher Bestandteil der Neuerung ist ein Benachrichtigungssystem für Gruppenaktivitäten. Eltern erhalten demnach Informationen, wenn ein Teenager einer Gruppe beitritt oder diese verlässt. Berichten zufolge werden zudem Meldungen bei einem starken Anwachsen von Gruppenmitgliedern ausgelöst, wobei Schwellenwerte von 30, 100 oder 250 Mitgliedern genannt werden.

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Die Verwaltung dieser Einstellungen erfolgt über eine PIN. Während eine Lockerung der Sicherheitsvorgaben nur mit dieser Eltern-PIN möglich ist, können strengere Einstellungen jederzeit auch ohne PIN-Eingabe vorgenommen werden.

Privatsphäre und technische Einrichtung

Trotz der neuen Kontrollmöglichkeiten bleibt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von persönlichen Nachrichten und Anrufen bestehen. WhatsApp betonte, dass Eltern keinen Zugriff auf die Inhalte der Kommunikation ihrer Kinder haben. Die Kontrollen sind optional und können jederzeit wieder deaktiviert werden. Mit Erreichen des 18. Lebensjahres des Nutzers werden die Einschränkungen automatisch entfernt.

Für die Einrichtung müssen beide Parteien der Verknüpfung der Konten zustimmen. Der betreffende Elternteil muss mindestens 18 Jahre alt sein. Der Prozess sieht vor, dass in den Einstellungen ein QR-Code gescannt und das Geburtsdatum bestätigt wird, bevor das Elternkonto verknüpft und eine PIN erstellt wird. In einer aktuellen Beta-Version für Android wird zudem eine Funktion für eingeschränkte Chats getestet.

Verwaltete Konten für Kinder unter 13 Jahren

Zusätzlich zu den Optionen für Teenager führt WhatsApp schrittweise von Eltern verwaltete Konten für Kinder unter 13 Jahren (bzw. dem jeweils lokalen Mindestalter) ein. Diese Konten müssen von einem Erwachsenen per QR-Code eingerichtet werden und sind durch eine sechsstellige PIN geschützt.

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Bei diesen spezialisierten Konten liegt die Kontrolle über Kontakte, Privatsphäre-Einstellungen und Aktivitätsbenachrichtigungen vollständig bei den Eltern. Bestimmte Funktionen stehen in dieser Version nicht zur Verfügung, darunter Meta AI, Kanäle, Status-Updates sowie die Einmal-Ansicht von Medien.

Auch die Nutzung von WhatsApp Web oder Desktop sowie der Empfang von Werbung sind für diese Altersgruppe ausgeschlossen. Sobald das Kind das reguläre Mindestalter erreicht, erfolgt eine Benachrichtigung zur Umwandlung in ein Standard-Konto.

Regionaler Rollout und Marktumfeld

Die Einführung der Funktionen erfolgt regional unterschiedlich und zeitlich versetzt. Während das Feature in Indien laut Berichten von Anfang Oktober noch nicht verfügbar ist, gibt es derzeit auch für den deutschen Markt keinen konkreten Termin. Die Weiterentwicklung der Tools soll auf Basis von Rückmeldungen aus Familien erfolgen.

Diese Maßnahmen zur Stärkung des Jugendschutzes folgen auf rechtliche Auseinandersetzungen des Mutterkonzerns Meta. Im August zahlte das Unternehmen einen Vergleich in Höhe von 18 Milliarden US-Dollar an 29 US-Bundesstaaten. Parallel zu den Sicherheitsupdates gibt es Änderungen im geschäftlichen Bereich: Die WhatsApp Business Platform, die ein Volumen von etwa 18 Milliarden Nachrichten umfasst, hat Anfang Oktober ihre Preise angepasst.

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