WhatsApp-Betrug: Phishing-Mails drohen Kontolöschung in 24 Stunden
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 12:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle Akteure nutzen derzeit verstärkt betrügerische Kommunikationswege, um Zugriff auf die Konten von WhatsApp-Nutzern zu erhalten. Dabei setzen sie unterschiedliche Methoden ein, die von drohenden E-Mails bis hin zu manipulierten Abstimmungsaufforderungen in sozialen Netzwerken reichen.
Experten beobachten insbesondere eine Zunahme von Phishing-Versuchen, die den Opfern suggerieren, ihr Nutzerkonto stünde vor einer unmittelbaren Deaktivierung.
Zeitdruck als Instrument der Manipulation
Laut Berichten des Portals verbraucherschutzforum.berlin werden aktuell gefälschte E-Mails im Namen von WhatsApp versendet, die eine angebliche Überprüfung der Nutzerdaten fordern. Den Empfängern wird dabei ein enges Zeitfenster von lediglich 24 Stunden eingeräumt.
Sollte die Verifizierung innerhalb dieser Frist nicht erfolgen, drohen die Absender mit der vollständigen Deaktivierung des Kontos und der unwiederbringlichen Löschung aller gespeicherten Nachrichten.
Diese E-Mails nutzen gezielt Betreffzeilen, die offizielle Mitteilungen vortäuschen sollen. In den letzten Tagen wurden Varianten wie „Whats App Konto Information“, „Prüfung“ oder „Hinweis“ registriert.
Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass solche massiven Drohungen und kurze Fristen typische Merkmale von Internetkriminalität sind. Sie empfehlen dringend, keine Links in solchen Nachrichten anzuklicken und die E-Mails stattdessen als Spam zu markieren. Eine Prüfung des Kontostatus sollte grundsätzlich nur direkt über die offizielle App auf dem Smartphone erfolgen.
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Die „Ghost Pairing“-Masche über gefälschte Votings
Parallel zu den Phishing-E-Mails warnen Polizeibehörden vor einer weiteren gefährlichen Betrugsform, die sich derzeit vor allem in Nordrhein-Westfalen und im süddeutschen Raum ausbreitet. Die Polizei Soest berichtet von Fällen, in denen Nutzer Nachrichten erhalten, die um eine Stimme für Personen namens Klara oder Sarah bitten. Diese würden angeblich an einer Abstimmung für ein Stipendium teilnehmen.
Hinter dem beigefügten Link verbirgt sich jedoch ein gefälschtes Portal, das den Anmeldebildschirm von WhatsApp nachahmt. Wenn Nutzer dort ihre Mobilfunknummer und einen Bestätigungscode eingeben, erfolgt ein sogenanntes „Ghost Pairing“.
Die Polizei Konstanz erläutert hierzu, dass die Opfer durch die Eingabe unwissentlich ein fremdes Gerät der Kriminellen mit ihrem eigenen WhatsApp-Konto verknüpfen. Dies geschieht über die Funktion „Verknüpfte Geräte“, wodurch die Angreifer vollen Zugriff auf die Kommunikation und Kontakte des Opfers erhalten können. Ermittlungen ergaben, dass für diese Zwecke gezielt Domains wie litellstars.top und starsvote.top verwendet werden.
Empfehlungen für die IT-Sicherheit
Um sich vor diesen Übergriffen zu schützen, haben die Ermittlungsbehörden und Sicherheitsfachleute einen Katalog an Schutzmaßnahmen veröffentlicht. Ein zentraler Aspekt ist die Skepsis gegenüber unaufgeforderten QR-Codes oder Links, selbst wenn diese scheinbar von bekannten Kontakten stammen.
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Da Konten oft übernommen werden, um den Betrug im Freundeskreis weiterzuverbreiten, ist die Herkunft einer Nachricht allein kein Garant für deren Seriosität.
Zudem wird geraten, regelmäßig in den WhatsApp-Einstellungen unter dem Punkt „Verknüpfte Geräte“ zu kontrollieren, ob unbekannte Computer oder Browser mit dem Konto gekoppelt sind. Sollten dort nicht autorisierte Sitzungen auftauchen, lassen sich diese mit einem Klick beenden.
Als effektivster Schutz gegen die Übernahme des Kontos gilt die Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung, auch bekannt als Passkey oder PIN-Schutz. Diese zusätzliche Sicherheitsebene verhindert, dass Kriminelle allein mit der Telefonnummer und einem SMS-Code Zugriff auf das Profil erlangen können.
