WhatsApp-Benutzernamen, Indisches

WhatsApp-Benutzernamen: Indisches Ministerium stoppt Funktion sofort

Veröffentlicht am: 05.07.2026 um 22:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Indische Behörde untersagt Metas neue WhatsApp-Funktion nach Sicherheitsbedenken zu Identitätsdiebstahl und Phishing.

Indien stoppt WhatsApp-Benutzernamen-Funktion wegen Betrugsangst
Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine WhatsApp-Konversation mit einer verschwommenen Reflexion, die Identitätsdiebstahl darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Grund sind wachsende Sorgen vor Identitätsdiebstahl und Phishing.

Behörde schreitet ein

Meta hatte Ende Juni damit begonnen, die Reservierung von Benutzernamen für WhatsApp zu ermöglichen. Die Funktion sollte es Nutzern erlauben, ihre Mobilfunknummer zu verbergen und stattdessen über einen eindeutigen Namen erreichbar zu sein. Die offizielle Aktivierung war für später im Jahr geplant.

Doch dann schaltete sich die Regierung ein. Nach einer Anordnung vom 1. Juli und einem Treffen am 3. Juli forderte das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) einen sofortigen Stopp. Grund: Tests ergaben, dass Namen von Prominenten teilweise frei reservierbar waren.

Das Ministerium befürchtet, dass dies die Gefahr von Identitätsdiebstahl und sogenanntem „Digital-Arrest-Betrug“ massiv erhöht. Meta bekam eine Frist von drei Tagen, um zu den Sicherheitsbedenken Stellung zu nehmen.

Metas Sicherheitsversprechen

Der Mutterkonzern verteidigte die Funktion und verwies auf mehrere Schutzebenen. Dazu gehören Kontaktbeschränkungen für neue Nutzer, Systeme zur Missbrauchserkennung und ein PIN-Schutz für den Benutzernamen. Zudem seien bekannte Namen öffentlicher Organisationen und Personen vorab reserviert worden.

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Doch der Druck auf den Messenger wächst. In Indien wurden 2024 rund 2,3 Millionen Fälle von Cyberkriminalität gemeldet. Kritiker wie die Internet Freedom Foundation (IFF) merken an, dass das Vorgehen des Ministeriums an Zensur grenze – die Rechtsgrundlage für den Eingriff sei unklar.

Neue Betrugsmethoden weltweit

Parallel zu den regulatorischen Auseinandersetzungen warnen Sicherheitsbehörden vor neuen Maschen. Das Landeskriminalamt Niedersachsen identifizierte eine Masche mit gefälschten Kundenservice-Bots. Nutzer erhalten SMS mit Links zu einem vermeintlichen WhatsApp-Support. Die Betrüger leiten die Opfer an, in den Einstellungen den Bereich für verknüpfte Geräte zu öffnen und einen Code einzugeben. So gelangen die Angreifer auf das Konto.

Auch in anderen Regionen häufen sich Vorfälle:

  • Malaysia: Während des Wahlkampfs in Johor wurden gefälschte WhatsApp-Konten entdeckt, die die Identität von Politikern nutzten. Die Anti-Korruptions-Behörde MACC warnte vor Betrügern, die sich als Beamte ausgeben.
  • Indien: Am 5. Juli meldete Parlamentsabgeordneter Sambit Patra, dass sein WhatsApp-Konto gehackt wurde. Die Angreifer forderten Geld von seinen Kontakten.
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Saisonale Betrugswellen

Ermittler beobachten zudem vermehrte Social-Engineering-Angriffe. Kriminelle geben sich als Bundesbehörden aus und versprechen eine staatliche „Sommer-Klimabeihilfe“, um an Steuerdaten zu gelangen. Auch vor dem sogenannten „Wespentrick“ wird gewarnt, bei dem Betroffene nach einem vermeintlichen Einsatz finanziell unter Druck gesetzt werden.

Das LKA rät zu ständiger Wachsamkeit. Identitäten sollten im Zweifel über offizielle Kanäle verifiziert werden. Besonders bei automatisierten Sprachnachrichten mit Jobangeboten oder Aufforderungen zur Code-Eingabe ist Vorsicht geboten. Meta betont, dass auch bei der Einführung von Benutzernamen die Mobilfunknummer als technischer Anker im Hintergrund bestehen bleibt.

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