WhatsApp-Betrug, Indische

WhatsApp-Betrug: Indische Firmen um 12,5 Mio. Euro betrogen

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 22:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Kriminelle setzen KI-Stimmenklone und Deepfakes ein, um Millionen von Firmen zu erbeuten. SEBI schlägt Alarm.

Indische Börsenaufsicht warnt vor KI-Betrug mit Deepfakes
Ein Smartphone-Bildschirm zeigt einen WhatsApp-Chat mit einem verschwommenen, KI-generierten Gesicht im Profilbild, in einem dunklen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die indische Börsenaufsicht SEBI schlägt Alarm: Kriminelle nutzen KI-Stimmenklone und Deepfakes, um Firmen um Millionen zu betrügen.

Firmen in Navi Mumbai um umgerechnet 12,5 Millionen Euro betrogen

Allein zwischen dem 14. und 15. Juli 2026 wurden zwei Unternehmen in Navi Mumbai Opfer einer perfiden Betrugsmasche. Der Schaden: umgerechnet rund 12,5 Millionen Euro. Bei Star Mangalsutra LLP, einer Tochter des Goldhändlers Sky Gold, überwies ein Buchhalter umgerechnet 12,2 Millionen Euro – nachdem er Nachrichten von einem Profil erhalten hatte, das den Firmeninhaber Mangesh Chauhan täuschend echt imitierte. Ein zweites Unternehmen, Haware Properties, verlor auf ähnliche Weise umgerechnet rund 340.000 Euro.

Die Aktien von Sky Gold fielen am 17. Juli um drei Prozent, nachdem der unbefugte Transfer bekannt wurde. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Zwei Personen wurden festgenommen, weil sie mutmaßlich „Mule-Konten“ eröffnet haben sollen – also Bankkonten, die zur Weiterleitung des gestohlenen Geldes dienten.

SEBI warnt vor KI-gestützten Angriffen

Am 17. Juli 2026 warnte die SEBI börsennotierte Unternehmen vor der zunehmenden Raffinesse dieser Angriffe. Die Täter setzen demnach auf KI-Stimmenklone, Deepfake-Videoanrufe und manipulierte ZIP-Dateien, um Geschäftsführer zu imitieren und WhatsApp-Web-Konten zu übernehmen. Die Behörde fordert Führungskräfte auf, alle finanziellen Anweisungen über vertrauenswürdige, direkte Kanäle zu verifizieren und verdächtige Aktivitäten der nationalen Cybercrime-Hotline unter 1930 zu melden.

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Auch das indische Ministerium für Unternehmensangelegenheiten (MCA) schaltete sich ein. Es stellte klar, dass das Ministerium niemals per Telefon oder WhatsApp finanzielle Angelegenheiten mit Unternehmen klärt. Hintergrund ist eine Reihe prominenter Fälle – darunter die Übernahme des WhatsApp-Kontos von Shiv-Sena-Politikerin Shaina NC. Betrüger nutzten ihr Profil, um dringende Zahlungsaufforderungen an ihre Kontakte zu senden.

Weltweite Welle von WhatsApp-Betrug

Die Betrugswelle beschränkt sich nicht auf Unternehmen. Auch Privatanleger sind im Visier. Am 17. Juli 2026 überprüfte die indische Presseagentur PIB ein virales Deepfake-Video von Premierminister Narendra Modi. Es versprach monatliche Einkünfte von umgerechnet 285.000 Euro – über eine betrügerische Investmentplattform.

Internationale Aufseher beobachten ähnliche Muster. Die australische Finanzaufsicht ASIC warnte am 16. Juli 2026 vor „Pump-and-Dump“-Manipulationen auf WhatsApp mit gefälschten Promi-Empfehlungen. Allein in den ersten zwei Juliwochen 2025 verloren 16 Australier umgerechnet 2,5 Millionen Euro durch solche Betrugsmaschen. Im gesamten Jahr 2025 waren es umgerechnet 780 Millionen Euro.

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So erkennen Unternehmen und Nutzer gefälschte Profile

Experten und Aufsichtsbehörden nennen klare Warnsignale für ein kompromittiertes Konto: unaufgeforderte Bestätigungscodes, unbekannte Geräte in der WhatsApp-Web-Übersicht und unautorisierte Änderungen der Profilinformationen. Zum Schutz empfehlen sie, Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren und die Software stets aktuell zu halten.

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