WhatsApp: Eigene Cloud-Infrastruktur mit 2 GB kostenlos geplant
21.06.2026 - 04:35:51 | boerse-global.de
Neue Systemsteuerung und eigener Cloud-Speicher: WhatsApp rüstet auf.
Google und WhatsApp bauen ihre Zusammenarbeit im Android-Ökosystem weiter aus. Seit Mitte Juni finden sich Backup-Optionen für den Messenger direkt in den Systemeinstellungen von Android-Geräten. Parallel dazu arbeitet WhatsApp an einer eigenen Cloud-Infrastruktur – ein Schritt, der die Abhängigkeit von Google Drive verringern soll.
Backup-Steuerung direkt im Android-Menü
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Am 15. Juni 2026 rollte Google ein Update für seine Play Services (Version 26.23) aus. Dieses integriert WhatsApp-Backup-Steuerungen direkt in die Android-Systemeinstellungen. Unter „System > Backup“ finden Nutzer nun einen zweiten Zugangspunkt, um ihre Chatdaten zu verwalten – ohne die App öffnen zu müssen.
Die neue Oberfläche erlaubt es, die Backup-Häufigkeit festzulegen und Datennutzungspräferenzen für WLAN und Mobilfunk zu konfigurieren. Branchenbeobachter sehen darin einen wachsenden Trend: Betriebssysteme übernehmen zunehmend Kernfunktionen von Apps, um die Nutzererfahrung zu vereinfachen. Die Verteilung über Play Services stellt sicher, dass die Funktion auf verschiedenen Android-Versionen läuft.
Eigene Cloud-Infrastruktur in der Entwicklung
WhatsApp testet derzeit einen unabhängigen Cloud-Backup-Dienst. Das Unternehmen plant, allen Nutzern 2 GB kostenlosen Speicher zur Verfügung zu stellen. Für größere Datenmengen sind kostenpflichtige Abos mit bis zu 50 GB Speicher vorgesehen.
Der Dienst soll Ende-zu-Ende-verschlüsselt sein – ein entscheidendes Verkaufsargument für den Messenger mit seinen 3,3 Milliarden monatlichen Nutzern. Parallel dazu arbeitet WhatsApp an einem In-App-Management-Tool. Es ermöglicht, alte oder doppelte Backups direkt in der App zu identifizieren und zu löschen. Das Feature tauchte um den 19. Juni 2026 in den Entwicklungszyklen auf.
Grüner Punkt statt „Online“-Text
WhatsApp testet zudem eine optische Neuerung: In der aktuellen Beta für Android (v2.26.24.5) erscheint ein grüner Punkt auf Profilfotos im Chat-Informationsbildschirm. Er ersetzt die bisherige „Online“-Textanzeige.
Die Änderung wirft Datenschutzfragen auf. Allerdings respektiert die Funktion die bestehenden Sichtbarkeitseinstellungen. Wer seinen Status nicht preisgeben möchte, kann den Indikator über die Privatsphäre-Menüs ausblenden. Zudem arbeitet WhatsApp an einer „Kontakte-Zentrale“ mit einer eigenen Liste aktuell online befindlicher Kontakte.
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Rückblick: Ein Jahr voller Neuerungen
Die aktuellen Entwicklungen sind Teil einer Serie von Updates im ersten Halbjahr 2026. Bereits im März ermöglichte WhatsApp die Nutzung von zwei Konten auf einem iPhone. Im April folgte die Einführung eines Benutzernamensystems (3 bis 35 Zeichen, geschützt durch einen vierstelligen Sicherheitscode).
Weitere Neuerungen: KI-gestützte Fotobearbeitung und die Ausweitung der „Einmal ansehen“-Funktion. Ursprünglich auf Fotos und Videos beschränkt, gilt der flüchtige Modus nun auch für Sprachnachrichten. Eine Version für Textnachrichten befindet sich in der Testphase – sowohl für iOS als auch für Android.
