WhatsApp-Betrugsmasche: Tanz-Voting führt zur Übernahme ganzer Konten
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 15:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsbehörden schlagen Alarm wegen einer neuen Betrugsmasche beim Kurznachrichtendienst WhatsApp. Cyberkriminelle nutzen kompromittierte Konten aus dem persönlichen Umfeld der Empfänger, um mit einem vermeintlichen Tanz-Voting gutgläubige Nutzer in eine Falle zu locken. Das primäre Ziel der Angreifer besteht darin, die Kontrolle über weitere Nutzerkonten zu übernehmen und diese anschließend für finanzielle Erpressungen und Phishing zu missbrauchen.
Masche nutzt Vertrauen und angebliche Talentwettbewerbe aus
Der Ablauf der Attacken folgt einem wiederkehrenden Muster. Betroffene erhalten über WhatsApp eine Nachricht von einer scheinbar vertrauten Person aus ihren gespeicherten Telefonkontakten. Darin bitten die Kriminellen um Unterstützung: Die Empfänger sollen bei einem Online-Wettbewerb für ein junges Tanztalent – vorgeblich die Tochter des Kontakts – abstimmen, um ihr zu einem Tanzkurs oder einem Stipendium zu verhelfen.
Der mitgesendete Link führt auf professionell gefälschte Abstimmungsseiten wie school-battles.com oder minidancer.biz.id. Um die angebliche Stimme abzugeben, müssen die Nutzer zunächst ihre eigene Mobilfunknummer eingeben.
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Anschließend werden sie aufgefordert, einen achtstelligen Verifizierungscode einzugeben oder einen QR-Code zu scannen. Dabei handelt es sich nicht um eine Bestätigung der Stimmabgabe, sondern um den offiziellen Verifizierungsprozess von WhatsApp, mit dem ein neues Zweitgerät über WhatsApp Web verknüpft wird. Sobald das Opfer den Schritt abschließt, erlangen die Angreifer vollen Zugriff auf das Konto, bestehende Chats und gespeicherte Mediendateien.
Kontoübernahme führt zu Geldforderungen im Bekanntenkreis
Nach der Kaperung des Accounts versenden die Täter im Namen des eigentlichen Inhabers Nachrichten an dessen Kontakte. Die Masche ähnelt dabei dem bekannten Enkeltrick: In aktuellen Fällen Anfang Oktober 2026 forderten die Kriminellen die Kontakte kurzfristig dazu auf, mehrere hundert Euro für eine angebliche Zahnarztrechnung per Echtzeit-Banktransfer zu überweisen.
Sicherheits- und Konsumentenschützer registrieren eine schnelle Ausbreitung der Vorfälle. Am 1. Oktober 2026 warnte die AK Tirol, dass sich die Betrugswelle rasant verbreite und zahlreiche Personen in Tirol entsprechende Mitteilungen erhalten hätten.
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Auch die Landespolizeidirektion Salzburg und die Plattform Watchlist Internet bestätigten bereits mehrere Vorfälle in Salzburg. In Deutschland informierten unter anderem das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, die Verbraucherzentrale sowie der Verein Mimikama über das vorgehen, während die Rostocker Polizei vor einer vergleichbaren Masche warnte.
Typische Alarmzeichen und Schutzmaßnahmen
Experten weisen auf mehrere Merkmale hin, an denen sich gefälschte Voting-Websites erkennen lassen. Dazu zählen Aufforderungen zur Eingabe von Verifizierungscodes, verdächtige KI-generierte Fotos sowie inaktive Unterseiten auf den Zielplattformen.
Zur Prävention sollten Nutzer niemals Verifizierungscodes weitergeben, unbekannte QR-Codes scannen oder ungesicherte Links anklicken. Gehen Geldforderungen ein, empfiehlt sich ein Rückruf über einen alternativen Kommunikationskanal, um die Echtheit zu überprüfen. Zudem wird die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung in den Kontoeinstellungen empfohlen.
Kommt es dennoch zu einer Übernahme des Profils, sollten Betroffene in den Einstellungen unter dem Menüpunkt für verknüpfte Geräte sämtliche unbekannten Sitzungen sofort abmelden, das Konto neu registrieren, ihr persönliches Umfeld umgehend warnen und den Vorfall bei der Polizei anzeigen.
