WhatsApp-Betrug, Gefälschte

WhatsApp-Betrug: Gefälschte Abstimmungslinks übernehmen Konten in Deutschland

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 04:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Von manipulierten Firmenprofilen bis zu schädlichen Dateien: Betrüger erschleichen Geld und Kontozugänge. Experten empfehlen technische Schutzmaßnahmen und Vorsicht.

WhatsApp-Betrug: Gefälschte Nachrichten führen zu Kontoübernahmen
Ein modernes, leeres Büro mit Glaswänden und Blick auf eine verschwommene nächtliche Stadtlandschaft. Illustration mit AI erstellt.

Mehrere aktuelle Berichte dokumentieren eine wachsende Zahl von Betrugsfällen, bei denen Angreifer über WhatsApp mit gefälschten Warnungen, manipulierten Profilbildern und bösartigen Dateien Zugriff auf Bankkonten ihrer Opfer erlangen. Die Masche reicht von einfachen Ja/Nein-Antworten bis zu millionenschweren Betrügereien gegen Unternehmen in Indien und internationale Fälle mit organisierter Struktur.

Whale-Phishing gegen ein Immobilienunternehmen in Pune

Die Cyber-Polizei von Pune nahm fünf Cyberbetrüger mit Kontakten nach China fest, nachdem eine Kothrud-Immobilienfirma um 1,95 Crore Rupien betrogen worden war. Der 37-jährige Accounts Manager der Firma wurde per WhatsApp-Nachricht getäuscht, deren Absender das Profilbild des tatsächlichen Firmenpartners nutzte.

In der Folge tätigte er zwei Überweisungen – Rs 95 Lakh für ein laufendes Kothrud-Projekt sowie weitere Rs 1 Crore. Erst eine dritte Forderung über Rs 1,9 Crore ließ den Betrug auffliegen. Der Fall wurde im Februar 2026 registriert. Laut Polizeiangaben verzeichneten die Behörden von Pune City und Pimpri Chinchwad seit 2022 fast ein dutzend vergleichbarer Whale-Phishing-Fälle.

Falsche Abbuchungswarnungen und Malware-Fotos

Ein Chartered Accountant in Lucknow verlor ?1,70 Lakh von zwei Bankkonten, nachdem er auf eine WhatsApp-Nachricht mit einer angeblichen Abbuchung von ?90.000 lediglich mit „No" geantwortet hatte – ohne einen Link anzuklicken, ein OTP zu teilen oder eine Remote-App zu installieren.

Additional DCP (Crime) Kiran Yadav erklärte, der Fall werde untersucht, die genaue Ausführungsweise sei noch offen. Experten betonten, eine bloße Antwort verschaffe keinen vollständigen Gerätezugriff; eine forensische Analyse sei notwendig. Betroffene können sich an die Cybercrime-Helpline 1930 wenden.

Auch die Lucknow Crime Branch warnte im Rahmen der „Operation Digital Kavach" vor gefälschten WhatsApp-Banknachrichten, die eine angebliche Großabbuchung melden und eine Ja/Nein-Antwort fordern. ADCP Yadav riet dazu, solche Nachrichten nicht zu beantworten, keine Links, APKs oder Dateien zu öffnen, Transaktionen nur über die offizielle Bank-App zu prüfen und OTP, UPI-PIN, ATM-PIN sowie CVV niemals weiterzugeben.

Ein 71-jähriger pensionierter Geschäftsmann in Meghaninagar, Ahmedabad, verlor Mitte September ?6,4 Lakh von zwei Konten, nachdem er eine per WhatsApp erhaltene Hochzeitseinladung eines bekannten Kontakts geöffnet hatte.

Anzeige

Wer sich mit den Gefahren durch manipulierte Nachrichten und Apps befasst, sollte sein Gerät aktiv gegen unbefugte Zugriffe schützen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Smartphone effektiv vor Hackern und Datenmissbrauch absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Der Klick installierte eine bösartige APK-Datei, wodurch das Gerät kompromittiert und die Nachricht an weitere Kontakte weitergeleitet wurde. Zwei Tage später erhielt er SMS-Warnungen über unbefugte Transaktionen; das Geld wurde über mehrere Konten transferiert. Auch dieser Fall wurde bei der Cybercrime Police über die Helpline 1930 gemeldet.

Ein ähnliches Muster beschreibt ein Vorfall in Ranchi: Kaithireshan Selvan verlor rund 1,75 Lakh Rupien, nachdem er ein per WhatsApp erhaltene Foto eines angeblichen Traffic-Challans geöffnet hatte, was zu drei unautorisierten Transaktionen führte. Er erstattete Anzeige bei der Cyber Crime Thana.

Millionenbetrug durch gefälschte Direktoren-Identität

In Ahmedabad überwies ein Mitarbeiter eines Pharmaunternehmens Rs 3 Crore an Betrüger, die ein WhatsApp-Konto mit Namen und Foto des echten Firmendirektors nutzten. Erst ein Anruf beim tatsächlichen Direktor deckte den Betrug auf.

Das Unternehmen erstattete Anzeige bei der Cybercrime Police Ahmedabad Rural; Rs 2,9 Crore konnten innerhalb von 30 Minuten eingefroren werden, sodass die Täter nur Rs 6 Lakh abheben konnten. Per Gerichtsbeschluss wurde der eingefrorene Betrag später zurückerstattet.

Weitere Festnahmen und internationale Fälle

Die Polizei von Dibrugarh in Assam nahm zwei Personen in Malappuram, Kerala, wegen WhatsApp-Identitätsbetrugs über rund Rs 50 Lakh fest. Die Verhafteten, Suhail Paloli (26) und Asarudheen P., sollen Rs 4,50 Lakh auf ein Konto transferiert und per Scheck abgehoben haben; beide sitzen in Polizeigewahrsam.

In Südafrika erstattete die Asset Forfeiture Unit der National Prosecuting Authority in Mpumalanga dem Unternehmen Jormid Electrical R21,55 Mio. zurück, nachdem der Financial Manager des Unternehmens über WhatsApp-Nachrichten getäuscht worden war, die angeblich von der ABSA-Bank stammten.

Ein Anrufer, der sich als Mitarbeiter der ABSA Fraud Division ausgab, hatte ihn dazu gebracht, elektronische Links zu genehmigen. Nach einer Beschlagnahmungsanordnung folgten am 15. und 21. September 2026 drei Verfallanordnungen gegen Guthaben auf neun Bankkonten, wodurch der gesamte Betrag zurückerstattet werden konnte.

Betrugsmasche mit Abstimmungslinks in Deutschland

Verbraucherzentralen warnen seit August 2026 vor einer WhatsApp-Betrugsmasche, bei der emotionale Nachrichten um eine Abstimmung für Mädchen bitten, die angeblich an einem Tanzkurs, Stipendium oder Fotokurs teilnehmen wollen. Der beigefügte Link führt zu einer gefälschten Abstimmungsseite, die Mobilfunknummer, Verifizierungscode oder QR-Code abfragt.

Die Täter missbrauchen dabei die WhatsApp-Geräteverknüpfung, die bis zu fünf Geräte zulässt, um Konten zu übernehmen und weitere Betrugsversuche zu starten. Die Verbraucherzentralen empfehlen, verknüpfte Geräte regelmäßig zu prüfen und abzumelden, die Zwei-Schritt-Verifizierung zu aktivieren und Kontakte im Betrugsfall zu warnen.

Anzeige

Angesichts der Millionen gehackten Konten jedes Quartal ist der herkömmliche Schutz oft nicht mehr ausreichend. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie die neue Passkey-Technologie nutzen, um sich bei Diensten wie WhatsApp oder Amazon ohne unsichere Passwörter anzumelden. Kostenlosen Passkey-Report jetzt herunterladen

Schutzmaßnahmen der Branche

Cybersicherheitsexperten warnen zudem vor unscharfen Fotos, die von unbekannten Nummern verschickt werden und oft mit Begleittexten wie „How are you?" oder „Do you know this person?" versehen sind. Ein Herunterladen dieser Dateien installiere Malware, die Bankdaten stiehlt und Konten leert.

Empfohlen wird, den automatischen Medien-Download in den WhatsApp-Einstellungen unter „Storage and Data" für mobile Daten, WLAN und Roaming zu deaktivieren und insbesondere ältere oder weniger technikaffine Nutzer entsprechend aufzuklären.

Der Mobilfunkanbieter Econet Wireless Zimbabwe forderte seine Kunden auf, WhatsApp-Konten mit Passkeys und einer Zwei-Schritt-Verifizierung samt sechsstelliger PIN und Wiederherstellungs-E-Mail abzusichern.

Weitere Empfehlungen umfassen, Verifizierungscodes oder PINs niemals zu teilen, verknüpfte Geräte regelmäßig zu prüfen und unbekannte zu entfernen, WhatsApp aktuell zu halten, unautorisierte Rufumleitungen zu deaktivieren, keine unverifizierten Codes mit Stern-Symbolen zu wählen, keine unbekannten QR-Codes zu scannen, verdächtige Links zu meiden und Geldanfragen stets telefonisch direkt zu verifizieren.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70172635 |