WhatsApp-Benutzernamen: Indien stoppt Feature wegen Betrugsrisiken
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 02:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während Indien die Einführung neuer Benutzernamen gestoppt hat, warnen deutsche Behörden vor einer neuen Betrugswelle.
Indien bremst Datenschutz-Feature aus
Anfang Juli 2026 stoppte das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) die Einführung der Benutzernamen-Funktion. Die Behörde leitete eine Untersuchung ein – aus Sorge vor Phishing, Identitätsdiebstahl und komplexen Betrugsformen wie dem sogenannten Digital-Arrest-Betrug.
Der Hintergrund: 2024 verzeichneten indische Behörden rund 2,3 Millionen Cyberkriminalitätsfälle. Beamte trafen sich bereits mit Meta-Vertretern, um über Sicherheitsimplikationen zu beraten. Meta muss innerhalb von drei Tagen eine detaillierte Stellungnahme zu den geplanten Schutzvorkehrungen abgeben.
Auch andere Messenger wie Telegram und Signal gerieten ins Visier der Sicherheitsprüfung. Der kleinere Anbieter Arattai deaktivierte seine Username-Funktion sogar vorsorglich.
Gefälschte SMS: So kapern Kriminelle Konten
Parallel zu den regulatorischen Hürden in Asien warnt das Landeskriminalamt Niedersachsen vor einer neuen Angriffswelle. Kriminelle versenden gefälschte SMS, die unter legitimen WhatsApp-Nachrichtenverläufen erscheinen können.
Die Nachrichten enthalten Links zu einem vermeintlichen Kundenservice-Bot. Der automatisierte Chat fordert Nutzer auf, in den Einstellungen den Bereich für verknüpfte Geräte zu öffnen und einen sechsstelligen Code einzugeben. Folge die User dieser Anweisung, erhalten Angreifer vollständigen Zugriff auf das Konto.
Zusätzlich warnen die Behörden vor unseriösen Jobangeboten, die derzeit verstärkt über Sprachnachrichten verbreitet werden.
Die neue Benutzernamen-Funktion bringt mehr Privatsphäre – aber auch neue Risiken. Indien hat die Einführung gestoppt, deutsche Behörden warnen vor gefälschten SMS, die Konten kapern. Mit unserem 3-Schritte-Sicherheitscheck schützen Sie Ihr WhatsApp-Konto in wenigen Minuten. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Check anfordern
Metas Strategie: Mehr Privatsphäre, aber sicher?
Meta verteidigt die Benutzernamen als wichtigen Schritt für mehr Privatsphäre. Die Funktion, deren Reservierung Ende Juni 2026 begann, erlaubt es Nutzern künftig, ihre Mobilfunknummer gegenüber neuen Kontakten zu verbergen. Die Freischaltung soll schrittweise im Laufe des Jahres erfolgen.
Die Regeln für die Namensvergabe sind strikt:
* Maximal 35 Zeichen
* Muss mit einem Buchstaben beginnen
* Domain-Endungen oder „www.“ sind verboten
Ein öffentliches Verzeichnis wird es nicht geben. Kontakt ist nur möglich, wenn der exakte Benutzername bekannt ist. Meta setzt auf mehrere Sicherheitsebenen: automatisierte Missbrauchserkennung, Kontaktbeschränkungen und Schutz gegen systematisches Erraten von Namen (Brute-Force-Angriffe).
Für die Registrierung bleibt eine gültige Telefonnummer Pflicht. Optional können Nutzer eine zusätzliche PIN für den Benutzernamen festlegen.
KI treibt Phishing auf neues Level
KI-gestützte Phishing-Angriffe auf Messenger nehmen rasant zu – 86 Prozent aller Phishing-Angriffe werden heute von KI unterstützt. Gefälschte SMS, die wie echte WhatsApp-Nachrichten aussehen, sind nur der Anfang. Erfahren Sie, wie Sie Fake-SMS erkennen und Ihr Konto vor Identitätsdiebstahl schützen. Sicherheits-Check jetzt herunterladen
Die Sicherheitsdiskussion bekommt zusätzliche Brisanz durch aktuelle Branchenstudien. Ein Bericht des Sicherheitsunternehmens KnowBe4 vom Juli 2026 zeigt: 86 Prozent aller Phishing-Angriffe werden mittlerweile durch Künstliche Intelligenz unterstützt.
Die Angreifer setzen zunehmend auf Multi-Channel-Strategien. Neben klassischen E-Mails nutzen sie Kalendereinladungen und Messenger wie Microsoft Teams oder WhatsApp. Besonders die Identitätstäuschung interner Teammitglieder oder offizieller Support-Kanäle hat in den ersten Monaten 2026 deutlich zugenommen.
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