WhatsApp-Angriffe: Meta verklagt NSO wegen Verstoß gegen Gerichtsurteil
08.06.2026 - 15:36:46 | boerse-global.de
Der Facebook-Konzern Meta hat am heutigen Montag einen Antrag auf Missachtung des Gerichts gegen die israelische Spyware-Firma NSO Group eingereicht. Der Vorwurf: NSO habe eine einstweilige Verfügung verletzt, die dem Unternehmen den Zugriff auf WhatsApp und seine Nutzer untersagt.
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Neue Angriffswelle aufgedeckt
Auslöser des juristischen Vorstoßes sind frisch entdeckte Spear-Phishing-Kampagnen und sogenannte „1-Click"-Angriffe auf den Messaging-Dienst. WhatsApp habe diese Angriffe kürzlich unterbrochen und mehrere schadhafte Domains identifiziert, darunter ikhwancast[.]com, ghazacast[.]com und fr24cast[.]com.
Meta wirft NSO vor, die bisherigen rechtlichen Beschränkungen umgangen zu haben. Die Spyware-Firma soll Testkonten und -gruppen auf WhatsApp angelegt haben, um ihre Produkte zu entwickeln und zu testen. Das Unternehmen habe diese unerlaubten Accounts inzwischen gelöscht.
Der Antrag behauptet, dass NSOs Vorgehen einen direkten Verstoß gegen die gerichtliche Verfügung darstellt. Diese sollte sicherstellen, dass der Spyware-Entwickler nach dem jahrelangen Rechtsstreit keinen Zugriff mehr auf Metas Infrastruktur erhält.
Vorgeschichte des Konflikts
Der Streit zwischen Meta und NSO reicht bis ins Jahr 2019 zurück. Damals entdeckte und blockierte der Konzern einen Angriff, bei dem die Pegasus-Spyware mehr als 1.000 WhatsApp-Nutzer ins Visier genommen hatte. Seither steht NSO auf einer schwarzen Liste der US-Regierung, die dem Unternehmen Geschäfte in den USA massiv erschwert.
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In einem jüngeren Urteil wurden die Strafzahlungen von NSO an Meta auf umgerechnet rund 3,7 Millionen Euro reduziert – von ursprünglich etwa 154 Millionen Euro. Trotz dieser Reduzierung steht NSO weltweit unter erheblichem rechtlichem und regulatorischem Druck.
Breite Unterstützung für Meta
Metas juristische Position wird von zwölf Bürgerrechtsorganisationen gestützt, die kürzlich Amicus Curiae-Schriftsätze im laufenden Berufungsverfahren eingereicht haben. Der Konzern betont zudem seine fortgesetzte Teilnahme an der Spyware Accountability Initiative (SAI), die gegen die Verbreitung kommerzieller Überwachungswerkzeuge kämpft.
Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, da die internationale Kritik an der Spyware-Industrie zunimmt. Das Pentagon hat Israel kürzlich als kritische Spionageabwehr-Bedrohung eingestuft, während ein Gericht in Griechenland die erste strafrechtliche Verurteilung eines Spyware-Unternehmensmanagers aussprach. Meta erklärte, es teile weiterhin Bedrohungsindikatoren mit der Sicherheits-Community, um gegen unerlaubte Überwachung vorzugehen.
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