WhatsApp-Benutzernamen: Indiens Regierung stoppt Rollout wegen Betrug
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 13:58 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) forderte Meta Anfang Juli auf, den Rollout auszusetzen. Grund sind wachsende Befürchtungen vor mehr Online-Betrug, Phishing und Identitätsdiebstahl.
Sicherheitsrisiken im Milliardenmarkt
Mit über 500 Millionen Nutzern ist Indien WhatsApps größter Markt. Die geplante Funktion erlaubt Kommunikation ohne Preisgabe der Mobilfunknummer. WhatsApp-Vizepräsidentin Alice Newton-Rex nannte das Vorhaben ein „bedeutendes Upgrade für den Datenschutz“. Die Behörden sehen darin erhebliche Risiken.
Sie fürchten vor allem mehr „Digital Arrest Scams“. Dabei geben sich Kriminelle als Polizisten aus und setzen Opfer unter Druck. Ohne sichtbare Telefonnummer, so das Ministerium, wird die Identitätsprüfung deutlich schwieriger. Experten warnen zudem vor erleichterter Erpressung und Identitätsdiebstahl.
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Prominente scheitern an Namensreservierung
Mehrere bekannte Persönlichkeiten berichten von Problemen bei der Sicherung ihrer Identitäten. Binance-Gründer Changpeng Zhao konnte seinen Namen nicht reservieren – bereits vergeben. Auch Paytm-Gründer Vijay Shekhar Sharma und MobiKwik-CEO Bipin Preet Singh warnen vor Verwechslungsgefahr durch ähnliche Namen. Der Politiker Manish Sisodia stellte fest, dass diverse Namensvarianten bereits von Dritten reserviert wurden.
Die Regierung beruft sich bei ihrer Anordnung auf geltende IT-Gesetze. Sie droht damit, WhatsApps rechtlichen Schutzstatus als reine Plattform zu überprüfen – falls die Sicherheitsbedenken nicht ausgeräumt werden.
Metas Schutzversprechen
Meta betont in Gesprächen mit der Regierung, bereits umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen zu haben. Die Benutzernamen sind rein optional, eine verifizierte Telefonnummer bleibt Pflicht. Der Konzern reservierte Namen bekannter Persönlichkeiten sowie Profile von Facebook und Instagram vorab.
Ein öffentliches Verzeichnis für Benutzernamen gibt es nicht. Kontaktaufnahme ist nur mit exakter Namenskenntnis möglich. Weitere Schutzmaßnahmen: optionale PIN-Sicherung für Erstkontakte und algorithmische Missbrauchserkennung.
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Ausblick
Die Reservierung von Benutzernamen war seit Ende Juni möglich, die vollständige Einführung für später im Jahr geplant. Nach der Intervention verlängerte sich die Frist für Metas Stellungnahme bis zum 9. Juli. Der Rollout bleibt ausgesetzt, bis die Regierung die Sicherheitsvorkehrungen akzeptiert. Auch Telegram und Signal stehen wegen ähnlicher Funktionen unter Beobachtung der indischen Regulierungsbehörden.
