WhatsApp-Betrug, Kriminelle

WhatsApp-Betrug: Kriminelle übernehmen Konten und erbeuten Tausende

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 18:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Betrugsmasche über gekaperte WhatsApp-Konten verursacht Schäden im Tausenderbereich. Auch Quishing und KI-Phishing nehmen zu.

WhatsApp-Betrugswelle: Kriminelle übernehmen Konten und erbeuten Tausende Euro
Ein Smartphone zeigt einen verdächtigen QR-Code auf einem Messenger-Display, Symbolbild für Cyberkriminalität und Phishing. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ermittler warnen vor einer neuen Betrugswelle bei WhatsApp. Täter übernehmen komplette Nutzerkonten und erbeuten so Geld von Freunden und Familien der Opfer.

Falsche Abstimmungen führen zur Kontoübernahme

Die Masche läuft über bereits gekaperte Konten. Kriminelle senden Nachrichten an alle Kontakte des ursprünglichen Besitzers – mit der Aufforderung, an einer angeblichen Abstimmung teilzunehmen. Ein beigefügter Link, QR-Code oder die Abfrage einer PIN genügt, um Zugriff auf das neue Opferkonto zu bekommen. Der rechtmäßige Nutzer wird ausgesperrt.

Im Landkreis Rostock verlor ein 65-Jähriger auf diese Weise die Kontrolle über seinen Account. Die Täter baten seine Kontakte um Geld für eine angebliche dringende Zahnbehandlung. Vier Personen überwiesen insgesamt 3.150 Euro. Die Betrüger beantworteten sogar Rückfragen individuell – lehnten aber Telefonate konsequent ab.

Quishing und KI-Phishing nehmen zu

Parallel zur WhatsApp-Masche steigt die Zahl der sogenannten Quishing-Angriffe. Dabei manipulieren Täter QR-Codes, etwa an Parkuhren auf Mallorca, und leiten Nutzer auf gefälschte Zahlungsseiten. Auch bei PayPal tauchen manipulierte E-Mails mit echten Betreffzeilen auf, die Opfer auf betrügerische Hotlines locken.

Phishing war 2025 die häufigste Cyberkriminalitäts-Methode in der EU. Die Angriffe werden technisch immer raffinierter: Bereits 86 Prozent aller Phishing-Attacken laufen KI-gestützt. Neben Privatpersonen sind auch Unternehmensnutzer von Microsoft zunehmend Ziel von Device-Code-Phishing.

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Fernwartung und Identitätsdiebstahl kosten Millionen

Auch klassische Telefonbetrugsmaschen verursachen weiter hohe Schäden. In Ludwigshafen erbeuteten Täter mit einem falschen Gewinnversprechen und Fernwartungssoftware 19.000 Euro von einem 83-Jährigen. In Bassum täuschten Betrüger per Call ID Spoofing die Telefonnummer einer Bank vor und brachten ein Opfer dazu, 5.000 Euro über eine Sicherheits-App freizugeben.

Die BaFin meldet zudem deutlich mehr Warnmeldungen zu Identitätsmissbrauch. Kriminelle erstellen täuschend echte Kopien von Finanzwebsites, um Anleger bei Festgeld und Kryptowährungen zu schädigen.

So schützen Sie sich vor Kontoübernahme

Das BSI und die Polizei empfehlen dringend, die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren. Zudem sollten Nutzer keine Links oder QR-Codes aus unangeforderten Nachrichten öffnen und bei Geldforderungen von Bekannten immer persönlich anrufen. Die Liste verknüpfter Geräte in den WhatsApp-Einstellungen sollte regelmäßig geprüft werden.

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Wer sein Konto verloren hat, sollte das Umfeld sofort über andere Kanäle warnen und Anzeige erstatten. Eine Kriminalhauptkommissarin bringt es auf den Punkt: „Bei verdächtigen Anrufen oder Nachrichten sind Misstrauen und das sofortige Beenden der Kommunikation der effektivste Schutz.“

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