WhatsApp Business API: Meta berechnet ab Oktober jede Nachricht
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 15:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Meta stellt die Abrechnung für die offizielle WhatsApp Business API zum 1. Oktober 2026 auf ein umfassendes Gebührenmodell um. Parallel dazu testet der Konzern eine neu gestaltete Android-Navigationsleiste für WhatsApp, die stark an das Design von iOS erinnert.
Jede Nachricht wird berechnet
Ab dem 1. Oktober 2026 berechnet Meta grundsätzlich jede über die offizielle WhatsApp-API versendete Nachricht – auch Antworten innerhalb des bislang kostenlosen 24-Stunden-Betreuungsfensters. Die bisherige Gratis-Regelung für dieses Zeitfenster entfällt damit vollständig. Die Gebühr fällt unabhängig davon an, ob die Nachricht von einem Mitarbeiter oder einem Chatbot verschickt wird.
Laut Berichten kosten Servicenachrichten rund 0,0056 US-Dollar pro Nachricht. Die konkreten Beträge variieren jedoch je nach Land, da sich die Abrechnung nach dem Land des Empfängers richtet.
In der Türkei werden demnach etwa 0,018 US-Dollar (rund 0,88 TL) je gesendeter Servicenachricht fällig. In Brasilien wird eine Tarifbasis von R$ 0,03 pro Nachricht genannt, ohne Mengenrabatt. In Tschechien kostet eine Service-, Utility- oder Authentifizierungsnachricht rund 0,0175 Euro (etwa 0,44 K?), eine Marketingnachricht dagegen 0,0712 Euro (etwa 1,78 K?).
In Kenia zahlen Unternehmen rund KSh0,52 je zugestellter Servicenachricht; laut Beispielrechnung kosten 10.000 gebührenpflichtige Servicenachrichten dort etwa KSh4.680 nach Abzug des Freibetrags. Marketingnachrichten waren in Kenia bereits zuvor kostenpflichtig und kosten rund KSh3,20 bis 3,30 je zugestellter Nachricht, was bei 10.000 Nachrichten etwa KSh32.000 bis 33.000 ergibt.
Freimenge und Ausnahmen
Pro Unternehmen bleiben monatlich 1.000 Servicenachrichten kostenlos, die Abrechnung beginnt erst ab der 1.001. Nachricht. Diese Freimenge gilt pro Geschäftsnummer, wird monatlich zurückgesetzt und ist nicht zwischen verschiedenen Nummern übertragbar. Utility-Templates, die innerhalb des 24-Stunden-Fensters gesendet werden, fallen künftig ebenfalls unter die Gebührenpflicht und zählen nicht zur Freimenge.
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Von Kunden initiierte beziehungsweise eingehende Nachrichten bleiben weiterhin kostenlos. Zudem bleibt ein kostenloses 72-Stunden-Fenster bestehen, wenn ein Kunde den Chat über eine Anzeige öffnet. Nicht zugestellte Nachrichten werden nicht berechnet.
Die Neuerung betrifft vor allem Unternehmen, die über API, CRM, Chatbots oder Kundenservice-Plattformen kommunizieren – insbesondere große Firmen und Chatbot-Anwendungen mit vielen kurzen Nachrichten. Der private WhatsApp-Dienst sowie die mobile App WhatsApp Business selbst bleiben von der Änderung ausgenommen. Drittanbieter können zusätzlich eigene Gebühren erheben.
Bis November 2024 waren Servicenachrichten kostenlos, seit Juli 2025 konnten auch Utility-Templates im 24-Stunden-Fenster kostenfrei versendet werden – diese Übergangsregelungen laufen nun aus.
Ergänzend wird Meta AI innerhalb der API ab dem 1. August 2026 per Token abgerechnet, eine detaillierte Preistabelle pro Token wurde bislang nicht veröffentlicht. Zudem läuft für Konten in Brasilien eine Frist bis zum 30. Juni 2027 zur Migration der Abrechnung auf brasilianische Real.
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Neues Design für Android
Unabhängig von den Preisänderungen testet WhatsApp eine überarbeitete Navigationsleiste für Android mit abgerundeten Ecken und einem schwebenden Design. Die Anpassung wurde in der Beta-Version 2.26.38.10 entdeckt, ist aber noch nicht für Beta-Tester freigeschaltet. Betroffen sind die Tabs Chats, Communities, Updates und Calls.
Das Design ähnelt der Optik von iOS, soll aber Androids eigene Gestaltungsprinzipien beibehalten – der Unterschied fällt im hellen Modus deutlicher aus als im dunklen. Eine ausgeprägte Liquid-Glass-Transparenz übernimmt das aktuelle Design nicht. Ein Veröffentlichungstermin wurde bislang nicht genannt, und das Erscheinungsbild kann sich noch ändern.
