WhatsApp: Benutzernamen statt Telefonnummer für 3 Mrd. Nutzer
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 16:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Messaging-Plattform WhatsApp bereitet eine grundlegende Änderung ihrer Identifikationslogik vor. Wie der Mutterkonzern Meta bekannt gab, können Nutzer künftig Benutzernamen erstellen, um Konversationen zu starten oder neue Kontakte zu knüpfen, ohne dabei ihre private Telefonnummer offenlegen zu müssen.
Die Reservierungsphase für diese neuen Identifikatoren wurde bereits eingeleitet, während der eigentliche Rollout der Funktion schrittweise im Laufe des Jahres 2026 erfolgen soll.
Strategischer Wandel für Milliarden von Nutzern
Die Einführung der Benutzernamen betrifft eine Nutzerbasis von über 3 Mrd. Menschen weltweit. Bislang fungierte die Mobilfunknummer als primäres und zwingendes Identifikationsmerkmal auf WhatsApp.
Mit der Einführung der neuen Option reagiert das Unternehmen auf den Bedarf nach mehr Privatsphäre und Flexibilität in der digitalen Kommunikation. Es wird damit möglich sein, die Erreichbarkeit auf der Plattform von der physischen Telefonnummer zu entkoppeln. Dies ist insbesondere für den Austausch in größeren Gruppen oder bei flüchtigen Bekanntschaften relevant, bei denen Nutzer den Zugriff auf ihre persönliche Nummer einschränken möchten.
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Der Prozess zur Einführung dieser Funktion ist laut Unternehmensangaben langfristig angelegt. Während die Möglichkeit zur Reservierung gewünschter Namen bereits besteht, wird die technische Umsetzung über das gesamte Jahr 2026 verteilt. Diese schrittweise Vorgehensweise soll sicherstellen, dass die Stabilität des Dienstes für die enorme Anzahl an Konten gewahrt bleibt.
Fokus auf Datenschutz und Freiwilligkeit
Ein zentraler Aspekt der neuen Funktion ist ihre Freiwilligkeit. Meta betont, dass die Erstellung eines Benutzernamens rein optional bleibt. Nutzer können den Dienst wie gewohnt weiterhin über ihre Telefonnummer betreiben. Wer sich jedoch für einen Benutzernamen entscheidet, erhält ein zusätzliches Maß an Kontrolle über die eigene Sichtbarkeit.
Um den Schutz vor Missbrauch zu erhöhen, wird WhatsApp auf ein öffentliches Verzeichnis verzichten. Es wird demnach keine zentrale Suchfunktion geben, über die Benutzernamen wahllos durchsucht werden können. Eine Kontaktaufnahme über den Benutzernamen ist nur dann möglich, wenn dieser dem Gegenüber aktiv mitgeteilt wurde.
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Ergänzend dazu plant das Unternehmen die Einführung von optionalen Benutzernamenschlüsseln. Diese dienen als zusätzliche Sicherheitsebene und erlauben es den Anwendern, den Zugang zu ihrem Profil noch präziser zu steuern.
Auswirkungen auf die Plattform-Architektur
Die Umstellung markiert einen signifikanten Meilenstein in der Geschichte von WhatsApp. Seit der Gründung der App war die Verknüpfung mit der SIM-Karte ein Kernbestandteil des Konzepts. Die nun eingeleitete Öffnung hin zu einer identitätsbasierten Kommunikation ohne Nummernzugehörigkeit gleicht WhatsApp an andere moderne Kommunikationsstandards an.
Branchenbeobachter werten diesen Schritt als Maßnahme, um die Attraktivität der Plattform in einem Marktumfeld zu sichern, in dem Datenschutz zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird.
Durch die Entkoppelung von Identität und Mobilfunknummer adressiert Meta langjährige Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre, ohne die grundsätzliche Funktionalität des Messengers zu verändern. Nutzer haben so die Wahl, ob sie ihre Identität klassisch über die Telefonnummer oder über ein pseudonymes Profil definieren möchten.
