WhatsApp-Betrug: Ghost Pairing ermöglicht Kontoübernahmen
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 10:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Polizei Köln warnt aktuell vor einer neuen Betrugsmethode beim Messenger-Dienst WhatsApp, die als „Ghost Pairing“ bezeichnet wird. Bei dieser Masche versuchen Cyberkriminelle, fremde Konten zu übernehmen, um anschließend im Namen der rechtmäßigen Besitzer betrügerische Nachrichten an deren Kontakte zu versenden. Das Ziel ist in vielen Fällen die Erschleichung hoher Geldbeträge unter dem Vorwand privater Notlagen.
Funktionsweise des Ghost Pairing
Der Betrug beginnt laut polizeilichen Erkenntnissen häufig mit einer scheinbar harmlosen Nachricht. Nutzer werden darin gebeten, an einer Abstimmung teilzunehmen – etwa mit der Frage, ob man für eine Person namens Eliska stimmen könne. Diese Nachrichten enthalten meist einen Link oder einen QR-Code.
Sobald ein Nutzer den Link anklickt oder den Code scannt, ermöglichen die technischen Hintergründe dieser Aktion die Verknüpfung eines fremden Geräts mit dem eigenen WhatsApp-Konto. In einigen Fällen werden die Opfer dazu aufgefordert, ihre Telefonnummer sowie einen achtstelligen Code einzugeben. Ist die Verknüpfung erfolgreich, können die Angreifer sämtliche Chats mitlesen und aktiv Nachrichten im Namen des Opfers verfassen.
Hohe finanzielle Schäden durch fingierte Notfälle
Nach der Übernahme des Kontos folgt in der Regel ein Phishing-Versuch im Bekanntenkreis des Betroffenen. Die Experten von Watchlist Internet berichten von Fällen, in denen Kontakte um die Begleichung einer vermeintlichen Zahnarztrechnung in Höhe von 670 Euro gebeten wurden.
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Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in Nürnberg. Dort erhielt ein Mann eine Nachricht eines Bekannten, der vorgab, sich gerade beim Zahnarzt zu befinden und dringend 590 Euro für die Behandlung zu benötigen. Da das Konto des Bekannten bereits gekapert worden war, überwies der Nürnberger den Betrag im Glauben, seinem Freund zu helfen.
Auch in Thüringen kam es Mitte September zu einem erfolgreichen Betrug. Ein Mann aus Bad Berka im Weimarer Land verlor 580 Euro durch eine Echtzeitüberweisung. Er hatte eine gefälschte Nachricht von einem Kollegen erhalten. Tatsächlich hatten sich Unbekannte unbefugt Zugriff auf das Konto des Arbeitskollegen verschafft und die Geldsumme im Namen des Mannes angefordert.
Prävention und Sofortmaßnahmen für Betroffene
Die Polizei rät dringend dazu, keine Links oder QR-Codes von unbekannten Absendern zu bestätigen. Sollte der Verdacht bestehen, dass ein Konto bereits kompromittiert wurde, lässt sich dies in den App-Einstellungen unter dem Punkt „Verknüpfte Geräte“ überprüfen. Nutzer von Android-Geräten finden diese Option im Drei-Punkte-Menü, iOS-Nutzer innerhalb ihres Profils. Unbekannte oder verdächtige Geräte sollten umgehend manuell getrennt werden.
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Zusätzlich empfehlen Sicherheitsbehörden die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung, um den Schutz des Accounts zu erhöhen. Vor jeder Überweisung, die aufgrund einer Messenger-Nachricht getätigt werden soll, ist zudem eine persönliche Rücksprache mit dem Absender – etwa durch einen Telefonanruf – ratsam, um die Identität sicherzustellen.
Informationsveranstaltungen zur digitalen Sicherheit
Aufgrund der zunehmenden Komplexität digitaler Betrugsmaschen bietet die Polizei Bielefeld im Herbst und Winter eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Sicherheit im Alltag für Seniorinnen und Senioren“ an.
Ein Termin Mitte Oktober widmet sich explizit den Themen digitaler Betrug, Messenger-Dienste und Phishing. Weitere Termine behandeln allgemeine Betrugsmaschen sowie den Einbruchschutz. Anmeldungen nimmt die Volkshochschule unter der Telefonnummer 0521 51-6526 entgegen.
