WhatsApp-Betrug, Polizei

WhatsApp-Betrug: Polizei Köln warnt vor gefälschter Eliska-Abstimmung

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 23:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gefälschte Abstimmungen ermöglichen Kriminellen den Zugriff auf WhatsApp-Konten und anschließende Geldforderungen an gespeicherte Kontakte.

WhatsApp-Betrug mit Ghost Pairing: Polizei warnt vor Kontenübernahme
Ein minimalistischer Beistelltisch in einem schattigen Wohnzimmer bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die Kölner Polizei warnt vor einer Betrugsmethode auf WhatsApp, die als Ghost Pairing bezeichnet wird. Bei den Ermittlern werden bereits mehrere entsprechende Vorfälle bearbeitet, wie aus aktuellen Berichten hervorgeht. Die Täter verschaffen sich dabei heimlich Zugriff auf Nutzerkonten, um im Namen der Betroffenen deren persönliche Kontakte finanziell auszunutzen.

Vorgehen über gefälschte Abstimmungen

Nach Angaben der Polizei Köln nutzen die Kriminellen zuvor übernommene Konten von Bekannten der potenziellen Opfer. Über diese Accounts versenden sie Nachrichten mit der Bitte, an einem Online-Wettbewerb teilzunehmen. Häufig geht es um eine angebliche Stimmabgabe für eine Person namens Eliska, wobei als erster Preis ein kostenloser Tanzkurs in Aussicht gestellt wird.

Laut Verbraucherschützern variieren die genannten Vornamen – darunter auch Emma, Klara, Marlies, Mia oder Sophia – ebenso wie die angeblichen Gewinne, zu denen mitunter Stipendien oder Fotokurse zählen. Die versandten Links führen häufig auf Seiten wie gauditanz.de.

Folgen die Empfänger dem Link oder scannen einen bereitgestellten QR-Code, gelangen sie auf gefälschte Abstimmungsseiten. Dort werden sie aufgefordert, ihre Mobilfunknummer sowie Bestätigungs- oder Kopplungscodes einzugeben. Durch die Eingabe oder den Scan verknüpfen die Betroffenen unbemerkt das Gerät der Betrüger mit dem eigenen WhatsApp-Konto.

Da der Messenger auf dem Smartphone des Opfers weiterhin uneingeschränkt funktioniert, bleibt der unbefugte Fremdzugriff im Hintergrund oft lange unentdeckt. Die Angreifer können fortan Chats und Kontakte einsehen sowie eigenständig Nachrichten verfassen.

Geldforderungen und bundesweite Fälle

Im Anschluss an die Kontoverknüpfung kontaktieren die Täter die im Adressbuch gespeicherten Personen und bitten um dringende Überweisungen. Als Vorwände dienen etwa angebliche Notfälle, medizinische Behandlungen, dringende Rechnungen, Zahnarztbesuche oder Probleme mit der Bankkarte. Nach Angaben des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen ist einmal überwiesenes Geld in solchen Fällen unwiederbringlich verloren.

Die Dimension digitaler Straftaten spiegelt sich auch im Gesamtlagebild wider: Nach Angaben des Bundeskriminalamts befindet sich die Cyberkriminalität in Deutschland auf einem neuen Höchststand, der wirtschaftliche Schaden liegt bei über 200 Milliarden Euro.

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Dass die Masche bundesweit auftritt, belegen weitere Polizeiberichte. Die Polizeidirektion Zwickau meldete seit Mitte August zwölf Fälle dieser Art in ihrem Zuständigkeitsbereich, bei denen Geschädigte jeweils zwischen 500 und 615 Euro verloren.

Auch aus dem bayerischen Raum Wemding wurde ein Fall bekannt: Dort hatte eine Frau am Montagabend einen Link geöffnet, der eine angebliche Kontosperrung verhindern sollte. Die Betrüger übernahmen ihr Profil und forderten Kontakte auf, jeweils 500 Euro über PayPal per Freundezahlung zu senden.

Weil Empfänger telefonisch nachfragten, blieb es beim Betrugsversuch. Die Behörden ermitteln dort wegen des Verdachts auf Ausspähen und Fälschen beweiserheblicher Daten sowie versuchten Betrugs.

Schutzmaßnahmen für Messenger-Nutzer

Die Polizei Köln empfiehlt Anwendern, verdächtige Verknüpfungen regelmäßig zu kontrollieren. Unter den Einstellungen im Bereich für verknüpfte Geräte sollten unbekannte Sitzungen umgehend abgemeldet werden.

Generell gilt der Rat, keine Links oder QR-Codes aus unsicheren Quellen zu öffnen und niemals Verifizierungs- oder Kopplungscodes an Dritte weiterzugeben. Gehen Geldbitten von Angehörigen ein, sollte stets zuerst über einen alternativen Kommunikationsweg wie das Festnetz telefoniert werden.

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Zur Absicherung empfehlen Experten die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung mit einer sechsstelligen PIN sowie den Einsatz von Passkeys. Ist ein Account bereits kompromittiert, trennt eine erneute Registrierung der eigenen Rufnummer per SMS-Code in der Regel die Verbindung zum Gerät der Betrüger automatisch.

Haben die Täter bereits eine eigene PIN eingerichtet, kann es dabei zu einer Wartezeit von bis zu sieben Tagen kommen. Geschädigten rät die Polizei zur Sicherung von Beweisen und zur Erstattung einer Strafanzeige.

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