WhatsApp, Betrugsalarm

WhatsApp Betrugsalarm: Neue Schutzfunktion gegen Phishing-Welle

06.06.2026 - 20:25:29 | boerse-global.de

WhatsApp führt lokale Betrugswarnungen ein. Eine Phishing-Welle nach einem Booking.com-Datenleck treibt die Entwicklung an.

WhatsApp Betrugsalarm: Neue Funktion schützt vor Phishing
WhatsApp - Ein Smartphone zeigt eine WhatsApp-Nachricht mit einer Betrugswarnung. Hände halten das Telefon in einem professionellen Umfeld. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der sogenannte Betrugsalarm (Scam Alert) zeigt künftig Warnhinweise an, wenn Nachrichten von unbekannten Kontakten typische Merkmale für Phishing oder Betrug aufweisen.

Die Prüfung der eingehenden Nachrichten erfolgt dabei lokal auf dem Smartphone. So bleibt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unberührt und die Privatsphäre gewahrt. Wann die Funktion in der stabilen Version erscheint, ist noch offen.

Hotelbuchungen als Einfallstor für Betrüger

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Die Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Das schweizerische Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) meldete für Mai eine Verdreifachung der Phishing-Meldungen im Zusammenhang mit Hotelbuchungen. Waren es im April noch acht Fälle, stieg die Zahl im Mai auf 23.

Auslöser ist ein Datenleck bei Booking.com im April 2026. Kriminelle nutzen die gestohlenen Daten für gezielte WhatsApp-Angriffe. Sie setzen auf zwei Strategien: den Rückerstattungstrick (angeblicher Fehler bei einer Buchung) und die Stornierungsdrohung (angebliche Kreditkartenverifizierung auf gefälschten Webseiten). Ziel ist der Diebstahl von Zahlungsdaten und Bankzugängen.

Phishing-Welle erfasst zahlreiche Plattformen

Die WhatsApp-Betrugswelle ist Teil einer größeren Angriffswelle. Das FBI warnte zuletzt vor dem Phishing-Kit „Kali365“ auf Telegram, das seit April 2026 Microsoft-365-Konten angreift und sogar die Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen kann.

Auch Hardware-Wallet-Anbieter wie Ledger sind betroffen. Kriminelle nutzen die Angst vor Quantencomputer-Angriffen und verschicken gefälschte Briefe mit QR-Codes für angebliche Sicherheitsupdates. Die Briefe zielen auf Personen ab, deren Daten bereits beim Leck 2020 entwendet wurden – damals waren rund 270.000 Kunden betroffen.

Die Dimension des Problems ist enorm: In den letzten zwei Jahren stiegen KI-gestützte Phishing-Angriffe um rund 1.200 Prozent. Das FBI bezifferte die Verluste durch Internetkriminalität in den USA für 2025 auf 19,2 Milliarden Euro – ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Weitere Neuerungen bei WhatsApp und Android

Parallel zum Betrugsalarm rollt WhatsApp weitere Updates aus. Die Chat-Listen erhalten eine übersichtlichere Filterung und eine neue Liste für Nachrichtenentwürfe. iOS-Nutzer bekommen das Update jetzt, Android-Nutzer haben es teilweise schon seit zwei Wochen. Zudem führt WhatsApp KI-Agenten für Business-Konten ein – für automatisierte Kundenkommunikation rund um die Uhr.

Auch Google schließt Sicherheitslücken: Das Juni-Update 2026 behebt 124 Schwachstellen in Android. Darunter eine kritische Zero-Day-Lücke (CVE-2025-48595), die Geräte ab Android 14 betrifft. Pixel-Smartphones erhalten zudem eine neue Funktion zur Erkennung betrügerischer Anrufe auf Basis des RCS-Standards.

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