WhatsApp-Betrug, Polizei

WhatsApp-Betrug: Polizei warnt vor Klara-Masche in NRW

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 18:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Polizei NRW meldet sechs Fälle der WhatsApp-Betrugsmasche und erklärt, wie gefälschte Abstimmungen zur Kontoübernahme führen können.

WhatsApp-Betrugswelle: Polizei warnt vor der Klara-Masche
Ein minimalistischer, schattiger Raum mit einem leeren Stuhl bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen warnt aktuell vor einer neuen Betrugswelle auf dem Messenger-Dienst WhatsApp. Bei der sogenannten „Klara-Masche“ versuchen Cyberkriminelle, durch die Täuschung über einen angeblichen Fotowettbewerb die Kontrolle über die Benutzerkonten der Opfer zu erlangen.

Das Vorgehen der Täter folgt dabei einem spezifischen Muster, das auf der Hilfsbereitschaft der Nutzer basiert. Betroffene erhalten Nachrichten, in denen sie gebeten werden, für eine person namens „Klara“ bei einem Online-Fotowettbewerb abzustimmen. Der in der Nachricht enthaltene Link führt jedoch nicht zu einer legitimen Plattform, sondern auf eine manipulierte Webseite, die eine Abstimmung lediglich vortäuscht.

Mechanismus der Kontoübernahme

Nach Angaben der Polizei NRW ist der vermeintliche Abstimmungsprozess darauf ausgelegt, sensible Zugangsdaten abzugreifen. Um die Stimme für „Klara“ angeblich zu validieren, werden die Nutzer aufgefordert, ihre Mobilfunknummer sowie einen WhatsApp-Verifizierungscode einzugeben.

Dieser Code wird in der Regel zeitgleich durch eine offizielle Systemanfrage von WhatsApp generiert, da die Betrüger im Hintergrund versuchen, das Konto auf einem neuen Gerät anzumelden.

Sobald die Opfer den Code auf der gefälschten Webseite eingeben, übermitteln sie den Tätern die finale Berechtigung zur Übernahme ihres Profils. Mit der Kombination aus Telefonnummer und Code können die Angreifer den Account auf einem fremden Endgerät aktivieren.

In der Folge verlieren die rechtmäßigen Nutzer den Zugriff auf ihre Kommunikation, während die Angreifer die Identität übernehmen können, um die Masche im Namen der Opfer an deren Kontakte weiterzuverbreiten.

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Regionale Vorfälle und polizeiliche Empfehlungen

Die Behörden berichten bereits über konkrete Fallzahlen. So verzeichnete die Kreispolizei Borken in den vergangenen Wochen insgesamt 6 Taten, die dieser spezifischen Vorgehensweise zugeordnet werden konnten. Es sei davon auszugehen, dass die Täter gezielt darauf setzen, dass Nachrichten von scheinbar bekannten Kontakten weniger kritisch hinterfragt werden. Oftmals wurden die Konten der Absender bereits zuvor durch die gleiche Methode kompromittiert.

Um sich vor derartigen Übergriffen zu schützen, hat die Polizei NRW eine Reihe von Sicherheitshinweisen veröffentlicht. Grundsätzlich gelte, dass Links in unaufgeforderten Nachrichten, die zu Abstimmungen oder Gewinnspielen führen, nicht angeklickt werden sollten.

Die Polizei empfiehlt, die Echtheit einer solchen Anfrage über einen alternativen Kommunikationsweg zu prüfen. Ein kurzer Telefonanruf bei der Person, von der die Nachricht stammt, könne schnell Klarheit darüber schaffen, ob es sich um eine legitime Bitte oder einen Betrugsversuch handelt.

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Messenger-Dienste wie WhatsApp sind ein beliebtes Ziel für Kriminelle, um Schadsoftware zu verbreiten oder Identitäten zu stehlen. IT-Experten empfehlen daher zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, die über die Standard-Einstellungen hinausgehen und einfach umzusetzen sind. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber für Android herunterladen

Für den Fall, dass ein Konto bereits übernommen wurde, raten die Beamten dazu, umgehend Anzeige zu erstatten. Zudem sollten Betroffene ihr soziales Umfeld auf anderem Wege über den Identitätsdiebstahl informieren, um zu verhindern, dass weitere Personen aus der Kontaktliste auf den Betrug hereinfallen.

Experten weisen zudem darauf hin, dass WhatsApp-Codes niemals an Dritte weitergegeben oder auf externen Webseiten eingetragen werden dürfen, da diese ausschließlich der persönlichen Anmeldung am Dienst dienen.

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